Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Börsenweisheit Die Börse ist (k)eine Einbahnstraße

Seite 2 von 3:
Langfristig geht es aufwärts

Langfristig ist das aber kein Problem. „Es gibt zwar auch noch Phasen über 20 Jahre, bei denen Anleger am Aktienmarkt keine guten Erträge erzielt haben, allerdings sind diese selten“, sagt Verbraucherschützer Nauhauser. „Und man muss dann schon doppelt Pech haben, beim Einstiegszeitpunkt und beim Ausstiegszeitpunkt.“

Wer in deutsche Standardwerte investiert, müsste langfristig eigentlich auf der sicheren Seite sein. Ein Grund, der von Experten häufig angeführt wird: Der Dax ist ein Performanceindex, in den die Dividenden eingerechnet werden. „Die  Dividende macht langfristig auch einen guten Teil der der gesamten Erträge aus“, sagt Nauhauser. „Solange aber weder Gewinne noch Unternehmensbewertungen steigen, entspricht der Zuwachs im Wesentlichen nur der Dividende.“ Ein weiteres gutes Argument dafür, dass die Börse langfristig steigt – überspitzt gesagt, also doch eine Einbahnstraße ist.

Das sieht Maik Haufe ganz anders. „Die Börse ist keine Einbahnstraße und wird es auch nie werden“, ist der Leiter Vermögensverwaltung der Quirin Bank überzeugt. „Anleger versuchen, solange es Kapitalmärkte gibt, in ihrem Depot eine Einbahnstraße abzubilden – ohne Erfolg.“ Aktive Fondsmanager haben ein weniger ambitioniertes Ziel. Sie wollen jedes Jahr besser sein als der Markt, scheitern aber ebenfalls kläglich. „Es gibt also keinen Weg, den Markt für sich in eine Einbahnstraße zu wandeln“, sagt Haufe. „Münzt man diese Erkenntnis auf das Depot um, so bildet man den Markt langfristig mit einem kosteneffizienten Indexfonds auf Basis seines persönlichen Chance-Risiko-Profils ab. Auch damit erlangt man keine Einbahnstraße und wird Gegenverkehr erleben. Man versucht jedoch nicht wie andere Investoren, dem erfolglos auszuweichen.“

Mit dem Jahr 2013 geht ein sehr erfolgreiches Aktienjahr zu Ende, so dass nicht wenige Investoren sich mit Gewinnmitnahmen auseinandersetzen. Wie viel kann ich jetzt noch rausholen, um meine Rendite zu maximieren? „Anleger, die nicht investiert sind, stellen sich wiederum die Frage, ob es sich doch noch lohnt einzusteigen“, so Haufe. „Es sind also immer alle Akteure an der Börse dabei – die, die bloß nicht zu früh verkaufen wollen, und die, an denen der Zug vorbeigefahren ist.“ Paradox sei dabei, dass jeder eine Meinung habe, wie lange der Markt noch laufe, in der Retrospektive dann aber doch keiner rechthabe.

 

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Steigen die Kurse, kommen die Privatanleger
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Börsenweisheit - Die Börse ist (k)eine Einbahnstraße

5 Kommentare zu "Börsenweisheit: Die Börse ist (k)eine Einbahnstraße"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @NJoyTheRide: So viele Facetten der Wahrheit in so wenigen Zeilen ... Chapeau! Schöner und treffender hätte es auch der selige André Kostolany nicht formulieren können.

  • .......ja dat is ja eine Überraschung! Nä......dachte doch immer dat jet nach oben. Und jez dat. Las mich also nich von dat Ziel abbringen, und dat sind die 20-tausend. War jestern bei meine Wahrsagerin und die sachte mich.....Jung bleib dabei, wenn se alle schreien,. et jet nach unten, dann geh du nach oben. Also machen wir dat doch. Un so kümmt dat, paß mal auf.............

  • Sehr richtig, NJoyTheRide! Dem ist noch hinzuzufügen: Wer sich ein paar Gedanken gemacht hat und regelmäßig etwas Geld übrig hat (es muss gar nicht viel sein) und außerdem einen langen Atem hat (nicht ständig seine Strategie ändert), der kann sich auch mit einem Kleinwagen, notfalls sogar mit dem Fahrrad oder zu Fuß, auf diese Straße wagen und für eine lange Zeit einfach immer nur weiter fahren oder laufen – es wird sich mehr lohnen als alles andere… Literaturtipp: Thomas Claer - Auf eigene Faust. Aktiensparen für Kleinanleger (Books on Demand 2012, 10 Euro)

  • Die Boerse, aka die Wertentwicklung der Unternehmen die sich in einem breiten marktkapitalisierungsgewichteten Aktienindex befinden und somit von ihm widergespiegelt wird, ist langfristig, nominal wie real, eine Einbahnstrasse- solange der Kapitalismus nicht aufhoert zu existieren.
    Dieses Resultat ist die Folge einer Grundbedingung des Kapitalismus (Eigenkapitalrendite) und stellt insgesamt gesehen z.B. den sog. Investment Return im Bogle Modell dar.
    Die meisten Menschen, vor allem Deutsche, verstehen das nicht bzw. wollen das einfach nicht verstehen, oder meinen sie wuessten es besser.
    Diese Strasse ist allerdings unendlich, hat viele Kehren und Schlagloecher und gleicht in ihrem Profil dem Timmelsjoch von Soelden aus befahren- ebenso bei Klima und Wetter.
    Das haelt natuerlich viele davon ab die Strasse ueberhaupt zu befahren und laesst die meisten die es trotzdem tun halt auch mal in den Graben abkommen oder laengere ungemuetliche Pausen mit kaputten Reifen oder gar Felgen einlegen.
    Die meisten Menschen versuchen jedoch diese Strasse erst mit Sommerreifen im Spaetherbst anzugehen, manchmal sogar in einem getunten Auto (Kredit)- sie erfrieren dann oft, drehen aber meist doch einfach um und schliddern dann mit heftig verbeultem Auto wieder runter- sie entscheiden sich dann fuer immer in der Pension in Soelden zu bleiben (LV, Sparbuch&co).
    Die gut ausgeruesteten Experten dagegen versuchen idR Abkuerzungen fuer den Weg nach oben zu nehmen- sie muessen aber dann meist doch wieder auf die Hauptstrasse zurueck und kommen so halt viel langsamer voran als wenn sie gleich auf ihr geblieben waeren. Diesen Experten ist das jedoch egal, da sie ihre auf hoechst angenehmen Niveau stattfindende Expedition gesponsort bekommen. Fuer sie ist der Weg das Ziel denn Fahrtzeit, Spritgeld, Kost incl. Chateau Petrus und 5 Sterne Logis in Obergurgl mit Wellness und reichlich Taschengeld kriegen sie ja von ihren (einfaeltigen) Passagieren bezahlt!

  • In einer digitalisierten Welt ist alles Information, auch Wertpapiere. Das, was wir Wert und Risiko nennen, ist kurzfristig durch Handelssysteme gemessene Information. Finanzmarkt: It from Bit. Information ist elementarer als der Finanzmarkt selbst - und rechenbar. Wer von Informationseffizienz redet, sollte erst mal für sich herausfinden, was Information ist. 97% der Anleger glauben nämlich immer noch, dass jeden Abend ein Geldtransporter vorfährt, und "seine" Überweisung tätigt.