Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Buffetts Strategie Auf der Spur des Superinvestors

Seite 2 von 3:
So investiert Buffett

Anfang der 80er-Jahre begann der Autor seine Ausbildung bei der Vermögensverwaltung Legg Mason. Von Buffett hatte er noch nie gehört, doch das sollte sich schnell ändern. Sein Erweckungserlebnis hatte Hagstrom während der nächtlichen Lektüre eines Jahresberichts von Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, verfasst von Warren Buffett persönlich. „Als ich die Lektüre des Berichts (...) fortsetzte, begann sich die gesamte Welt der Geldanlage, die mir immer noch irgendwie mysteriös erschien, zu öffnen“, schreibt Hagstrom. „In jener Nacht enthüllte mir Warren Buffett in einem Offenbarungserlebnis die innere Natur der Geldanlage.“

Buffett war zu dem Zeitpunkt bereits eine Bekanntheit. Für Aufsehen hatte sein Einstieg bei der Washington Post gesorgt. In den 80er-Jahren sollte der vielleicht größter Coup folgen: die Beteiligung an der Coca Cola Company. Buffett gab dafür gut eine Milliarde Dollar aus. Heute sind die Anteile rund 14 Milliarden wert.

Die ersten Kapitel in Hagstroms Buch handeln davon, wie Buffett reich wurde, die nächsten davon, warum er reich wurde. Das ist der für Anleger spannende Teil.

Denn am Ende läuft doch alles auf die Frage hinaus: Kaufe ich eine Aktie oder lasse ich es bleiben? Wobei Buffett sagen würde, dass er keine Aktien kauft, sondern ein Unternehmen. Buffett sagt: „Es ist schlecht, wenn man abends zu Bett geht und dabei an den Preis einer Aktie denkt. Wir denken an den Wert und an die Ergebnisse von Unternehmen.“ Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied; er trennt den Spekulanten vom Anleger.

Buffett sucht immer nach dem inneren Wert von Unternehmen. Was eine Aktie an der Börse kostet, ist ihm erst einmal egal. Er schaut sich Unternehmen an, deren Geschäftsmodell er einschätzen kann. Wenn das Unternehmen beständige Erträge abliefert und dies aller Wahrscheinlichkeit in Zukunft so bleibt, dann lässt sich der wahre Wert einigermaßen zuverlässig hochrechnen.

Zunächst berechnet Buffett den gesamten Gewinn, der über die Lebensdauer eines Unternehmens wahrscheinlich anfallen wird und zinst diese Summe mit einem passenden Diskontierungssatz ab. Wichtig: Buffett nimmt für seine Berechnungen nicht den Gewinn her, den das Unternehmen als solchen ausweist, sondern das, was er „Owner Earnings“ nennt – den Netto-Cashflow, bereinigt um die Kapitalaufwendungen.

Hat Buffett den Wert ermittelt, vergleicht er ihn mit dem Preis, den die Firma an der Börse kostet. Wäre die Börse restlos rational, dann dürfte es keinen Unterschied zwischen Wert und Preis geben. In Wahrheit gibt es sehr wohl einen – und Buffett ist damit reich geworden.

Stellt der Investor fest, dass ein Unternehmen am Markt unter Wert gehandelt wird, dann greift er zu. Er hofft darauf, dass sich der Preis über die Jahre dem Wert annähert. Bei Buffett hat das oft genug funktioniert. „Der Preis ist das, was man bezahlt. Der Wert ist das, was man dafür bekommt“, sagt er.

Was kommt nach Warren Buffett?

Finance Briefing
„Kaufe Aktien – und verkaufe nie“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Buffetts Strategie - Auf der Spur des Superinvestors

8 Kommentare zu "Buffetts Strategie: Auf der Spur des Superinvestors"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Buffett hat selbst gesagt er wird mit 35 Millionär, nicht mit 30 wie hier beschrieben.
    Nachzulesen ist dies in dem von Alice Schroeder verfassten Werk "Das Leben ist wie ein Schneeball". Alice Schroeder traf Buffett im Gegensatz zu Hagstrom persönlich und besprach solche Details mit ihm.

  • Geben Ihnen vollkommen recht. Die Zeiten des Herrn Buffet sind lange vorbei. Das sieht man am Aktienkurs seines Berkshire H., seit 10 Jahre nichts passiert außer einer hohen Schwankung.
    Was nützt mir alles Wissen, wie es vor über 10 Jahren gültig war.

