Börsenrally Dax 10.000, was nun?

Geschafft! Erstmals in seiner Historie ist der Dax fünfstellig. Um 14:33 Uhr hat der deutsche Leitindex die magische Marke geknackt und ist auf 10.003 Punkte gestiegen - Mario Draghi sei Dank. Doch wie geht es weiter?
Update: 05.06.2014 - 16:21 Uhr 14 Kommentare
Der Dax hat die Marke von 10.000 Punkten überwunden. Quelle: Getty Images

Der Dax hat die Marke von 10.000 Punkten überwunden.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfSeit Monaten ist der Dax seitwärts gependelt, immer wieder war die Marke von 10.000 Punkten greifbar nah, immer wieder drehte der Index vorher ab. Nun hat es der Dax endlich geschafft - zumindest zeitweise. Bis auf 10.013 Punkte ging es hoch. Für Party-Stimmung an den Märkten hat einmal mehr Mario Draghi gesorgt. Seine Europäische Zentralbank liefert, was die Anleger sehen wollen. Sie senkt den bereits extrem niedrigen Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent. Außerdem müssen Banken künftig einen Strafzins bezahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Dafür wird der Einlagezins erstmals unter die Nulllinie auf minus 0,10 Prozent reduziert.

Nun ist die 10.000er-Marke also geknackt. Experten sprechen von einer „psychologisch wichtigen Marke“, denn viel mehr oder weniger ist dieser historische Höchststand nicht. Mit Blick auf die Bewertungen ist es völlig egal, ob der Dax bei 9.900, 10.000 oder 10.100 Punkten steht.

Trotzdem dürfte in den Handelsräumen der Banken und auf dem Frankfurter Börsenparkett der ein oder andere Sektkorken knallen. Erstmals fünfstellig, das ist doch mal was! Und ganz sicher wird der neue Höchststand mit der herrlich runden Zahl auch das ein oder andere Titelblatt einer Zeitung schmücken.

Für Christian Schmidt, technischer Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), haben runde Zahlen immer eine „magische“ Anziehungskraft. „Neue Hochs haben in der Regel prozyklischen Charakter“, sagt der Chartexperte. Mit prozyklisch sind weitere Käufe von Anlegern gemeint, die auf eine weitere Fortsetzung des Aufwärtstrends setzen. „Grundsätzlich besteht nach Überschreiten der psychologischen Marke von 10.000 Punkten weitere Luft nach oben“, ist auch Klaus Schrüfer, Chefmarktstratege bei Santander Asset Management, überzeugt.

Doch der Magie der runden Zahlen erliegen nicht alle Anleger. Christoph Bruns beispielsweise kann ihnen wenig abgewinnen: „Die Marke von 10.000 Punkten im Dax ist so symbolisch wie die Jahrtausendwende oder ein runder Geburtstag, wobei der Dax den Nachteil hat, wieder hinter diesen Markierungspunkt zurückfallen zu können“, sagt der Fondsmanager und Mitinhaber der Fondsgesellschaft Loys.

Eingefleischte Börsianer haben den magischen Dax-Stand seit Monaten kommen sehen. Natürlich gab es auch Zweifler, aber im Grunde war die 10.000 ausgemachte Sache. Die Rally an den Märkten dauert nun schon mehr als fünf Jahre. In dieser Zeit hat sich der Standardwerteindex verdoppelt. Seit die Notenbanken die Zinsen quasi abgeschafft haben und die Märkte mit billigem Geld fluten, fließt immer mehr Geld in Aktien. Der entscheidende Treiber der Hausse ist auch aktuell die Spekulation auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

Ob sich der Dax nachhaltig über seinen neuen Rekordstand etablieren kann, hängt deshalb jetzt vor allem von der Entwicklung der Unternehmensgewinne ab. „Infolge der anhaltenden Konjunkturbelebung stehen die Aussichten dafür gut. Daher stellt die mit den Kurszuwächsen gestiegene Bewertung keinen Hinderungsgrund dar“, sagt Santander-Chefstratege Schrüfer. „Störfeuer kann vor allem von einer weiteren Eskalation der Ukraine-Krise kommen, die die Finanzmärkte gegenwärtig weitgehend ausblenden.“

Charttechniker erwartet dynamischen Push nach oben
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14 Kommentare zu "Börsenrally: Dax 10.000, was nun?"

