Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Branchen in der Krise Die Börse steht Kopf

Was derzeit an der Börse vor sich geht, hat keiner vorhergesehen. Seit Wochen steigen die Kurse rasant. Ausgerechnet Bankaktien und konjunkturabhängige Titel legen am meisten zu. Dagegen machen Pharma-, Telekom - oder Energiewerte den Anlegern wenig Freude. Auf welche Branchen Anleger jetzt setzen sollten.
Blick auf den Handelssaal der Frankfurter Börse. Quelle: dpa

Blick auf den Handelssaal der Frankfurter Börse.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Die defensiven Branchen waren von vielen Experten als besonders krisensicher angepriesen worden. Weit gefehlt. Das zu erwartende Muster, nach dem die defensiven Werte in einer Rezession besser abschneiden als Zykliker, sei "auf den Kopf gestellt" worden, stellt die WestLB verwundert fest.

Trotzdem wollen viele Analysten ihre Prognosen nicht ändern. Die meisten setzen weiter auf Unternehmen, die weniger abhängig von Konjunkturzyklen sind. Wenn man den Experten glauben darf, dann handelt es sich bei der jüngsten Erholung nur um ein Strohfeuer - eine Bärenmarktrally. "Börsen haben häufig die Eigenschaft, einige 'Frühstarts' hinzulegen", sagt Carsten Klude von M.M. Warburg. Nicht jede kleine Kurserholung deute auf eine Trendwende hin.

Einen wirklichen Grund für die Kursgewinne gibt es tatsächlich nicht. Die Welt hat sich in den letzten Wochen nicht wesentlich verändert. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gehen inzwischen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in Deutschland 2009 um sechs Prozent einbrechen dürfte. "Anleger sollten daher nicht davon ausgehen, dass die Börsenrally der vergangenen Wochen in demselben Tempo weitergeht", sagt Markus Wallner, Aktienstratege bei der Commerzbank. Die Quartalszahlen vieler Unternehmen seien immer noch mies.

Die Krise hat die Unternehmen längst erfasst. Zuletzt hat die Deutsche Telekom unangenehm überrascht. Nach enttäuschenden Zahlen ging die T-Aktie auf Talfahrt. Mittlerweile sind die Papiere für unter neun Euro zu haben.

Ein Gutes aber haben die Quartalszahlen: Die Zeit, in der die Börse mit vollkommen überzogenen Gewinnerwartungen gerechnet hat, ist vorbei. Noch vor einem halben Jahr wusste niemand so genau, wie stark die Finanzkrise auf die Unternehmensbilanzen durchschlagen würde. Nur sehr zögerlich passten die Experten ihre Gewinnschätzungen der Realität an. Doch nachdem die meisten Konzerne in den vergangenen Tagen die Zahlen für das erste Quartal auf den Tisch gelegt haben, wissen die Anleger, woran sie sind.

Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen