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Fünf Jahre Lehman-Pleite (Teil 4) Der Preis der Niedrigzinsen

Die Notenbanken haben den Crash mit billigem Geld abgewendet. Doch die wahre Herausforderung besteht darin, eines Tages wieder ohne die Notenpresse auszukommen. Die Rechnung zahlen Sparer. Eine Umverteilung ist im Gange.
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Rohstoffbörse in Chicago: Billiges Geld, steigende Kurse. Quelle: Reuters

Rohstoffbörse in Chicago: Billiges Geld, steigende Kurse.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Wenn es so etwas wie einem moralischen Sieger der Finanzkrise gibt, dann ist es Hyman Minsky. Zeit seines Lebens galt er als Außenseiter, abgetan als Untergangprophet. Mit dem Ausbruch der Finanzkrise erlangten die Lehren des eigenartigen Professors ungeahnte Bestätigung

Immer wieder hatte Minsky, Autor des Werks „Stabilizing an Unstable Economy”, beschrieben, wie Krisen aufgrund der zunehmenden Überschuldung der Privatwirtschaft im Zusammenspiel mit den Banken entstehen. Er hielt den Finanzsektor für „von sich aus ruinös“. Auch wenn er selbst von seinem späten Ruhm nichts mehr mitbekam – Minsky starb 1996 –, gab ihm die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers recht. Kommentatoren tauften die Jahrhundertpleite auch den „Minsky-Moment“.

Heute, fünf Jahre nach der Lehman-Pleite, ist die Finanzkrise noch nicht überwunden. Zwar haben die Notenbanken das Schlimmste verhindert, indem sie fast unbegrenzt Geld bereitstellten. Doch die Risiken sind nur verlagert. Die Kapitalmärkte sind abhängiger denn je vom billigen Geld. Investoren sind zu Süchtigen geworden.

Diesen Punkt haben Minsky und andere möglicherweise unterschätzt: Er war der Ansicht, dass sich eine solche Krise am besten durch geld- und fiskalpolitische Anreizprogramme überwinden ließe, solange diese nur schnell genug und in ausreichendem Umfang verfügbar wären; der Staat („Big Government”) und seine Zentralbank („Big Bank”) als Retter in der Not.

„In den fünf Jahren seit der Lehman-Pleite sind die Finanzmärkte der Medizin überdrüssig geworden, die Dr. Minsky empfohlen hat, um die Symptome der kapitalistischen Exzesse zu lindern“, erklärt Bill Gross, Gründer der Investmentgesellschaft Pimco und einer der einflussreichsten Investoren der Welt. Die Geldpolitik der Notenbanken sei so maßlos geworden, dass sie selbst zur Bedrohung werde.

Die meisten Experten sind sich einig, dass es auf dem Höhepunkt der Krise keine andere Alternative gab, als die Geldschleusen zu öffnen. Nach der Lehman-Pleite trauten die Banken einander nicht, sie verliehen kein Geld, weil sie fürchten mussten, dass ihr Geschäftspartner genauso große Löcher in der Bilanz hatte wie sie selbst. Daran waren die Banken selbst nicht ganz unschuldig. Aber ein Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems hätte katastrophale Folgen gehabt, für jeden Kunden einer Bank oder Versicherung.

Die Krise hatte ohnehin schon auf die echte Wirtschaft übergegriffen. Die Politik war machtlos. Allein die Notenbanken konnten etwas dagegen setzen: Sie senkten die Zinsen und machten Geld so billig wie nie. Weil das nicht reichte, ging die US-Notenbank dazu über, Staatsanleihen und Immobilienpapiere aufzukaufen (Quantitative Easing). Bislang hat sie dafür beinahe drei Billionen Dollar ausgegeben, noch kommen monatlich 85 Milliarden Dollar hinzu. Die US-Notenbank ist inzwischen größter Gläubiger des Staates.

Das Ergebnis: Der ganz große Crash ist ausgeblieben. Das Geld kommt allerdings nicht dort an, wo es hin soll.