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  • .......und so lautet die Parole.....weiter machen. Je heißer das Pflaster, um so wohler das Gefühl. Und so marschieren wir weiter in Kolonne. Es ist doch noch so viel Luft nach oben, nicht wahr. Habe vor längerer Zeit von 15 000 gesprochen......und die nehmen wir nun in Angriff. Wat soll passieren?........nix.....Garnichts..... Mario wird es richten.......er wird jeden einzelnen anrufen, falls sich was ändern sollte........geht alles so weiter?......ja, so ist es
    Frohes handeln.......und immer eine saubere Hose an, damit Platz ist...........verstanden?

  • @Buerge-r

    Richtig

    Immer wenn irgendjemand behauptet; "dieses mal wird alles anders", dann ist das das sicherste Zeichen, daß es so wie immer (und noch schlimmer) kommt. Die Indizes werden noch eine Weile lang künstlich mit Luftgeld aus dem nichts aufgepumpt, aber dann ist Schlachttag.

    Ich (-> Kleinanleger) interessiere mich für Aktien erst wieder bei DAX 6000, vorher nicht.

  • Das Ende ist noch lange nicht erreicht: Wenn die von Draghi erhoffte Inflation nun nicht endlcih anspringt (tut sie nicht) dann erfolgt mehr oder weniger unverholene, offen Staatsfinanzierung.

    Die Illusion des Geldes verdiente den Namen selte so wie heute.

  • So hat man den Menschen völlig jede Zukunfts-Gestalungs-Möglichkeit weggenommen, hat man ihnen jede Lebensperspektive beraubt.

    Es gibt (zumindest hier in München) einige, die immer wieder irgendeinen Laden, Boutique, Friseur od. Ähnliches eröffnen….und nach ca. 2 Jahren schließen wieder.

    Und? Was und? Nix! Das Leben funktioniert trotzdem weiter. Trotzdem sind die Caffees, Restaurants überfüllt. Trotzdem werden immer mehr Fahhräder einfach so liegen gelassen! Trotzdem werden Kleider, Sachen, Möbel, sonstige Sachen in immer größeren Mengen einfach weggeworfen.

    Deutschland (und Europa) scheint in unbegrenztem Reichtum zu schwelgen.

    Ich frage mich dennoch, wie lange wird es so gehen? Wohl nicht ewig.

  • Heute ist der DAX über 10.000 Punkte gestiegen. Die wichtigsten Bestandteile – die vielleicht (gefühlsmäßig von mir) – so etwa dreiviertel des DAX-Kapitals ausmachen, sind – wie ich verstehe – Münchner Rück+Allianz+Siemens+Deutsche Bank.

    Und nun kann jeder hier im Internet sich den DAX-Chart aufrufen,und kann sehen:

    Der Kurs der wichtigsten DAX-Werte beträgt heute bei DAX 10.000 nur noch die Hälfte oder ein Drittel dessen, was diese mal bei DAX 5000 waren. Und der DAX steigt und steigt und steigt. Was habe ich davon, wenn der DAX steigt und meine Aktien aber gleichzeitig fallen oder im besten Falle treten nur noch an der Stelle, was diese ja schon seit über zwei Jahren machen! Was habe ich davon, wenn der Kurs von Edelmetallen so manipulativ so niedrieg gehalten wird? Was habe ich davon wenn die Immobilien so manipulativ in solche Höhen gehievt sind?

