Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Marktgerüchte Finanzaufsicht untersucht Kursachterbahn bei Wirecard

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat aufgrund der merkwürdigen Kursturbulenzen der Wirecard-Aktie eine förmliche Untersuchung des Falles eingeleitet. BaFin prüft mögliche Marktmanipulationen nach Falschbericht des Internetdienstes Gomopa. Zwei der Gomopa-Gründer wurden schon 2006 wegen Betrugs verurteilt.
6 Kommentare
Der Kurs von Wirecard, einem Anbieter für elektronische Zahlungslöungen, ist am am vergangenen Dienstag nach Marktgerüchten heftig eingebrochen. Die BaFin prüft mögliche Manipulationen. Quelle: Pressebild

Der Kurs von Wirecard, einem Anbieter für elektronische Zahlungslöungen, ist am am vergangenen Dienstag nach Marktgerüchten heftig eingebrochen. Die BaFin prüft mögliche Manipulationen.

(Foto: Pressebild)

FRANKFURT. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin hat aufgrund der merkwürdigen Kursturbulenzen der Wirecard-Aktie eine förmliche Untersuchung des Falles eingeleitet. "Wir prüfen, ob es Anhaltspunkte für Marktmanipulation in Aktien der Wirecard AG gibt", sagte eine BaFin-Sprecherin. Zu Details könne sie sich jedoch nicht äußern.

Der Kurs des Münchener Zahlungsabwicklers Wirecard war am vergangenen Dienstag um mehr als 30 Prozent eingebrochen. Am Abend zuvor hatte der Internetdienst Goldman, Morgenstern & Partners (Gomopa) berichtet, der in den USA wegen illegalen Online-Glücksspiels verhaftete Deutsche Michael Schütt habe in einem Geständnis Wirecard schwer belastet. Gomopa bezog sich auf einen Bericht der Lokalzeitung "Naples News". Schütt habe ausgesagt, er sei bei illegalen Geldgeschäften direkt vom Wirecard-Vorstand beauftragt worden.

Das Problem an dem Gomopa-Bericht: Er war falsch. Wie Nachfragen des Handelsblattes ergaben, hat die Reporterin, die für die "Naples News" über Schütt schreibt, Wirecard nie erwähnt. Gomopa reagierte auf Nachfragen zögerlich. Erst löschte der Dienst den Hinweis auf die Lokalzeitung, hielt aber den Vorwurf aufrecht, Schütt habe Wirecard belastet. Danach änderte man den Bericht erneut. Nun hieß es, ein Informant von Gomopa verfüge über die fraglichen Details aus Schütts Geständnis.

Dem Handelsblatt liegt inzwischen das amtliche Protokoll von Schütts Geständnis am 23. März vor. Schütt bekennt sich darin schuldig, illegale Geldgeschäfte im Zusammenhang mit Online-Glücksspiel abgewickelt zu haben. Das Wort Wirecard kommt nicht vor. Gomopa hatte zu Wochenbeginn seinen Text erneut geändert und nun behauptet, Schütt belaste "eine Bank". Auf erneute Nachfragen des Handelsblattes war der Bericht dann ganz verschwunden.

Der Kurs von Wirecard hat sich inzwischen fast vollständig erholt. Ein Frankfurter Analyst sagte, für ihn sei klar, dass die Aktie seit Wochen manipuliert werde. Erst verteure sich die Leihe der Aktie, dann komme es zu außergewöhnlichem Handel, danach tauchten plötzlich desaströse Gerüchte auf. Dazu gehöre auch die Anzeige, die vor kurzem bei der Staatsanwaltschaft München einging und Wirecard der Geldwäsche bezichtigt. Es sei offensichtlich, dass Short Seller mit der Wirecard-Aktie Jojo spielen.

Mark Vornkahl, einer der Gründer von Gomopa wies den Vorwurf der Kursmanipulation gestern zurück. Man wolle nur die Wahrheit aufdecken. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Gomopa-Vertreter ins Zwielicht geraten. 2006 wurden Vornkahl und Mitgründer Klaus Maurischat wegen Betrugs an einem Anleger verurteilt. Maurischat gab gestern gegenüber dem Handelsblatt weitere Verurteilungen zu. Es habe sich dabei jedoch nicht um Anlagebetrug gehandelt.

Startseite

6 Kommentare zu "Marktgerüchte: Finanzaufsicht untersucht Kursachterbahn bei Wirecard"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich nutze Gomopa seit einigen Jahren, besonders der S&K Fall war interessant. Ihr Leitmedien habt diese Immobilien-Bande schön geschrieben, erst als alles den Bach runter ging,habt Ihr umgeschwengt.. Gomopa ist genauso wichitg wie das Handelsblatt wie ich finde ;)

  • +++ Kommentar von der Redaktion gelöscht +++

  • Habe bis heute ,fast 2 Jahre nach Kündigung bei wirecard meine korrekte gehaltsabrechnung nicht erhalten der Vorstand Markus Braun hält sich für sehr unantastbar

  • Die Aktie wird sich sehr sicher zeitnah vollstädnig erholen. Die aktuellen Analystenkommentare gehen von einem fairen Kurs, Kursziel von 13,00 bis 15,00 € aus. Das ist eine starke Unterbewertung. 100% sind möglich.

  • Hallo Gerd Liese,
    da steht doch nur: "Maurischat gab gestern gegenüber dem Handelsblatt weitere Verurteilungen zu." Und nicht, dass die such auch noch auf ihrer gomopa-Seite damit offiziell rühmen.

    Was ich etwas komisch finde ist die Aussage "Der Kurs von Wirecard hat sich inzwischen fast vollständig erholt." Die Aktie war bei 10,25 und stürzte dann auf 5,07. Nun hängt sie auf 7,261, das ist noch nicht mal wieder über der Mitte. Eine fast vollständige Erholung stelle ich mir anders vor wie -29% unter dem Hoch.

  • Hm, wie blauäugig muss man sein um zu glauben dass solche Daten freiwillig auf eigenen Websites veröffentlicht werden ? Posting aus dem genannten Unternehmen vielleicht ...? Herr Liese (?)- die bezichtigung das Handelsblatt hätte eine offensichtliche Falschaussage verbreitet ist unbelegt, ziemlich haarsträubend und rechtlich mehr als grenzwertig denke ich. Warum sind sie nicht froh dass Kursmanipulationen bei der Wirecard aufgedeckt wurden ?

Serviceangebote