  • Wann imm man der Fratze des raffgierigen Kapitals eine Maske aufsetzen will bedient sich der Obama des Orakels of Omaha.

  • Intelligentester Beitrag. Danke dafür! Schon so ein Beitrag kann reich machen. In Zeiten wie diesen: PC,s die Kurse zum Einbruch bringen können...uvm

  • Ich denke nicht, dass man Buffetts Aufstieg heutzutage kopieren kann.

    Seine große Zeit war die vor dem Triumph des Computers, als man durch die Ansammlung von Wissen über Firmen einen Vorteil gegenüber schlechter informierten Investoren ergattern konnte. Buffett war damals sein eigener Computer.

    Heute besitzt Buffett eine Unmenge an Insiderwissen und Expertise (von seiner Erfahrung abgesehen), die man als Normalmensch nicht bekommen kann.

    Dennoch kann man einiges von Value-Investoren lernen. Ein bisschen KGV, ein bisschen KBV (beides über einen längeren Zeitraum betrachtet); Aktien von Firmen, deren Geschäftsmodell man versteht; eher Firmen, die einfache Güter des täglichen Bedarfs herstellen; "langweilige" Firmen aus reifen Branchen, keine Geheimtipps aus sich entwickelnden Branchen.

    Das sind die Grundlagen für eine seriöse Anlagestrategie, die auch ein normal informierter Mensch praktizieren kann. Immer schön billig kaufen mit Sicherheitsbstand zum sog. inneren Wert. Und Geduld an den Tag legen.

    So, jetzt könnt ihr euch das Buch sparen. Meine Kontonummer erhaltet ihr beim Handelsblatt. :-D

  • Ich habe die alte Auflage von Hagstorms Buch gelesen. In der Tat das Buch ist lesenswert. Hagstrom versucht Buffets Strategien aus einer akademischen Sicht zu erklären. Mit anderen Worten er interpretiert Buffet aus seiner Sicht. Sein Rechenmodell, welches er glaubt von Buffet zu sein, ist allerdings mit Vorsicht zu genießen. Ich habe es bei vielen Unternehmen ausprobiert und festgestellt, dass die Unternehmen zu teuer berechnet werden, als sie tatsächlich Wert sind. Das Problem liegt bei der Abzinsungsfaktor, welches Hagstrom vorschlägt.( Er nimmt den Zinssatz der 10jährigen US-Anleihen).Leider sehr irreführend für angehende Investoren, die Buffet als Vorbild haben wollen. Buffets Analysen sind kompliziert, auch wenn er persönlich behauptet, es sei sehr leicht. Allein das Management oder die Zukunftsaussichten eines Unternehmen zu analysieren ist eine Kunst für sich.

  • Das Buch von Hagstrom ist durchaus lesenswert. Insbesondere was die fokussierte Anlagestrategie betrifft. Nur wenige Gute ins Töpfchen.
    Noch besser: Wertpapieranalyse und "Der intelligente Investor" von Buffets Lehrmeister Benjamin Graham. Und da gibt es auch noch Peter Lynch. "Der Börse einen Schritt voraus". Sehr gutes Buch auch für Einsteiger. Mein Lieblingsbuch, weil sehr leicht verständlich Buffets, Grahams und Lynchs Strategien erklärt werden, sind "die besten Anlage-Strategien" von Volker Gelfarth.
    Kostolany ist die Kür, weil unterhaltsam. Und als Nachspeise "Technische Analyse" von John Murphy. Bringt Schwung ins Depot. Natürlich gibt es noch mehr richtig gute Lektüre zu diesem Thema, aber diese Bücher haben mir sehr geholfen. Und ich lese sie immer wieder und frische mein Wissen auf.

  • Wer sich etwas Zeit nimmt, lernt etwas über die grundsätzlichen Regeln für ein erfolgreiches Investment - für welche persönlichen Ziele auch immer. Es gibt für jeden die richtige Strategie! Und es gibt keine absolute Sicherheit, selbst die Einlagensicherung hat bei einer wirklich tiefen Bankenkrise keine Wirkung, da viel zu viel virtuelles Geld da ist! Wenn man das einmal verstanden hat, hat man schon viel gewonnen!

Serviceangebote