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Milliardenverluste Justiz: Börsenzocker Kerviel war ein Einzeltäter

Es war eine mehr als dreiste Börsenspekulation - und sie endete mit einem Rekordverlust von fast fünf Milliarden. Dass der Börsenhändler Jérôme Kerviel solche Summen vollkommen ohne Mitwisser bei seiner Bank Société Générale durchziehen konnte, hielt niemand für möglich. Die Pariser Justiz sieht das anders und hat die Bank jetzt von Schuldvorwürfen freigesprochen.
Der Börsenhändler Jérôme Kerviel verursachte einen Schdaen von fast fünf Milliarden Euro. Quelle: ap

Der Börsenhändler Jérôme Kerviel verursachte einen Schdaen von fast fünf Milliarden Euro.

(Foto: ap)

HB PARIS. Der französische Börsenhändler Jérôme Kerviel soll sich als einziger vor Gericht für den mit 4,9 Mrd. Euro größten Spekulationsverlust aller Zeiten verantworten. Seine Bank Société Générale, in deren Namen er das Geld verspekuliert hatte, wurde von den Pariser Untersuchungsrichtern ebenso reingewaschen wie sein Assistent, der ihm bei der Manipulation von Computerdaten geholfen haben soll. Der Prozess werde im ersten Halbjahr 2010 stattfinden, teilte Kerviels Anwalt am späten Montagabend in Paris mit.

Kerviel hatte bei der Société Générale auf die Entwicklung von Aktienindizes wie den deutschen Dax spekuliert und dabei seinen offiziell erlaubten Rahmen weit überschritten. Nach Milliardengewinnen setzte er auf die falsche Entwicklung und verlor. Mit immer höheren Einsätzen versuchte er die Verluste wettzumachen.

Anfang 2008 flog die Affäre auf. Die Bank schloss alle offenen Positionen Kerviels und verbuchte insgesamt einen Verlust von 4,9 Mrd. Euro. In der Folge mussten Konzernchef Daniel Bouton und einige Manager gehen. Kerviel argumentiert, die Bank habe sein Tun gebilligt, solange er Gewinne erzielt habe, und mit vorschnellem Glattstellen der Positionen zur Höhe der Verluste beigetragen. Jetzt drohen Kerviel fünf Jahre Haft sowie 375 000 Euro Geldstrafe wegen Untreue, Dokumentenfälschung und Manipulation von Computerdaten.

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