Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Crash von 1987 Die Mutter aller Börsenpannen

Seite 2 von 4:
Der Präsident ist alarmiert

In der Woche vor dem Schwarzen Montag waren die Aktienkurse bereits gefallen, die Umsätze deutlich gestiegen. Die Händler hatten viele Verkaufsaufträge bis zum Börsenschluss am Freitagabend nicht mehr ausführen können. Am handelsfreien Wochenende kamen Gerüchte über eine neuerliche Zinserhöhung der Notenbank auf – die hatte schon sieben Mal in diesem Jahr die Zinsen erhöht und damit für Nervosität an den Märkten gesorgt.

Alle Zutaten für einen Kursrutsch waren da. Dennoch: Einen konkreten Auslöser für den Crash vor 25 Jahren gab es nicht. Als die Börsen am Montagmorgen öffneten, gerieten die Kurse unter Druck. Die Welle an Verkäufen kam ins Rollen – und verselbständigte sich. Schon nach wenigen Minuten waren die technischen Systeme an der Wall Street überlastet. Aufträge konnten nur mit Verzögerung ausgeführt werden, wenn überhaupt. Das verstärkte die Panik.

Nicht nur der Präsident – Ronald Reagan regierte im Weißen Haus – war alarmiert. Doch auch er konnte über die Ursachen nur rätseln. Reagan beteuerte, der Wirtschaft des Landes gehe es gut.

Erst später wurde klar, dass die zu jener Zeit schon aktiven Handelscomputer eine unrühmliche Rolle bei dem Crash gespielt haben mussten. Der damalige Chef der New Yorker Börsenaufsicht SEC, David S. Ruder, sagte später, steigende Zinsen und ein hohes Handelsdefizit hätten zu den Massen-Verkäufen beigetragen. Der seinerzeit beliebte Programmhandel - eine Art Vorläufer des heutigen Algo-Tradings - habe aber alles noch verschlimmert.

Ein Frankfurter Aktienhändler, der seinerzeit auf dem Parkett arbeitete und heute immer noch Aktien handelt, sieht das genauso: „Schon damals haben einige gesagt: ‚Mensch, jetzt schalte doch mal die Computer aus!'“ Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank erinnert sich: „Der Crash war vollkommen übertrieben. Was da abgegangen war, hatte mit der Wirtschaftslage nichts zu tun. Sachlich war das einfach nicht gerechtfertigt. Es handelte sich nur um eine Überhitzung.“

Finance Briefing
Panik in Frankfurt
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Crash von 1987 - Die Mutter aller Börsenpannen

6 Kommentare zu "Crash von 1987: Die Mutter aller Börsenpannen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja und, was will man uns mit dem Bericht jetzt sagen? Künstlich Angst und Panik erzeugen?
    Dann macht man eben über Jahre mehrere 100%, und verliert vielleicht in dem 1 Jahr mal wieder 30% davon.

    Qualitäts-Aktien gehören jedenfalls in jedes gut diversifizierte und strukturierte Portfolio. Es gibt nachweislich KEINE bessere Asset-Klasse zum langfristigen (15, 20 Jahre oder länger) Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien. In mageren Jahren ernährt man sich halt von der bzw. hat man ja immer noch die Dividende.

  • Öftere Börsenbeben sind das beste. Die Notenbanken sollten eigentlich niemals intervenieren. Desto öfters kleinere Beben gibt, desto weniger große Börsenkräche wird es geben. Jetzt ist wieder Zeit, dass die Kurze purzeln.

  • Was auch immer zwischen 1987 und 2012 geschehen oder auch nicht geschehen ist - eines ist sicher:
    Einen solchen Verschnitt aus aufgebauschtem Börsen-Nonsens und halbherziger Recherche mit Reflexbedienung von Vorurteilen hätte es im handelsblatt von 1987 niemals - ich betone: niemals - gegeben.
    Der Artikel wäre in dieser Form schlicht nicht erschienen.

  • Die Mutter aller Börsenpannen
    _________________________________________

    Tja, Kinder, das wars dann - nun wo wir das wissen kurz vor Feierabend, nun wird alles besser.

    Und die Lösungen liegen so nahe: Computer abschaffen und selbst nachdenken.
    Oder etwa nicht?

    nice weekend @ all

  • Der Artikel war einfaches Geld für den Journalisten.

    Noch 10mal copy&paste an andere Verlage und er hat sein Monatssoll vielleicht erfüllt.

  • Das Wesen eines jeden Crash ist die Stop-Loss-Order! Wieso nur, Handelsblatt, schiebst du den Schwarze Peter stupid einfach auf die Technik?
    Hinter jedem Trade - computergestützt, oder von Hand mit Kreide auf Schiefer geschrieben - steht ein Mensch, der ihn veranlasst. Der Fehler liegt beim Broker, welcher seinen Computer stur anweist, bei Unterschreiten eines gewissen Wertes weiter zu verkaufen - man nennt das auch die Exponentialfunktion! Es stünde jedem Broker frei, bei 15 % Verlust immer noch zu halten, nur tut dies schlicht niemand.
    Ja, die Tür ist noch immer da, die Tür wird auch immer bleiben! Das dynamische Verhalten chaotischer Systeme ist eines der größten Probleme der theoretischen Physik. Vermutlich wird niemand je vorhersagen können, bei welchem Wert sich innerhalb welcher Zeit ein Index durch Käufe stabilisiert, wenn es vorher zu panikartigen Verkäufen kommt. Allein an der Zeit zwischen zwei Trades liegt es nicht, und am Computer sowieso nicht, wenn man schlauen Programmen dumme Anweisungen gibt!
    Wieso nur, Handelsblatt, schätzt selbst du als Fachzeitschrift nicht, dass der Computer nichts anderes macht als das auszuführen, was ihm Menschen auftragen. Hau doch nicht den Sack, wenn du die Stop-Loss-Order meinst!

Serviceangebote