  • Viel schlimmer ist das Problem der Demotiviertheit der Menschen. Den Menschen ist alle Zukunft, die Lebensperspektive weggenommen. Man kann als Normalsterbliche kein Geschäft, kein Kapital, kein Haus – nix, aufbauen. Denn es gibt keine ständigen Werte mehr, ob Gold, ob Geld, ob Aktien, ob Immobilien, alles wird täglich wüstest jongliert und manipuliert: den wird allmählich die Lust vergehen, die spüren und verstehen allmählich, daß es keinen Sinn macht, sich besonders anzustrengen, warum auch, wenn so viele Menschen um uns herum einfach Leben überhaupt nicht zu arbeiten brauchen. Und es werden immer, warum auch. Wenn man mit geringsten „Wewechen“ einfach sofort sich für Wochen krank melden kann. Die Sozialen Netze funktionieren doch perfekt. Dafür sorgt doch der Staat, indem er sich nun selbst zu finanzieren gelernt hat.

    Es gibt keinen Sinn mehr für neue Ideen, für Innovationen, denn es gibt keine festen Werte mehr, nix.

  • Also so ein niedriger Leitzins (in Japan sogar 0,10!) ist nichts anderes als Sklaverei für die Menschheit. Nun haben wir den Planwirtschafts-Staatskapitalismus a lá Sowjewirtschaft! Einerseits werden die Staaten von den Zentralbanken finanziert, weil keiner mehr deren Anleihen kauft, andererseits aber versucht der Staat noch die Wirtschaft total zu steuern.

    Eigentlich sollte der Staat sich selbst von seiner "Potenz" ausgehend finanzieren, daß heißt, der Staat gibt Staatsanleihen heraus und diese am Markt platzieren, beruhend und ausgehend aus seiner Steuer-Aufkommen-Kraft. Und die Bürger, Institutionen, Rentenfonds, Hedgefonds - etc., die Marktteilnehmer erwerben die Staatsanleihen, weil sie davon ausgehen, daß der Staat genug Steuereinnahmen hat (und haben wird, bei langjährigen bis 20 J.). und den versprochenen Zins (zumindest den Nominalzins) zahlen wird. Und was geschieht jetzt? Die Marktteilnehmer vertrauen nicht mehr so wie früher dem Staat (insbesondere in Südeuropäischen Staaten und die USA), kaufen nicht mehr seine Staatsanleihen. Und nun kommt der Staat auf eine geniale Idee, daß er mit Hilfe seines Instituts Zentralbank seine eigenen Staatsanleihen selbst kauft, und dann verbreitet weltweit "die gute Nachricht" diesem oder jenem Staat "sei gelungen erfolgreich die Anleihen zu platzieren!". Und es funktioniert. Anscheinend machen es nun auch alle Großmächte, siehe Beispiel Japan, das Lied dauert nun über 20 Jahre. Und es geht! Und kein Problem!.

    Aber wie lange wird es so halten? Solange wie wir die Ressourcen weltweit völlig aufgebracht haben und da und hier beginnt es zu Engpässen zu kommen. Aber wann wird es geschehen, in 20, 30, 50 Jahren, wenn z.B. die Energievorkommen zur Neige gehen. Aber auch hier werden bis dahin die erneuerbaren Energiequellen und die Technologie entsprechend das Problem lösen. Nein, das Problem sehe ich nicht darin, daß die Erdressourcen verbraucht werden und zur Knappheit somit auch VersorgungsSPANNUNG kommen kann.

  • Die spinnen alle. Ich kann nur den Kopf schütteln... Widerlich! Ich freu mich auf den großen Knall und die vielen blöden Gesichter. Ich freu mich, wenn die Politiker den Flitz kriegen werden, weil wohl so einige leichtes Unverständnis äußern werden. Ich freu mich, wenn der Mainstream wie die Handelsprawda auch von den ganz Dummen als das entlarvt wird, was es ist...

  • Die magische Schwelle wurde überschritten.

    Dachte, jetzt würden sich Himmelsschleusen öffnen und Milch und Honig fließen...

  • soweit, sogut

    10.000 erreicht, was schon mega lange das Ziel war und nun knallen gerade die Sektkorken ---- überall. "Es ist vollbracht" und man kann dann wieder zum normalen Tagesgeschäft über gehen.

    Kommt nun : "sell in May"?

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