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Uber

Uber, lange Zeit eines der wertvollsten Start-ups der Technologiebranche, will neue Rekorde aufstellen.

(Foto: dpa)

Fahrdienstleister Uber plant den Mega-Börsengang

Der Fahrtenvermittler will an der Wall Street eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar erzielen. Zu den Gewinnern des Börsengangs zählt ein alter Bekannter: Ex-Chef Travis Kalanick.
Update: 12.04.2019 - 00:37 Uhr Kommentieren

New YorkBereits seit Wochen warten die Investoren darauf, dass die Plattform Uber die Pläne für ihr Debüt an der Wall Street veröffentlicht. Nun ist es soweit. Laut des sogenannten S-1-Filings peilt das US-Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden an. Wie viel Geld Uber bei den Anlegern einsammeln will, blieb zunächst ebenso unklar wie das genaue Datum des Börsengangs. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg strebt Uber einen Erlös von rund zehn Milliarden Dollar an.

Den Antrag für den Start an der New Yorker Börse unter dem Symbol „UBER“ stellte der Konzern im Dezember bei der US-Börsenaufsicht SEC.

Der derzeit mit 74 Milliarden Dollar bewertete Fahrdienstleister will neue Rekorde aufstellen. Mit dem angestrebten Börsenvolumen könnte Uber einen der größten Kapitalzuflüsse aller Zeiten verbuchen und selbst das bombastische Wall-Street-Debüt der Alibaba Group von 2014 in den Schatten stellen. Schon in einem Monat wäre Uber damit eine öffentlich gehandelte Firma.

Zu den potenziellen Gewinnern des Wall-Street-Debüts zählen alte Bekannte. Neben dem Fonds SB Cayman 2 Ltd., der 16,3 Prozent der Firmenanteile hält, dürfte auch der frühe Uber-Investor Benchmark profitieren, der 11 Prozent der Firmenanteile besitzt.

In dem Börsenprospekt taucht zudem ein Mann auf, der seit seinem Rauswurf ein wenig in Vergessenheit geraten ist: Travis Kalanick. Der Start-up-Gründer besitzt immer noch 8,6 Prozent der Firma. Alphabet besitzt 5,2 Prozent der Anteile.

Dass Uber den angestrebten Wert erreicht, daran zweifeln die wenigsten. Der Fondsmanager Dan Morgan von Synovus Trust sieht große Chancen für Uber. „Investoren wollen in die weltweit führende Firma investieren“, sagt er. Er erwartet, dass Uber sich künftig zwischen 60 und 65 Prozent der Anteile des 125 Milliarden Dollar schweren US-Mobilitätsmarkts sichert, der kleinere Rivale Lyft käme auf 30 bis 35 Prozent.

Die angestrebte Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar liegt allerdings unter dem ursprünglich von Bankern in Aussicht gestellten Wert von 120 Milliarden Dollar. Wie CNBC unter Berufung auf Insider im Konzern berichtete, steckt der schlechte Start von Konkurrent Lyft hinter den niedrigeren Werten. Der Fahrdienst ging bereits vor zwei Wochen an der Börse. Nach einem kurzen Hoch sank der Kurs um bis zu 20 Prozent unter den Ausgabewert von 72 Dollar, obwohl der Börsengang zuvor mehrfach überzeichnet war.

Die Entwicklung wirft ein schlechtes Licht auf alle Börsen-Nachfolger, auch auf Uber. Besonders streng dürften Investoren auf die hohen Ausgaben des Fahrdienstes blicken. Uber selbst warnte in einem Schreiben an die Börsenaufsicht, angesichts deutlich steigender Kosten werde es „womöglich“ nie dazu reichen, in die schwarzen Zahlen zu kommen.

Uber legt seine Messkriterien vor

Beim Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel ein Minus von 1,85 Milliarden Dollar an. Der Druck profitabel zu werden, wird zunehmen, wenn die Firmen erst einmal öffentlich gehandelt sind, schätzt der Portfolio-Manager Jordan Stuart von Federated Kaufmann. Ein positives Zeichen: Uber verringerte das Minus im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent. Demgegenüber steht ein Umsatz von 11,27 Milliarden Dollar.

In den Börsenunterlagen zeigt der Konzern erstmals, an welchen Kriterien er gemessen werden will. Uber führt die neue Metrik „Monthly Active Platform Consumers“ („MAPC“) ein, die die Zahl der monatlichen Kunden wiedergibt, die eine Fahrt über eines der Angebote auf der Mobility-Plattform angetreten haben – neben Fahrten vermittelt Uber auch Elektroroller und E-Räder – oder den Lieferdienst Uber Eats.

Im vierten Quartal wuchs die Summe der MAPCs um 35 Prozent auf 91 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der einzelnen Trips stieg im vierten Quartal auf 1,49 Milliarden. Im Vorjahresquartal 2017 lag sie noch bei 1,09 Milliarden.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi setzt alles auf die Expansion in neue Märkte. Ende März übernahm Uber den Fahrdienst Careem aus dem Nahen Osten für 3,1 Milliarden Dollar. Laut des stets gut informierten Tech-Blogs „The Informationen“ kommen Uber und Careem gemeinsam auf ein Buchungsvolumen von drei Milliarden Dollar in der Region von Ägypten bis Pakistan.

Uber Eats liefert inzwischen in mehr als 350 Märkten aus. Mit Uber Freight bietet die Plattform ihren Vermittlerservice zudem auch für Lkws an (UberFreight).

Das neue Truck-Geschäft könnte dieses Jahr ein Buchungsvolumen von bis zu zwei Milliarden Dollar erreichen. Das Angebot erweitern Elektro-Tretroller und elektrische Fahrräder vom Start-up Jump, das der Dienst vergangenen März für 200 Millionen Dollar übernommen hatte.

Nach wie vor unklar ist jedoch, wie es mit der Entwicklung selbstfahrender Autos in Ubers „Advanced Technology Group“ (ATG) weitergeht, die von Büros in Pittsburgh, Toronto und San Francisco aus operiert. Ein tragischer Unfall in Tempe, Arizona, im März 2018 brachte die Entwicklung der Roboter-Autos zu einem jähen Stopp.

Selbstfahrende Autos bleiben wichtiger Fokus

Inzwischen testet die Firma die Technologie wieder. CEO Khosrowshahi hat jedoch bereits angedeutet, Uber müsse nicht zwangsläufig alles selbst entwickeln, jedoch Zugriff auf autonome Fahrzeuge haben.

Selbstfahrende Autos sind für Uber ein entscheidender Schritt. Gelingt es einem Konkurrenten vor Uber, zum Beispiel der Alphabet Einheit Waymo, den Fahrer einzusparen, könnte dies die Kosten für Passagiere um bis zu 70 Prozent senken, lautet eine Faustformel der Branche.

Vor einem Jahr kündigte Uber-Chef Khosrowshahi an, seine Firma werde im Jahr 2020 profitabel sein. Bei der nun anstehenden Werbetour für Investoren, der sogenannten Road Show, werden die Banker gespannt verfolgen, ob der Uber-Chef dieses Versprechen hält. Die Tour soll noch diesen Monat beginnen.

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