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Finanzmarktforum Investment Live Welche Investments die Nerven schonen und Rendite bringen

US-Präsident Trump bewegt mit seinen Tweets die Börsen. Bei Handelsblatt Investment Live diskutieren Experten, wie sich Anleger von diesen Schwankungen abkoppeln können.
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Wall-Street-Fachmann Markus Koch (ganz links) im Gespräch mit Ulrich Stephan (Zweiter von links), Sven Afhüppe (Zweiter von rechts) und Christian Steinborn. Quelle: Bildschoen GmbH / Silvia Bunke für Handelsblatt
Investment Live

Wall-Street-Fachmann Markus Koch (ganz links) im Gespräch mit Ulrich Stephan (Zweiter von links), Sven Afhüppe (Zweiter von rechts) und Christian Steinborn.

(Foto: Bildschoen GmbH / Silvia Bunke für Handelsblatt)

LeipzigDonald Trump bleibt auch für einen Börsen-Veteranen wie Ulrich Stephan unberechenbar. Der Leiter der Kapitalmarktstrategie für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank konnte die jüngsten Zolldrohungen des US-Präsidenten via Twitter zunächst gar nicht glauben.

„Ich dachte, das wären Fake News, und ging davon aus, dass es eine gütliche Einigung im Handelsstreit gibt“, sagte er vergangene Woche bei der Veranstaltung „Finanzmarktforum Investment Live“ des Handelsblatts und der Deutschen Bank im früheren Kulturhaus „Haus Leipzig“ der sächsischen Metropole vor rund 500 Gästen. Stattdessen verschärfte Trump den Handelsstreit, der die Börsen zuletzt kräftig durchgeschüttelt hatte: Seit Monatsbeginn hat etwa das wichtigste US-Marktbarometer, der S&P 500, knapp zwei Prozent verloren. Einen großen Teil des Handelsschocks haben die US-Börsen indes wieder wettgemacht.

Ohnehin war es für Anleger in den vergangenen Monaten schwer, mit dem Auf und Ab an den Börsen Schritt zu halten. „Auf den schwächsten Dezember seit der Weltwirtschaftskrise folgte der beste Jahresauftakt seit 50 Jahren“, sagte Wall-Street-Experte Markus Koch, der Moderator des Abends. Anleger müssten sich daran gewöhnen, dass die ruhigen Zeiten an den Börsen vorbei sind.

Zumal die Märkte höchst unterschiedliche Signale senden, wie Markstratege Stephan bemerkte. Die Fundamentaldaten in der Euro-Zone hätten sich eingetrübt. „Die Stimmung in der Industrie ist ausgesprochen miserabel.“ Das treibt Anleger in als krisensicher geltende Bonds wie etwa Bundesanleihen. Gleichzeitig notieren jedoch auch die Aktienmärkte auf extrem hohen Niveaus. Für Stephan stellt sich daher die Frage: „Wissen die Anleihemärkte etwas, was die Aktienmärkte nicht wissen?“

Wer sich weniger abhängig von den kurzfristigen Schwankungen der Börsen machen will, sollte auf Megatrends setzen. Eines dieser Wachstumsfelder ist die Elektromobilität. „Das ist eine große Wette, die mittlerweile gute Anlagemöglichkeiten bietet“, sagte auch Sven Afhüppe, Chefredakteur des Handelsblatts.

Allerdings können Privatanleger nicht überall mitmischen. So hat zuletzt die Aachener Firma Ego Mobile für Furore in der Branche gesorgt. Das Start-up, das als Ausgründung der RWTH Aachen entstanden ist, hat den Streetscooter entwickelt, den ersten elektrischen Lieferwagen für die Post. Und schon bald soll ein vollelektrischer Kleinwagen, der Ego Life, auf den Markt kommen, berichtete Christian Steinborn, Manager bei dem Aachener Start-up.

Steinborn bezifferte den Wert von Ego auf mittlerweile über eine Milliarde Euro. Doch bislang hat das Unternehmen vor allem Risikokapital aus dem Ausland eingesammelt. Fonds, die Start-ups mit Geld versorgen, stehen üblicherweise nur wohlhabenden Privatanlegern offen. Und auch die scheuten in Deutschland die Beteiligung an Risikokapital, kritisierte Steinborn: „Nur wenige sind bereit, das Risiko zu tragen.“ In Deutschland sei es schwer, Wachstumskapital einzusammeln. „Das ist auch eine Mentalitätsfrage“, so Steinborn.

Privatanleger könnten vor allem durch Rohstoffinvestments oder Aktien von Automobilzulieferern vom Trend zur Elektromobilität profitieren, sagte Steinborn. Zu den wichtigsten Rohstoffen für Batterien gehören Lithium, Kobalt und Nickel. Allerdings lassen sich Investments in diese Rohstoffe vor allem über spezialisierte Fonds abdecken. Mit Schaeffler und Continental forschen zwei börsennotierte Automobilzulieferer intensiv an der Elektromobilität.

Steinborn rät aber dazu, die großen deutschen Autobauer nicht vorzeitig abzuschreiben. Die hätten den Einstieg in die E-Mobilität zwar jahrelang verschlafen. „Aber die werden es schaffen“, zeigte er sich überzeugt. „In Deutschland können wir Premium. Und das wird auch so bleiben.“ Signalwirkung hat in diesem Zusammenhang die Entscheidung von VW, in Salzgitter eine Batteriezellproduktion aufzubauen. „Das ist eine Mutmacher-Entscheidung“, sagte Afhüppe.

Ein weiteres, langfristiges Wachstumsfeld lässt sich unter dem Stichwort Digitalisierung zusammenfassen. Darunter fallen für Deutsche-Bank-Chefstratege Stephan Firmen, die etwa im Bereich Künstliche Intelligenz, Robotik oder Industrie 4.0 führend sind. „Das ist ein Langfristtrend, der erhalten bleibt.“

Grob unterteilen lässt sich das Feld der Unternehmen in Hersteller von Hardware und Entwickler von Software. „Die Chiphersteller leiden derzeit unter Überkapazitäten“, warnte Stephan. „Bei der Software spielt im Moment dagegen die Musik.“

Ein weiterer Langfristtrend sind die steigenden Immobilienpreise. Solange die Zinsen niedrig sind, dürfte sich diese Entwicklung ungebrochen fortsetzen, erklärte Stephan. „Wir bauen zu wenig, und die Bauvorschriften machen das Bauen teuer.“ Zudem sei Deutschland auch bei ausländischen Anlegern beliebt. Indes gebe es große Unterschiede zwischen Stadt und Land, betonte Stephan. Zudem stiegen vor allem die Preise für Wohn- und Büroimmobilien.

Eines haben Investments in E-Mobilität, Techfirmen und Immobilien gemeinsam: Sie bieten Anlegern langfristiges Ertragspotenzial – und machen sie damit unabhängiger von den Launen des US-Präsidenten.

Mehr: Im ersten Quartal waren Anleger so zurückhaltend bei Fondskäufen wie lange nicht: Sogar das Interesse am bislang populärsten Segment erstickte.

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