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Indexzusammensetzung Dax-Aufstieg brachte Wirecard nur Kursverluste – Bewegung im MDax

Diesmal kommt es zu keinen spektakulären Änderungen bei den wichtigsten Indizes. Das Beispiel Wirecard zeigt, dass der Dax-Aufstieg den Kurs auch belasten kann.
Update: 06.12.2018 - 13:47 Uhr Kommentieren
Der Konzern will seinen Gewinn bis 2025 versechsfachen. Quelle: dpa
Kreditkarte von Wirecard

Der Konzern will seinen Gewinn bis 2025 versechsfachen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Zahlen zeigen eine eindeutige Tendenz. Rund zehn Prozent hat der Dax verloren seit dem 24. September. Etwa 23 Prozent waren es bei der Commerzbank, sogar knappe 30 Prozent bei Wirecard.

Der Vergleich ist deswegen interessant, weil an jenem Montag Ende September etwas lange Zeit Unvorstellbares passiert ist: Die Commerzbank, einst eine Ikone der deutschen Bankenlandschaft und Gründungsmitglied im Dax, musste ihren Platz unter den Top-30 der deutschen Unternehmen räumen. Dafür rückte Wirecard nach, im Vergleich dazu ein Start-Up mit nicht mal zwei Jahrzehnten Firmengeschichte.

Kaum ein Tausch hatte in den vergangenen Jahren für so viel Aufsehen gesorgt wie dieser. Bestenfalls die einstige Siemens-Abspaltung Infineon fand ebenso großes Interesse. Das ist aber weit über ein Jahrzehnt her. Entsprechend viel wurde hineininterpretiert in den Wechsel von der Commerzbank zu Wirecard. Von einem Ende des klassischen Bankwesens war ebenso oft die Rede wie vom radikalen Wandels des Bezahlvorgangs, für den Wirecard steht.

Nach knapp 30 Prozent Kursrückgang innerhalb von zweieinhalb Monaten könnte man meinen, es wäre um Wirecard eine gewisse Ernüchterung am Aktienmarkt eingekehrt. Doch weit gefehlt. „Der auf Handelsunternehmen und Verbraucher ausgerichtete Ansatz mit Bezahllösungen ist einzigartig und wird die langfristigen Wachstumsambitionen des Zahlungsabwicklers stützen“, schrieb Hannes Leitner gerade in einer Studie.

Der Analyst der Schweizer Großbank UBS hält weiterhin ein Kursziel von 220 Euro für realistisch. Gegenüber den gut 135 Euro, zu denen die Wirecard-Aktie am Mittwoch notierte, wäre das ein Plus von 63 Prozent. Womit Leitner längst nicht an der Spitze der Optimisten steht. Sein Kollege Mohammed Moawalla von Goldman Sachs hält sogar weiterhin 250 Euro für möglich. Käme es tatsächlich so, hätte sich der Kurs ausgehend vom derzeitigen Niveau fast verdoppelt.

Dass das Unternehmen aus Aschheim östlich von München ebenfalls noch immer auf der sogenannten „Conviction Buy List“, einer Art hauseigener Empfehlungsliste von Goldman Sachs, steht, liegt auch an den rasanten Wachstumszahlen, mit denen das Management um Firmengründer Markus Braun die Börsianer füttert.

Wenige Tage nach dem Dax-Aufstieg legte er Planzahlen bis ins Jahr 2025 vor. Dann soll sich der Gewinn im Vergleich zu heute versechsfacht haben. Für das laufende Geschäftsjahr hatte das Management Mitte November schon zum dritten Mal seine Prognose angehoben.

Wer nach skeptischen Stimmen zu Wirecard sucht, der wird weit weniger häufig fündig. Markus Friebel von Independent Research gehört zu dieser Minderheit. Er kritisiert die seiner Ansicht nach weiterhin viel zu hohe Bewertung der Aktie. Tatsächlich ist Wirecard mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 47 für dieses und 34 für das kommende Jahr noch immer sehr viel teurer als alle anderen Dax-Werte. Die liegen nach den jüngsten Kursverlusten im Schnitt bei elf.

Selbst davon ist die Commerzbank weit entfernt. Der einstige Dax-Wert bringt es inzwischen nur noch auf ein KGV von weniger als neun für das kommende Jahr. Ein Kaufsignal ist das allerdings nicht mal für spekulative Naturen. Magdalena Stoklosa, Analystin bei Morgan Stanley, hat gerade erst ihr Kursziel für die Commerzbank von 10,50 auf 9,50 Euro gesenkt.

Bei den europäischen Großbanken dürfte sich im kommenden Jahr politische Risiken und eine schwächere Konjunktur als Belastungsfaktoren erweisen, glaubt sie. Wer in diesem Umfeld trotzdem Bankaktien ordern möchte, der sollte auf krisenfeste Dividendenpapiere setzen.

Mit der Ausschüttung an die Aktionäre ist es bei der Commerzbank aber so eine Sache. Zwar sollen für dieses Jahr den Planungen zufolge 20 Cent je Aktie überwiesen werden. Für 2017 wurde aber keine Dividende gezahlt. Davor hatte die Bank im April 2016 erstmals nach acht Jahren wieder eine Dividende an seine Aktionäre ausgeschüttet. 20 Cent je Aktie gab es da für das Jahr 2015. Ab da müssen Aktionäre bereits bis ins Jahr 2007 zurück. Damals gab es einen Euro je Aktie.

Einen so aufsehenerregenden Wechsel gab es am späten Mittwochabend nicht, als der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse zum letzten Mal 2018 zusammen kam. Die Aktien von Carl Zeiss ersetzen im MDax das Ticketingunternehmen Eventim, das in den SDax absteigt.

Dennoch ereignete sich eine Panne, die die Deutsche Börse am Folgetag korrigierte. Erst teilte der Börsentreiber mit, dass der Batteriehersteller Varta die DMG Mori, einen Hersteller von Werkzeugmaschinen, aus dem SDax kegelt. Diese Meldung erwies sich als falsch.

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