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Crash von 1987 Die Mutter aller Börsenpannen

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Die Gefahr ist nicht gebannt

An der Deutschen Börse machen Computer fast die Hälfte des Handelsvolumens - täglich rund fünf Milliarden Euro - unter sich aus, blitzschnell, vollautomatisiert, ohne dass ein Mensch seine Finger im Spiel hat. An den US-Börsen soll der Anteil sogar bei knapp 70 Prozent liegen.

Seit einigen Jahren häufen sich die Pannen. Beim sogenannten „Flash-Crash“ im Mai 2010 fiel der Dow Jones innerhalb von Sekunden um 1.000 Punkte, vorübergehend wurden 900 Milliarden Dollar vernichtet. Der automatisierte Handel hat den Crash zwar nicht ausgelöst, ihn aber verstärkt. „Jeder, der versucht, die Rolle der Hochfrequenzhändler beim Flash-Crash klein zu reden, war damals entweder nicht in einem Handelsraum oder hat ein Interesse daran, den Status quo ohne jegliche Regulierung aufrechtzuerhalten“, sagte David Lauer, Berater bei Better Markets, der den Crash im Handelsraum eines Kunden miterlebte. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis das wieder passiere.

Im März dieses Jahres endete der Börsengang der US-Börse BATS Global Markets im völligen Chaos, nachdem die Aktie binnen Minuten von 16 Dollar auf unter einen Cent rauschte. Beim Börsengang von Facebook an der Nasdaq im Mai konnte in der ersten halben Stunde kein Kurs ermittelt werden, weil die Technik überfordert war.

Anfang August kam es erneut zu einer Panne an der New York Stock Exchange (Nyse). Über viele Minuten hinweg gab es extrem hohe Umsätze und heftige Schwankungen bei zahlreichen Aktien. Die Tokioter Börse setzte bereits zwei Mal in diesem Jahr wegen technischer Probleme den Handel aus.

„25 Jahre danach reden wir immer noch über die Auswirkungen der Technologie auf die Märkte und was für Lösungen geschaffen werden könnten, um die Bewegungen einzudämmen”, sagt Ken Leibler, 1987 Präsident der American Stock Exchange und heute Berater. „Mit dem Hochfrequenz-Handel werden gigantische Handelsumsätze getätigt, aber heute geschieht das in Sekundenbruchteilen”, erläutert Leibler. „Das Problem heute ist das gleiche wie damals.“

Der Crash von 1987 trug alle Merkmale der modernen Computerpannen in sich, nur dass heute alles noch schneller vonstatten geht. Das hat auch seine Vorteile. Damals brauchte der Markt Monate, um sich von dem Schlag zu erholen. Nach dem „Flash Crash“ war der Spuk innerhalb eines Handelstags wieder vorbei, die Börse korrigierte fehlerhafte Trades. Zugegeben, das ist nur ein schwacher Trost.

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6 Kommentare zu "Crash von 1987: Die Mutter aller Börsenpannen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja und, was will man uns mit dem Bericht jetzt sagen? Künstlich Angst und Panik erzeugen?
    Dann macht man eben über Jahre mehrere 100%, und verliert vielleicht in dem 1 Jahr mal wieder 30% davon.

    Qualitäts-Aktien gehören jedenfalls in jedes gut diversifizierte und strukturierte Portfolio. Es gibt nachweislich KEINE bessere Asset-Klasse zum langfristigen (15, 20 Jahre oder länger) Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien. In mageren Jahren ernährt man sich halt von der bzw. hat man ja immer noch die Dividende.

  • Öftere Börsenbeben sind das beste. Die Notenbanken sollten eigentlich niemals intervenieren. Desto öfters kleinere Beben gibt, desto weniger große Börsenkräche wird es geben. Jetzt ist wieder Zeit, dass die Kurze purzeln.

  • Was auch immer zwischen 1987 und 2012 geschehen oder auch nicht geschehen ist - eines ist sicher:
    Einen solchen Verschnitt aus aufgebauschtem Börsen-Nonsens und halbherziger Recherche mit Reflexbedienung von Vorurteilen hätte es im handelsblatt von 1987 niemals - ich betone: niemals - gegeben.
    Der Artikel wäre in dieser Form schlicht nicht erschienen.

  • Die Mutter aller Börsenpannen
    _________________________________________

    Tja, Kinder, das wars dann - nun wo wir das wissen kurz vor Feierabend, nun wird alles besser.

    Und die Lösungen liegen so nahe: Computer abschaffen und selbst nachdenken.
    Oder etwa nicht?

    nice weekend @ all

  • Der Artikel war einfaches Geld für den Journalisten.

    Noch 10mal copy&paste an andere Verlage und er hat sein Monatssoll vielleicht erfüllt.

  • Das Wesen eines jeden Crash ist die Stop-Loss-Order! Wieso nur, Handelsblatt, schiebst du den Schwarze Peter stupid einfach auf die Technik?
    Hinter jedem Trade - computergestützt, oder von Hand mit Kreide auf Schiefer geschrieben - steht ein Mensch, der ihn veranlasst. Der Fehler liegt beim Broker, welcher seinen Computer stur anweist, bei Unterschreiten eines gewissen Wertes weiter zu verkaufen - man nennt das auch die Exponentialfunktion! Es stünde jedem Broker frei, bei 15 % Verlust immer noch zu halten, nur tut dies schlicht niemand.
    Ja, die Tür ist noch immer da, die Tür wird auch immer bleiben! Das dynamische Verhalten chaotischer Systeme ist eines der größten Probleme der theoretischen Physik. Vermutlich wird niemand je vorhersagen können, bei welchem Wert sich innerhalb welcher Zeit ein Index durch Käufe stabilisiert, wenn es vorher zu panikartigen Verkäufen kommt. Allein an der Zeit zwischen zwei Trades liegt es nicht, und am Computer sowieso nicht, wenn man schlauen Programmen dumme Anweisungen gibt!
    Wieso nur, Handelsblatt, schätzt selbst du als Fachzeitschrift nicht, dass der Computer nichts anderes macht als das auszuführen, was ihm Menschen auftragen. Hau doch nicht den Sack, wenn du die Stop-Loss-Order meinst!

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