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Dotcom-Blase Ein Rückblick auf wilde Jahre

Ob Hausse oder Baisse: Die Börse spiegelt nie den wahren Wert einer Firma wider. So auch bei der Dotcom-Blase der 90er-Jahre. Ein Rückblick.
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Als Fed-Chef kämpfte Alan Greenspan an forderster Front gegen die Folgen der geplatzten Dotcom-Blase. Quelle: Reuters

Als Fed-Chef kämpfte Alan Greenspan an forderster Front gegen die Folgen der geplatzten Dotcom-Blase.

(Foto: Reuters)

Drei Krisen und eine neue Technik sind die Zutaten für die Dotcom-Blase der 90er-Jahre an den Börsen. Sie erreicht vor genau zehn Jahren ihren Höhepunkt. Auf die Währungskrisen in Asien (1997) und Russland (1998) sowie die Schieflage des milliardenschweren Hedge-Fonds LTCM (1998) reagieren die Notenbanken, allen voran Fed-Chef Alan Greenspan, zuvor mit drastischen Zinssenkungen. Damit vermeiden die Währungshüter Liquiditätsengpässe und einen Abfall der Konjunktur.

Zu dieser Zeit erobert das Internet die Welt: eine Technologie, die das Leben ähnlich wie Eisenbahnen im Börsenboom bis 1874 und Autos im Aufschwung bis 1929 revolutioniert. Höhepunkt des Kaufwahns an der Börse sind die 173 Versteigerungsrunden für die UMTS-Lizenzen. Deutschlands Finanzminister kassiert 50 Mrd. Euro. Am 7. März 2000 erreicht der Dax mit 8 065 Punkten seinen höchsten Stand. Die Stimmung kippt, weil Firmen die Erwartungen nicht erfüllen und Zinserhöhungen Kredite verteuern.

Wieder steuert Greenspan gegen, indem er den US-Leitzins zwölfmal senkt. Doch diesmal verfehlen die Liquiditätsspritzen ihre Wirkung. Die Anschläge am 11. September 2001 und Bilanzfälschungen um Enron & Co. schwächen die Wirtschaft und schicken die Märkte in eine Vertrauenskrise. Kriegs- und Rezessionsängste münden im "irrationalen Abschwung": 2003 sind die einst mit 300 Mrd. Euro bewerteten Firmen am Neuen Markt noch vier Mrd. Euro schwer, der Dax verliert 75 Prozent.

Was bleibt, ist die Erfahrung, dass Aktienkurse weder im Boom noch im Crash den Wert einer Firma widerspiegeln, sondern nur Ergebnis aus Angebot und Nachfrage sind. Die Realwirtschaft hingegen reagiert auf Börsenturbulenzen nachhaltig: Solange die Kurse steigen, verhalten sich Verbraucher und Firmen angesichts der guten Stimmung und ihrer üppigen Buchgewinne ausgabefreudig. Mit der Kurstalfahrt sinkt die Stimmung; Konsum und Investitionen erlahmen.

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