Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dark Pools Wie die dunkle Seite der Börse weiter funktioniert

Seite 2 von 2:
Kompliziertes Regelwerk

Es gibt unterschiedliche Ansichten, wie die Lage nach Inkrafttreten der MiFID-Regelung aussehen wird. Europäische Aufsichtsbehörden sind besorgt, dass Dark Pools, die riesige Transaktionen verbergen und schützen sollen, stattdessen durch gestückelte, kleine, algorithmische Handelsgeschäfte ersetzt werden. Sie argumentieren, dass das Abdriften des Marktes in das Verborgene die Kurse an den öffentlichen Börsen weniger genau machen könnte, was die Effizienz der öffentlichen Märkte schwächen würde.

Es geht dabei um einen Anteil von bis zu zehn Prozent am europäischen Aktienhandel, der auf verborgenen Plattformen stattfindet. Dort werden die Kurse nicht angezeigt, bevor ein Aktiengeschäft ausgeführt ist. Das spielt eine Rolle für größere Vermögensverwalter, die häufig mehrere Prozent an den Unternehmen halten, in die sie investieren.

Die MiFID-Vorschriften verhindern, dass eine Aktie in einem Dark Pool gehandelt wird, wenn acht Prozent vom Handelsvolumen innerhalb eines Zwölf-Monats-Zeitraums den Besitzer wechseln. Die Begrenzungen könnten Aufsehern helfen, ihre Position durchzusetzen: Zumindest ein Teil der ins Verborgene abgedrifteten Handelsgeschäfte würde an die öffentlichen Märkte zurückkehren.

Große Handelsgeschäfte werden weiterhin auf verborgenen Plattformen stattfinden unter Nutzung einer von der Europäischen Union genehmigten Ausnahmeregelung. Aber ob Händler mit kleineren Transaktionen periodische Auktionen arbeiten oder einen systematischen Internalisierer verwenden, um ihre Geschäfte im Verborgenen zu halten: Die MiFID-Vorschriften werden jedenfalls zur Komplexität eines bereits fragmentieren europäischen Aktienmarktes beitragen.

„Obergrenzen wie diese, die nicht auf empirischen Studien basieren, sind nicht nützlich, das Verhalten zu ändern“, sagt David Howson, Chief Operating Officer bei Bats Europe. Es werde immer eine Notwendigkeit geben, nicht nur große Blöcke zu handeln, ohne dies dem Markt zu signalisieren, fügt er an.

Howson hofft, dass die periodische Auktionsmethode die Mehrheit vom Aktienhandel, der von Dark Pools verbannt ist, anlocken kann. Auktionen könnten besonders attraktiv sein, weil sie so häufig wie alle 100 Millisekunden stattfinden und Orders nur angezeigt werden, wenn genügend entgegengesetzte Orders da sind, um eine Auktion zu rechtfertigen.

Das trägt dazu bei, zu verhindern, dass vor dem Handelsgeschäft Informationen an den Markt durchsickern, schreibt das Handelsunternehmen Investment Technology Group in einer Studie. „Die meisten Banken und Broker sagen, dass das von Interesse sei“, erklärt Howson. „Wenn wir mit Marktteilnehmern sprechen, sind sie an Auktionen sehr interessiert.“

Wenn systematische Internalisierer die bevorzugte Plattform für Dark Trading nach Einführung der MiFID-Vorschriften werden, wäre das ein Sieg für die großen Banken, deren interne Dark Pools etwa die Hälfte des Dark Trading ausmachen. Banken werden wohl die größten SIs sein, aber die Hochfrequenz-Handelsgesellschaften können ab Januar, dem Startdatum von MiFID, ebenfalls systematische Internalisierer einrichten.

SIs haben ihre Einschränkungen: die Europäische Kommission hat verboten, dass sie für den Abgleich von Orders zwischen Kunden einer Bank verwendet werden. Das bedeutet, dass entweder der Käufer oder Verkäufer in einer Handelstransaktion der Betreiber vom SI sein muss.

„Es ist ganz klar, dass die Obergrenzen dem Dark Trading bei vielen Aktien den Garaus bereiten werden, aber wir könnten sehen, wie systemische Internalisierer und andere Ad-Hoc-Handelsarten aufblühen“, sagt Niki Beattie, ein Berater, der Market Structure Partners in London leitet. „Die Welt entwickelt sich zu etwas anderem und wir wissen nicht, was es sein wird.“

  • Bloomberg
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Dark Pools - Wie die dunkle Seite der Börse weiter funktioniert

0 Kommentare zu "Dark Pools: Wie die dunkle Seite der Börse weiter funktioniert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote