Buffetts Strategie Auf der Spur des Superinvestors

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„Kaufe Aktien – und verkaufe nie“

Allerdings schaut Buffett nicht nur auf die Zahlen, zumindest nicht mehr. Seine Strategie hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt. Waren es anfangs ausschließlich die Angaben in den Unternehmensbilanzen, die den Investor interessierten, prüft er mittlerweile genau, wer an der Spitze des Managements eines Unternehmens steht. Früher sagte Buffett, dass man sich Firmen suchen müsse, die jeder Idiot leiten könne. Denn genau das würde früher oder später passieren. Heute schaut er bei Unternehmen, die aus seiner Sicht interessant sind, genau darauf, dass eben kein Idiot das Sagen hat.

Ein Chef muss nicht nur fachlich perfekt sein, auch der Charakter muss stimmen. Man müsse ihn mögen, sagt Buffett. Der Investor aus Omaha stellt hohe Anforderungen. Das dürfte auch erklären, warum seit Jahren spekuliert wird, wer ihm nachfolgen wird, wenn der mittlerweile 81-Jährige sich irgendwann von der Spitze bei Berkshire Hathaway, seiner Investmentfirma, zurückzieht.

Natürlich sieht die Strategie in Wahrheit etwas komplizierter aus, als hier beschrieben. So leicht ist es nicht, das perfekte Unternehmen, die perfekte Aktie zu finden. Ein paar Kennzahlen kommen noch hinzu; und fast noch wichtiger: die Disziplin, die Regeln durchzuhalten, auch wenn es mal nicht so rund läuft. Geduld ist eine Tugend. „Kaufe Aktien günstig“, sagt Buffett – „und verkaufe nie.“

Wer wissen will, wie die Buffett’sche Anlagestrategie im Detail funktioniert, wird bei Hagstrom fündig. Als Beispiele dienen meist Buffetts Investments in Gillette, Coca-Cola und die Washington Post.

Schade ist, dass die Fallbeispiele etwas alt sind.

Die meisten liegen mehr als zehn Jahre zurück. Es sind Standard-Beispiele, die in sämtlichen Büchern über Buffett beschrieben wurden. In einer vollständig überarbeiteten Ausgabe wäre sehr viel interessanter gewesen zu erfahren, wie Buffett sich in den letzten Jahren, der Zeit der großen Finanzkrise, positioniert hat. Sein Einstieg bei Goldman Sachs etwa. Oder bei der angeschlagenen Bank of America.

„Aktien kaufen, Immobilien nicht“

In den USA haben Kritiker dem Autor zudem vorgeworfen, er habe das Buch nur geschrieben, um sich interessant zu machen; sozusagen als Marketing-Maßnahme, damit die Leute in Hagstrom einen Schüler von Buffett sehen – und dem Portfoliomanager Robert G. Hagstrom bereitwillig Geld anvertrauen. Andere kritisieren, Hagstrom habe Buffett nie selbst getroffen, während er das Buch schrieb, stattdessen nur aus den Jahresberichten von Berkshire Hathaway zitiert. Die Vorwürfe muten kleinlich an – verglichen mit dem großen kommerziellen Erfolg, den das Buch in den USA hatte.

Unter dem Strich bleibt: Hagstrom hat Buffetts Anlagestrategie sehr systematisch zusammengefasst. Davon dürfen sich nun auch die deutschen Leser überzeugen – auch hierzulande hat der legendäre Investor jede Menge Fans.

Übrigens: Eines hat Buffett nicht ganz geschafft. Seine erste Million soll er erst Anfang der 1960er-Jahre gemacht haben, also kurz nach seinem 30. Geburtstag.

Zum Weiterlesen:

Robert G. Hagstrom

Warren Buffett. Sein Weg, seine Methode, seine Strategie

Börsenbuch Verlag, Kulmbach 2011

317 Seiten

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8 Kommentare zu "Buffetts Strategie: Auf der Spur des Superinvestors"

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  • Buffett hat selbst gesagt er wird mit 35 Millionär, nicht mit 30 wie hier beschrieben.
    Nachzulesen ist dies in dem von Alice Schroeder verfassten Werk "Das Leben ist wie ein Schneeball". Alice Schroeder traf Buffett im Gegensatz zu Hagstrom persönlich und besprach solche Details mit ihm.