"Wir nähern uns einem historischen Wendepunkt"
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7 Kommentare zu "Fünf Jahre Lehman-Pleite (Teil 4): Der Preis der Niedrigzinsen"

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  • Die korrupten Volksenteigner der etablierten Volksparteien werden nie mehr meine Stimme erhalten. Um deren vollkommenes Versagen zu erkennen, muß man nicht studiert haben. Aber der Wahlplebs sieht halt lieber Fußball!

  • Rohstoffbörse Chicago: was den uninformierten Schreihälsen von Attac und Konsorten wohl nicht bekannt ist/war:

    http://www.wellenreiter-invest.de/WellenreiterWoche/Wellenreiter130912.htm

  • In einer Inflationswährung, wie dem mittlerweile illegalen Lira-Euro (ohne Regeln und Gesetze), kann nicht "gespart" werden. Die Südländer wollen sich so von den privaten und öffentlichen Schulden befreien. Die Sachewerte, die durch Schulden finanziert wurden, bleiben in Südeuropa erhalten. Somit hat der Sparer in Nordeuropa den Wohlstand in Südeuropa finanziert.

    Denn er wird Jahrzehnte für eine Lebensversicherung, Vermögenswirksame Leistungen, Riester-Rente u.ä. zahlen, aber die Auszahlung wird nur ein Bruchteil der Einzahlunngen sein.

    Eine Alternative ist mit einem Währungskonto z.B. in NOK zu sparen.

  • Ich würde es so formulieren:
    Die Zeit des risikolosen Geldverdienens ist vorbei - und das ist auch gut so.

    Warum soll man beim Sparen Geld verdienen können ? Volkswirtschaftlich erstrebenswert ist es etwas zu unternehmen - sich an etwas unternehmerischen zu beteiligen.

    So gesehen ist für mich das sog. Gelddrucken erst dann problematisch, wenn die zwischen EZB und Kreditnehmer geschalteten Banken Risiken "falsch" bewerten.

    Die eigentliche Inflationsgefahr liegt nicht in den Gütermärkten, sondern in den Märkten in denen Verknappung angezeigt ist. Und der demographische Wandel in sämtlichen Industrieländern sagt mit, dass wir hohe Lohnsteigerungen zu erwarten haben. Diese Lohnsteigerungen werden in Knappheits-Branchen stattfinden - ob wir wollen oder nicht.

  • ..........................
    SPAR- CONTRA RISIKOKAPITAL
    ..........................
    sparer verlieren immer..!!..
    ..
    investoren - besonders am aktienmarkt - können bei
    niedrigen zinsen an der wirschaftsentwicklung parti-
    zipieren.
    die meisten deutschen verschenken ihr geld, weil sie
    es vollkommen falsch anlegen..!!

    falsch

  • Grundübel ist der Einheitseuro, der inzwischen die Sparrücklagen, privaten Rentenvorsorgen und Lebensversicherungen der deutschen Bürger auffrisst!!! Da kann man doch keine Blockpartei, die das zu verantworten hat, mehr wählen! Jetzt bekommt die AfD eine Chance. Ich bin nicht mehr bereit unter politischen Rechtsbrüchen den Euro-Murks zu bezahlen. Weg mit den Blockparteien, die alle enttäuscht haben, weil sie in ihrer Euro- und EU-Welt gefangen sind. Der Blick für die deutschen Bürger ist nicht mehr da. Unwählbar! Die AfD muss es sein.

  • Die Behauptung "Aber ein Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems hätte katastrophale Folgen gehabt" wird auch durch ständiges Wiederholen nicht wahrer. Nur wenn Banken zusammenbrechen können wie andere Untenrhemen auch, ist das System aus sich heraus reparabel. Zudem: Wir haben ein dichtes System mit Bundesbank und Landes-Zentralbanken und diversen Niederlassungen. Die könnten kurzfristig einsprinbgen und die Geldversorgung übenrhemen.