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Crash von 1987 Die Mutter aller Börsenpannen

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Panik in Frankfurt

Die Banken vertrauten ihren automatischen Verkaufsprogrammen, die niemand stoppte. Weltweit stürzten an diesem Tag die Aktienkurse ab. Dass sie in Deutschland „nur“ um gut zehn Prozent fielen, hatte einen einfachen Grund: Den Dax gab es vor 25 Jahren noch nicht. Damit fehlte das Interesse großer internationaler Investoren. In Frankfurt wurde nur zwei Stunden am Tag gehandelt.

Das änderte jedoch nichts daran, dass auch in der Mainmetropole Entsetzen herrschte. „Das war schon heftig. Ich habe nur gedacht, ich muss ein Vorbild sein für meine Händler und darf nicht in Panik ausbrechen", sagt Fidel Helmer, der jetzt Berater bei Hauck & Aufhäuser ist und der 1987 schon seit 17 Jahren an der Börse arbeitete. „Die Informationen kamen am Anfang nur spärlich rein, es ging ja vieles noch über Telefon und Telex. Ich war bis Mitternacht bei der Arbeit, um überhaupt hinterherzukommen. Manche Kollegen haben auch im Büro übernachtet“, erzählt er.

„Die Orderzettel wurden per Hand ausgefüllt und wir kamen mit den Verkaufsaufträgen gar nicht mehr hinterher“, berichtet ein damals 26-jähriger Kollege Helmers. „Wir haben auch nicht realisiert, wie viel Kapital da vernichtet wurde“, fügt er hinzu.

Ein anderer Börsianer, der ein großes Aktienportfolio verwaltete, erinnert sich: „Ich ging zu meiner Freundin und sagte ihr: ‚Ich glaube, ich habe heute richtig viel Geld verloren.‘ Danach habe ich eine Flasche Whisky aufgemacht.“

Eine der ersten Reaktionen auf den Crash von 1987 war die Einführung von automatischen Handelsunterbrechungen. Fortan sollte der Handel für eine bestimmte Zeit gestoppt werden, sobald die Kurse mehr als zehn Prozent fallen.

Das kann den Handel für den Moment entschleunigen. Dennoch wäre es reichlich naiv, zu glauben, es gebe die totale Sicherheit vor einem Computer-Crash. Zwar sind die Rechner der Börsenbetreiber um ein Vielfaches leistungsfähiger und schneller geworden, die der Trader allerdings auch.

Sie bombardieren die Handelsplattformen mit einer unvorstellbaren Zahl an Aufträgen, genauso schnell können sie sie wieder zurückziehen. Im Hochfrequenzhandel geht es heute um Sekundenbruchteile. An der Frankfurter Börse vergehen von der Übermittlung der Order über die Verarbeitung bis hin zur Rückmeldung an den Auftraggeber 0,25 bis 0,3 Millisekunden. Ein Mensch kommt da nicht mehr mit. Die Computer – gefüttert mit ausgeklügelten Algorithmen – handeln eigenmächtig.

Finance Briefing
Die Gefahr ist nicht gebannt
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6 Kommentare zu "Crash von 1987: Die Mutter aller Börsenpannen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ja und, was will man uns mit dem Bericht jetzt sagen? Künstlich Angst und Panik erzeugen?
    Dann macht man eben über Jahre mehrere 100%, und verliert vielleicht in dem 1 Jahr mal wieder 30% davon.

    Qualitäts-Aktien gehören jedenfalls in jedes gut diversifizierte und strukturierte Portfolio. Es gibt nachweislich KEINE bessere Asset-Klasse zum langfristigen (15, 20 Jahre oder länger) Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge als Aktien. In mageren Jahren ernährt man sich halt von der bzw. hat man ja immer noch die Dividende.

  • Öftere Börsenbeben sind das beste. Die Notenbanken sollten eigentlich niemals intervenieren. Desto öfters kleinere Beben gibt, desto weniger große Börsenkräche wird es geben. Jetzt ist wieder Zeit, dass die Kurze purzeln.

  • Was auch immer zwischen 1987 und 2012 geschehen oder auch nicht geschehen ist - eines ist sicher:
    Einen solchen Verschnitt aus aufgebauschtem Börsen-Nonsens und halbherziger Recherche mit Reflexbedienung von Vorurteilen hätte es im handelsblatt von 1987 niemals - ich betone: niemals - gegeben.
    Der Artikel wäre in dieser Form schlicht nicht erschienen.

  • Die Mutter aller Börsenpannen
    _________________________________________

    Tja, Kinder, das wars dann - nun wo wir das wissen kurz vor Feierabend, nun wird alles besser.

    Und die Lösungen liegen so nahe: Computer abschaffen und selbst nachdenken.
    Oder etwa nicht?

    nice weekend @ all

  • Der Artikel war einfaches Geld für den Journalisten.

    Noch 10mal copy&paste an andere Verlage und er hat sein Monatssoll vielleicht erfüllt.

  • Das Wesen eines jeden Crash ist die Stop-Loss-Order! Wieso nur, Handelsblatt, schiebst du den Schwarze Peter stupid einfach auf die Technik?
    Hinter jedem Trade - computergestützt, oder von Hand mit Kreide auf Schiefer geschrieben - steht ein Mensch, der ihn veranlasst. Der Fehler liegt beim Broker, welcher seinen Computer stur anweist, bei Unterschreiten eines gewissen Wertes weiter zu verkaufen - man nennt das auch die Exponentialfunktion! Es stünde jedem Broker frei, bei 15 % Verlust immer noch zu halten, nur tut dies schlicht niemand.
    Ja, die Tür ist noch immer da, die Tür wird auch immer bleiben! Das dynamische Verhalten chaotischer Systeme ist eines der größten Probleme der theoretischen Physik. Vermutlich wird niemand je vorhersagen können, bei welchem Wert sich innerhalb welcher Zeit ein Index durch Käufe stabilisiert, wenn es vorher zu panikartigen Verkäufen kommt. Allein an der Zeit zwischen zwei Trades liegt es nicht, und am Computer sowieso nicht, wenn man schlauen Programmen dumme Anweisungen gibt!
    Wieso nur, Handelsblatt, schätzt selbst du als Fachzeitschrift nicht, dass der Computer nichts anderes macht als das auszuführen, was ihm Menschen auftragen. Hau doch nicht den Sack, wenn du die Stop-Loss-Order meinst!

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