Bankberatung im Vergleich Zwischen Hinterzimmer und Kindertisch

Schnelle Beratung im aufgeräumten Büro oder ein Nachmittag in der Warteschlange zwischen Geschenkpapier, Batterien und Karate-Kid-DVDs. Zwischen der Anlegerbetreuung bei der Postbank und der Deutschen Bank liegen Welten. Ein Selbstversuch.
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Deutsche Bank und Postbank unterscheiden sich deutlich in den Kundenbetreuung. Quelle: DAPD

Deutsche Bank und Postbank unterscheiden sich deutlich in den Kundenbetreuung.

FRANKFURT. Der blonde Mann hinter dem Empfangstresen der Deutschen Bank strahlt mich an: "Sie haben 50 000 Euro geerbt? Glückwunsch!" Er weist mich zu einem Sessel und bietet mir einen Kaffee an. Ein Anlageexperte werde gleich auf mich zukommen. Nach wenigen Minuten ist der schon da.

Szenenwechsel zum Postbank-Finanzcenter. Vorbei an Geschenkpapier, Batterien und Karate-Kid-DVDs bahnt sich mein Kompagnon seinen Weg in die Warteschlange. Eine ältere Frau will ein Paket abschicken, ein Student fragt nach Bargeld. Nach zehn Minuten ist der Freund endlich dran. "Ich interessiere mich für eine Geldanlage", beginnt er seinen Satz. Prompt schiebt ihm der Schalterbeamte eine Broschüre für ein Giro-Konto unter die Nase. Mein Freund murmelt etwas von "Missverständnis" und "50 000 Euro".

Der Deutsche-Bank-Berater, Ende 20, grauer Anzug, rosa Hemd, führt mich unterdessen in den hinteren Teil der Filiale. Halbhohe Trennwände sorgen für Diskretion. Auf dem aufgeräumten Schreibtisch stehen Bulle und Bär.

Mein Kollege muss dagegen noch warten. Nach 20 Minuten auf einem schmucklosen Postbank-Flur bittet ein Berater in sein Besprechungszimmer. Schreibtisch, zwei durchgesessene Stühle, ein Kaktus und ein kleiner Kindertisch in der Ecke. Der Berater trägt Hemd und Krawatte in Rot-Gelb-Blau wie seine Kollegen am Schalter, dazu allerdings Weste und Jackett.

Inzwischen hat mein Berater bei der Deutschen Bank bereits mit meiner beruflichen und finanziellen Situation begonnen. Girokonto bei einer Direktbank, wo die Kreditkarte auch noch kostenlos ist, findet er gut. Man sollte für jedes seiner finanziellen Bedürfnisse die Bank aussuchen, die einem das beste Angebot macht, sagt er. Dann stellt er sich kurz vor: BWL-Studium, seit einem Jahr als Berater bei der Deutschen Bank. Meine Anlageziele - hohe Zinsen, wenig Risiko und schnelle Verfügbarkeit - schrecken nicht. Von Festgeld rät er ab, nur zwei Prozent Zinsen.

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8 Kommentare zu "Bankberatung im Vergleich: Zwischen Hinterzimmer und Kindertisch"

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  • Liebe Frau de La Motte, Sie hätten nicht in die Filiale der Postbank gehen sollen, sondern zu der Postbank Vermögensberatung. Diese ist mit 350 Vermögensberatern und Standorten in allen großen Städten, bestens qualifiziert und ausgestattet, um die anspruchsvolle Kundin zu beraten. Selbstverständlich sind die Postbank Finanzcenter nicht mit den Filialen der Deutschen bank zu vergleichen. Hier standardisiertes Geschäft für eine breite Kundschaft, dort das beratungsspektrum eines Global-Players. Aus diesem Grund gibt es die Pb Vermögensberatung bereits seit 2003. Diplom betriebs- und Volkswirte bzw. Certified-Financial-Planner treffen Sie hier ebenso, wie bei der Konkurrenz. Das magiche Dreieck der Vermögensanlage, Portfolio-Theorie nach Markowitz etc. zählt hier zum Tagesgeschäft. Was bei der Deutschen bank allerdings nicht zum Tagesgeschäft zählt, ist die konzernunabhängige beratung nach "best Select". Die Pb Vermögensberatung zählt über 50 Anbieter zu ihren Kooperationspartnern. Für die auf Provisonsbasis arbeitenden Vermögensberater macht es keinen Unterschied, ob Sie ein Produkt von Anbieter A, b oder C wählen. ihre Kosten und somit der Ertrag des beraters ist in der jeweiligen Sparte identisch. Solch ein beratungsspektrum ist auf dem deutschen Markt einmalig. Keine Großbank bietet eine derart umfangreiche Angebotspalette. Schade also, dass Sie den Weg zur Vermögensberatung nicht gefunden haben. Prinzipiell wären Sie hier nach einem Erstgespräch, einer gründlichen bestandsaufnahme, ohne Produktempfehlung nachhause gegangen, um dann im Zweitgespräch das Konzept mit konkreten Vorschlägen zu besprechen - inkl. einer guten Tasse Kaffee.

