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Gex bündelt börsennotierte Familienunternehmen mit unterschiedlicher Qualität Neuer Börsenindex Gex

Dax und Co. haben mit dem Gex ein neues Familienmitglied. Sein Börsendebüt glückte gestern mit einem Plus von einem Prozent. Der "German Entrepreneurial Index" ist ein Aktienindex für börsennotierte Familienunternehmen.

som HB DÜSSELDORF. Bedingung für die Aufnahme ist, dass die Aktien von Eigentümern geführt werden, die zwischen 25 und 75 Prozent an dem Unternehmen halten. Alle 117 Titel im Gex kommen aus dem Prime Standard, also aus dem Dax, MDax, TecDax oder SDax. Wer dort notiert, muss Quartalsberichte abliefern und Analystenkonferenzen veranstalten.

Der Erfolg börsennotierter Familienunternehmen rechtfertigt den Gex. Zurückgerechnet bis Juni 2002 erzielt er ein Plus von elf Prozent pro Jahr, während der Dax sechs Prozent zulegte. Einzig der MDax - das Segment für mittelgroße Aktien ist seit Jahren der erfolgreichste Index - entwickelte sich etwas besser.

Allerdings gewährt der Gex börsennotierten Familienunternehmen aus dem General Standard ebenso wenig Einlass wie all jenen Aktien, die länger als zehn Jahre an der Börse notieren. Deshalb bleiben prominente wie BMW und erfolgreiche wie der Schmuckhändler Bijou Brigitte, Fielmann oder Fuchs Petrolub dem neuen Index fern.

Die Technische Universität München, die zusammen mit der Deutschen Börse den Gex entwickelte, begründet die umstrittene Zehnjahresregel damit, dass dies "die stärksten Wachstumsjahre für Eigenkapital" seien und Eigentümerfamilien dann erfahrungsgemäß keine Mehrheit mehr besitzen.

Kritiker wie Reinhild Keitel von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre und Vermögensverwalter Walter Sommer von Grossbötzl, Schmitz & Partner meinen indes, dass viele Unternehmen ihre Anleger erst nach Jahrzehnten und durch viel Kontinuität von ihrer Qualität überzeugen, die sie nun im Gex nicht offerieren können.

Fuchs Petrolub beispielsweise gehört zu 23 Prozent der Familie Fuchs, zahlt seit Jahrzehnten eine stattliche Dividende und hat diese nie gesenkt. Binnen eines Jahres hat sich der Kurs fast verdoppelt. In den Gex kommt der weltgrößte Anbieter von Schmierstoffen aber nicht, weil er bereits seit 1992 an der Frankfurter Börse notiert.

Genauso lange wie Fuchs Petrolub ist auch Henkel an der Börse. Dennoch findet das Düsseldorfer Traditionsunternehmen Aufnahme in den Gex. Begründung: Die entscheidenden Stammaktien gibt es erst seit neun Jahren. Demnach wird Henkel 2006 aus dem Gex geworfen.

Ob sich Anleger an den Regeln stören, wird sich zeigen. Die Investmentbank Société Générale ist jedenfalls vom Erfolg überzeugt und bietet seit gestern an der Börse Stuttgart über das Handelssegment Euwax Zertifikate auf den Gex an. Anleger partizipieren damit eins zu eins an der Wertentwicklung des Indexes. Daneben offeriert die Bank drei "Turbo-Zertifikate": Anleger fahren überdurchschnittliche Gewinne ein, wenn der Gex zulegt - und überdurchschnittliche Verluste, wenn er verliert. Für die Wette auf fallende Kurse gibt es bislang noch kein Gex-Zertifikat.

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