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Anlageskandal P&R-Gründer Heinz Roth ist bankrott

Die Insolvenz des Firmengründers soll verhindern, dass Vermögenswerte den Gläubigern entzogen werden. Viel Geld wird das jedoch nicht bringen.
Update: 05.12.2018 - 09:00 Uhr Kommentieren

Das war das Geschäftsmodell von P&R

BerlinDer Gründer und langjährige Chef des insolventen Containervertriebs P&R Heinz Roth (75) ist nun auch selbst zahlungsunfähig. Wie das zuständige Amtsgericht München am Dienstagnachmittag mitteilte, hat es dem Schuldner verboten, über Gegenstände seines Vermögens zu verfügen. Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Rechtsanwalt Miguel Grosser, Mitglied der Münchner Kanzlei Jaffé, eingesetzt (Az.: 1542 IN 3055/18).

Den Antrag hatte der Insolvenzverwalter der P&R Transport-Container GmbH Michael Jaffé gestellt. Seinem Insolvenzgutachten zufolge soll Roth als Geschäftsführer 2016/2017 ungerechtfertigte Auszahlungen der P&R-Gruppe in Höhe von 700 Millionen Euro veranlasst haben, für die er einstehen müsse.

Die Nachricht erreichte Heinz Roth wenige Tage vor seinem 76. Geburtstag in der Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen ihn als einen Hauptverantwortlichen im Milliarden-Drama von P&R. Die Behörde hat angekündigt, im ersten Quartal 2019 Anklage erheben zu wollen. Die Zeit drängt. Eine große Zahl der P&R-Anleger ist heute 60 oder 70 Jahre alt.

Der Fall P&R ist der größte Anlageskandal in der deutschen Geschichte. Aktuell drohen 54.000 Anlegern dort Verlusten von bis zu 3,5 Milliarden Euro. Überwiegend ältere Anleger hatten dort Container gekauft - im Glauben, dass P&R tatsächlich ihr Geld für solche Container verwendet. Die Gruppe war über mehr als 40 Jahre der größte Vertrieb von Container-Investments in Deutschland. Ende März musste P&R Insolvenz anmelden.

Laut Insolvenzverwalter Jaffé verkaufte P&R jedoch Container, die nicht existiert haben. 1,6 Millionen Container erwarben die Anleger auf dem Papier, davon sind nur 600.000 tatsächlich vorhanden. Altanleger wurden mit dem Geld von Neuanlegern ausbezahlt. Es besteht der Verdacht auf ein gigantisches Schneeballsystem.

Mit der vorläufigen Privatinsolvenz kann Roth seinen Gläubigern keine Werte vorenthalten, was er in der Vergangenheit versucht haben soll. Im Insolvenzbericht beschreibt Jaffé ein angespanntes Verhältnis. Roth habe sein Eigentum an der Villa auf die Ehefrau übertragen und versucht, eine weitere Immobilie zu verkaufen. „Herr Roth wurde daher erneut dringlich darum gebeten, keine Vermögensgegenstände dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen“, schreibt Jaffé. Gut möglich, dass die Übertragung der Villa noch angefochten wird.

Roth oder seine Anwälte haben sich bislang nicht öffentlich zu dem Ermittlungsverfahren oder dem Insolvenzprozess geäußert. Auch das Handelsblatt hat ihn mehrfach vergeblich um Stellungnahme gebeten.

Die Sicherung von Roths Privatvermögen wird dem einzelnen Anleger nur wenig einbringen. Er hat sein Vermögen inklusive Immobilien auf höchstens 13 Millionen Euro geschätzt. Selbst wenn noch weitere Werte auftauchen, ist das angesichts des Milliardenlochs verschwindend wenig. Dem geschädigten Anleger bleibt so nur die Genugtuung, dass auch P&R-Verantwortliche zur Kasse gebeten werden.

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