  • Danke für den netten Artikel! Einmal gut gelacht. Es wurden wirklich die Klischees voll ausgeschöpft. Als Postbank-Kunde mit 50.000€ steht einem der "Select"-Kunden-bereich offen. Das ist schon eine ganz andere Welt.
    Generell gilt: Man redet nicht mit einem "berater", sondern einem "Verkäufer". Der Kunde muß sich leider selbst über die Produkte kundig machen, damit er sich nicht von dem Verkäufer über den Tisch ziehen lässt. Dann kann er auch auf gleicher Augenhöhe mit dem Verkäufer reden. Wenn ich weiß welches Produkt oder welchen Produkt-Mix ich will, dann suche ich mir dazu die besten Produkte aus. Das geht auch über eine Online-bank. Schließlich geht es nicht nur um Erträge, sondern auch Kosten. Kapitalanlage ist harte Arbeit. Und wenn ich mich als potentieller Anleger nur auf die Angebote der bankverkäufer verlasse, dann bin ich wirklich verlassen.

  • Guten Tag,.... Liebe Freunde,.... Wir hatten 2006 einen Kunden ( belgier ) der 500.000 Euro auf sein Konto setzte und eine " balanced " Vermoegensverwaltung unterzeichnete. Der gute Mann hat sich 4 Jahre nicht gezeigt,.... und auch sonst nichts von sich hoeren lassen. Es war die einzige Positive " balanced " die wir aufzuweisen hatten. Die Assistentin hatte schlichtweg vergessen die boersenorder zu verbuchen. Anders gesagt, weil der Mann nicht investiert war;.... hat er auch nichts verloren. Er hat uns wuetend verlassen ( dabei wusste er gar nicht welches Glueck er hatte ). besten Dank

  • Zur beratung der Deutschen bank kann ich nur sagen: "Einfach Klasse!" Die bank ging auf meine Vorstellungen ein und machte Gegenvorschläge. Ein gemeinsam ausgearbeiter Mix hat auch das "schlechte Aktien-Jahr 2008" überstanden.ich bin mit meinem Depot rundum zufrieden. Da gab es kein "über den Tisch ziehen" sondern echte Diskussionen zum Vorteil für mich und die bank, denn mir ist bewußt, dass auch eine bank Geld verdienen muss.

  • Ob ich nun dilettantisch oder professionell was angedreht bekomme - das Resultat ist das gleiche:

    Andere saugen sich auf meine Kosten voll.

  • Wenn ich daran denke, dass die Personen, die in meiner Post"bank" Anlageberatung machen mir vor Jahren noch briefmarken verkauften, dann weis ich recht gut wie deren beratung aussieht.
    AbER die scheinbar bessere beratung der Konkurrenz kaschiert doch auch nur, dass es sich um einen Verkäufer handelt, Kaffee hin oder her!
    Die Erfahrung mit dem Post-bänker sollte dem Kunden deutlich machen, dass vor dem investieren iNFORMiEREN stehen muss, es ist sein Geld und deshalb soll er seine Entscheiungen auch selbst treffen!

  • Doch lieber Thomas die beratung ist schlechter, weil man mit anderen Postkunden in der Schlange steht.
    Es wird kein Wert auf gut beratung gelegt, sonder einem werden Produkte an den Kopf geschmissen die weder zur Lebenssituation noch zu den bedürfnissen der Kunden passen.
    Die Ausbildung und das Wissen der Postbankberater reicht leider in der Regel nur für die frankierung von Umschlägen. Die Postbank hat sich ja nicht umsonst die bHW als "beratertruppe" geangelt, auch wenn die es nicht wirklich besser machen.

  • Kredit für 4 % Zinsen ?! Kann ich nicht so recht glauben. Ansonsten ein interessanter Artikel - ob der jetzt für alle Postbank und Deuba Filialen steht, kann man nicht beurteilen. ich bin der Meinung, dass nur weil man da in der Schlange mit Postkunden steht, die beratung nicht automatisch schlechter sein muss.

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