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David Einhorn Der Mann, der Apple das Fürchten lehrt

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Bewundert und gefürchtet

Apple: Die Ernte ist fällig

Seit der Gründung im Jahr 1996 hat Greenlight Capital laut Forbes eine durchschnittliche Rendite von 21 Prozent erzielt. Die Gesellschaft verwaltet knapp acht Milliarden Dollar. Einhorns eigenes Vermögen wird auf 1,2 Milliarden Dollar geschätzt. Doch vermutlich geht es Einhorn gar nicht allein um das Geld. Wer Einhorn kennt, der weiß, dass es für ihn noch andere Motive gibt: Macht und Einfluss.

Der 44-Jährige ist keine imposante Erscheinung, er wirkt unscheinbar. Das Aussehen: jungenhaft. Die Stimme: sanft. Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Einhorn stets mit harten Bandagen kämpft. Er hat ein Vermögen damit gemacht, auf den Niedergang von Firmen zu wetten. Sein größter Coup: Im Jahr 2008 stellte er fest, dass etwas mit den Bilanzen von Lehman Brothers nicht stimmte. Einhorn setzte gegen die Investmentbank, was er auch öffentlich kundtat. Wenige Monate später ging Lehman pleite - der Auslöser für die größte Finanzkrise seit Jahrzehnten.

Seitdem wird Einhorn bewundert und gefürchtet zugleich. Bewundert dafür, dass er seine Aussagen meist auf eine Fülle von Zahlen und Daten stützt, und damit oft richtig liegt. Gefürchtet dafür, dass er ein Unternehmen mit einem Satz in den Abgrund stoßen kann. Auf dem Value Investing Congress in New York im vergangenen Jahr soll Einhorn gewitzelt haben, er sei offenbar schon zu einem Verb geworden („Apparently, Now I'm A Verb“). Eine Aktie „einhornen“ bedeute, dass der Absturz unmittelbar bevorstehe, sobald Einhorn über sie redet, berichtete „Business Insider“.

So erging es zum Beispiel der Versicherung Allied Capital im Jahr 2002 oder kürzlich dem Kaffeeröster Green Mountain. Im Oktober 2011 startete Einhorn seinen Angriff auf Green Mountain, ausgebreitet auf einem Papier von 110 Seiten. Die Aktie verlor daraufhin innerhalb kurzer Zeit die Hälfte an Wert und sie hat sich bis heute nicht davon erholt.

In Großbritannien wurde Einhorn im vergangenen Jahr von der Finanzaufsicht wegen Insiderhandels bestraft. Er habe von Plänen für eine Kapitalerhöhung bei Punch Taverns gehört und daraufhin so schnell wie möglich seine Aktien abgestoßen. Einhorn bestritt die Vorwürfe, zahlte aber die Strafe in Höhe von 7,2 Millionen Pfund.

Nicht nur wenn es darum geht, vom Niedergang eines Unternehmen zu profitieren, ist Einhorn zur Stelle. Er mischt sich auch dann ein, wenn er der Meinung ist, dass sich ein Vorstand nicht genug um die Aktionäre kümmert. Als Anteilseigner von Microsoft forderte er im Mai 2011 auf einer Investorenkonferenz den Rücktritt von Steve Ballmer. „Ballmers Anwesenheit ist das größte Hindernis für die Aktie“, sagte er über den Microsoft-Chef. Ballmer manage den Konzern wie Charlie Brown von den Peanuts. Microsoft blieb standhaft, Ballmer steht immer noch an der Spitze. Allerdings hat sich der Aktienkurs seitdem kaum nach oben bewegt.

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9 Kommentare zu "David Einhorn: Der Mann, der Apple das Fürchten lehrt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Geld ist meiner Meinung nach eh "gestohlen". Wir leben in einem System des Nullsummenspiels. Wie Brecht sagte: "wär ich nicht arm, wärst du nicht reich." Wenn Apple oder andere derartige "Reserven" anhäufen, dann fehlen diese irgendwo jemandem. Denn Fiat Money (€, $ Yen, ...) wird (fast) ausschliesslich durch Kredit geschaffen. Das ist das grösste Betrugs-/Pyramiden der Erde und der Menschheitsgeschichte.

  • Unsinn! Kursreaktionen auf die Ankündigung eines Aktienrückkaufs sind positiv. Steigt der Aktienkurs hiernach wieder an, so kann eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden. Von der nun höheren Dividende (sonst käme es zu einer Verwässerung) profitieren dann die (Alt)Aktionäre zum zweiten Mal.

  • Aktienrückkäufe sind Geldverschwendung! Bringt nur den Managern (Aktienoptionen) etwas! Sollte verboten werden. Da wäre es besser Aktien von anderen Dividenden-Firmen zu kaufen und vielleicht sogar noch Kursgewinne einfahren.

  • Rückkauf eigener Aktien! Das ist eine reine Geldvernichtung und müßte verboten werden.
    Ist nur gut für die Manager die zuvor gratis Optionen auf Aktien bekommen haben. Die Anleger/Miteigentüber werden da nur verarscht.

  • Da der Aktienkurs auf dem tiefsten Stand seit fast 3 Jahren ist, würde ich einen Aktienrückkaufprogramm empfehlen

  • Ein Firmenzukauf ist bei Apple schon lange überfällig!

  • Nur weil ein Unternehmen das Geld nicht in sinnlosen Übernahmen verpulvert, weis es nichts damit anzufangen? Langfristige Strategien sind immer noch nicht bei den Investoren angekommen. Gleichzeitig werden die "Milliardäre" für Ihre langfristigen Investmentstrategien bewundert. Mancher lernt's nie…

  • Ein schlechteres Video mit so einseitiger und vorurteilsbehaftender Meinung habe ich bei Handelsblatt noch nicht gesehen. Wenn eine Kommentar/Meinung veröffentlich wird, dann macht es bitte zukünftig auch als solche kenntlich.
    Schade sonst sind die Meldungen/Berichte für mich immer lesenswert, bzw. auch die Videos sind sehenswert.
    Bitte, Bitte, Bitte Handelsblatt bleibt auf einem hohen Niveau und rutscht nicht ab auf die Zeitung mit den vier Buchstaben.

  • "Doch das Unternehmen hat ein Problem: Es weiß nicht, was es mit dem ganzen Geld anfangen soll."

    Wer soll das denn bitte glauben?