  • Geben Ihnen vollkommen recht. Die Zeiten des Herrn Buffet sind lange vorbei. Das sieht man am Aktienkurs seines Berkshire H., seit 10 Jahre nichts passiert außer einer hohen Schwankung.
    Was nützt mir alles Wissen, wie es vor über 10 Jahren gültig war.

  • Wann imm man der Fratze des raffgierigen Kapitals eine Maske aufsetzen will bedient sich der Obama des Orakels of Omaha.

  • Intelligentester Beitrag. Danke dafür! Schon so ein Beitrag kann reich machen. In Zeiten wie diesen: PC,s die Kurse zum Einbruch bringen können...uvm

  • Ich denke nicht, dass man Buffetts Aufstieg heutzutage kopieren kann.

    Seine große Zeit war die vor dem Triumph des Computers, als man durch die Ansammlung von Wissen über Firmen einen Vorteil gegenüber schlechter informierten Investoren ergattern konnte. Buffett war damals sein eigener Computer.

    Heute besitzt Buffett eine Unmenge an Insiderwissen und Expertise (von seiner Erfahrung abgesehen), die man als Normalmensch nicht bekommen kann.

    Dennoch kann man einiges von Value-Investoren lernen. Ein bisschen KGV, ein bisschen KBV (beides über einen längeren Zeitraum betrachtet); Aktien von Firmen, deren Geschäftsmodell man versteht; eher Firmen, die einfache Güter des täglichen Bedarfs herstellen; "langweilige" Firmen aus reifen Branchen, keine Geheimtipps aus sich entwickelnden Branchen.

    Das sind die Grundlagen für eine seriöse Anlagestrategie, die auch ein normal informierter Mensch praktizieren kann. Immer schön billig kaufen mit Sicherheitsbstand zum sog. inneren Wert. Und Geduld an den Tag legen.

    So, jetzt könnt ihr euch das Buch sparen. Meine Kontonummer erhaltet ihr beim Handelsblatt. :-D

  • Ich habe die alte Auflage von Hagstorms Buch gelesen. In der Tat das Buch ist lesenswert. Hagstrom versucht Buffets Strategien aus einer akademischen Sicht zu erklären. Mit anderen Worten er interpretiert Buffet aus seiner Sicht. Sein Rechenmodell, welches er glaubt von Buffet zu sein, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Ich habe es bei vielen Unternehmen ausprobiert und festgestellt, dass die Unternehmen zu teuer berechnet werden, als sie tatsächlich Wert sind. Das Problem liegt bei der Abzinsungsfaktor, welches Hagstrom vorschlägt.( Er nimmt den Zinssatz der 10jährigen US-Anleihen).Leider sehr irreführend für angehende Investoren, die Buffet als Vorbild haben wollen. Buffets Analysen sind kompliziert, auch wenn er persönlich behauptet, es sei sehr leicht. Allein das Management oder die Zukunftsaussichten eines Unternehmen zu analysieren ist eine Kunst für sich.

  • Das Buch von Hagstrom ist durchaus lesenswert. Insbesondere was die fokussierte Anlagestrategie betrifft. Nur wenige Gute ins Töpfchen.
    Noch besser: Wertpapieranalyse und "Der intelligente Investor" von Buffets Lehrmeister Benjamin Graham. Und da gibt es auch noch Peter Lynch. "Der Börse einen Schritt voraus". Sehr gutes Buch auch für Einsteiger. Mein Lieblingsbuch, weil sehr leicht verständlich Buffets, Grahams und Lynchs Strategien erklärt werden, sind "die besten Anlage-Strategien" von Volker Gelfarth.
    Kostolany ist die Kür, weil unterhaltsam. Und als Nachspeise "Technische Analyse" von John Murphy. Bringt Schwung ins Depot. Natürlich gibt es noch mehr richtig gute Lektüre zu diesem Thema, aber diese Bücher haben mir sehr geholfen. Und ich lese sie immer wieder und frische mein Wissen auf.

  • Wer sich etwas Zeit nimmt, lernt etwas über die grundsätzlichen Regeln für ein erfolgreiches Investment - für welche persönlichen Ziele auch immer. Es gibt für jeden die richtige Strategie! Und es gibt keine absolute Sicherheit, selbst die Einlagensicherung hat bei einer wirklich tiefen Bankenkrise keine Wirkung, da viel zu viel virtuelles Geld da ist! Wenn man das einmal verstanden hat, hat man schon viel gewonnen!

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