Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neue Technologiebörse Wertsteigerung bis zu 400 Prozent: Chinas Nasdaq-Konkurrent startet fulminant

Die Technologiebörse Star Market stößt auf riesiges Interesse der Anleger. Alle 25 Unternehmen legten am ersten Handelstag um mehr als 100 Prozent zu.
Kommentieren
25 Technologie- und Forschungsunternehmen sind beim Börsenstart in Schanghai mit dabei. Quelle: ddp/Xinhua/Sipa USA
Eröffnung der chinesischen Technologiebörse Star Market

25 Technologie- und Forschungsunternehmen sind beim Börsenstart in Schanghai mit dabei.

(Foto: ddp/Xinhua/Sipa USA)

Peking Die 25 chinesischen Unternehmen sind klarer Gewinner: Gleich zur Eröffnung der neuen chinesischen Technologiebörse in Schanghai an diesem Montag haben die Aktien der dort erstmals notierten Konzerne – von Chipherstellern bis zu Biotechfirmen – mindestens eine Verdopplung ihres Kurswertes verzeichnet. Anji Microelectronics, das bis zur Mittagszeit einen Gewinn von 415,4 Prozent gemacht hatte, war der klare Sieger unter allen Firmen.

Der Aktienhandelsplatz, der sich an der US-Börse Nasdaq orientiert, soll chinesischen Firmen aus den Zukunftsbranchen mehr Möglichkeiten und Freiheiten beim Einsammeln von Kapital geben. Yi Huiman, der Leiter der Börsenaufsicht, nannte Star Market ein „Pilotprojekt“. Während Investoren am ersten Vormittag knapp sechs Milliarden Dollar in die Tech-Aktien des neuen Segments steckten, erreicht der Wert aller an der Schanghaier Börse gehandelten Aktien rund 4,6 Billionen Dollar.

Mit dem Pilotprojekt Star Market will Peking einen weiteren Schritt in Richtung technologische Selbständigkeit gehen. Bislang notieren die Aktien chinesischer Technologiefirmen an der Wall Street oder in Hongkong. Star Market soll sie zurück aufs chinesische Festland locken. Dies auch vor dem Hintergrund des amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts, in dessen Zentrum insbesondere chinesische Technologiefirmen wie Ant Financial und Huawei stehen.

Insgesamt 140 Technologie- und Forschungsunternehmen haben sich in die Bewerberliste für das neue Börsensegment eingetragen. Das geschätzte Emissionsvolumen erreicht 129 Milliarden Renminbi, umgerechnet etwa 18,7 Milliarden Dollar.

Das neue Börsensegment gilt als der bislang weitreichendste Schritt in der Kapitalmarktreform China und als „Durchbruch in der fast 30-jährigen chinesischen Börsengeschichte“, wie Wang Xiao, Partner bei der Unternehmensberatung PwC in China und Mitglied des Aufsichtsrates für Börsennotierung am Star Market.

Regulierungsvorgaben gelockert

Bei der Registrierung wird das im Westen gängige Verfahren angewendet, bei dem das Unternehmen seine gesamten Umsätze offenlegen muss. Die Schanghaier Börse bestimmt auf dieser Basis über die Zulassung. Neu ist auch, dass zum Zeitpunkt des Antrags die Firmen nicht bereits eine zweijährige Gewinnhistorie vorweisen müssen.

Über den Emissionspreis und das Emissionsvolumen sollen danach allein Angebot und Nachfrage bestimmen. An anderen Handelsplätzen auf dem chinesischen Festland fällt die chinesische Börsenaufsicht die Entscheidung über eine Zulassung und kann auch den Emissionspreis festlegen.

Während Neulinge in Schanghai und Shenzhen nur mit einem maximalen Kurs-Gewinn-Verhältnis des 23-Fachen an den Start gehen dürfen, gibt es am Star Market keine Obergrenze.

Auch die Begrenzung von Kursausschlägen fällt an der neuen Technologiebörse deutlich milder aus als sonst in China üblich: In der ersten Handelswoche wird der Handel bei Ausschlägen von 30 Prozent für zehn Minuten ausgesetzt; nach fünf Tagen gilt dann eine Grenze von 20 Prozent pro Tag. Anderswo in China liegt die tägliche Obergrenze bei zehn Prozent.  

Die Schanghaier Börse gab zudem bekannt, dass man am elften Handelstag nach dem Debüt des 30. Unternehmens einen eigenen Index einführen werde.

Kaum Einstiegsmöglichkeiten für Ausländer

Analysten überrascht der gute Start der neuen Börse daher nicht: „Der anfängliche Handel wird extrem aktiv sein, da die Nachfrage sehr hoch ist“, sagte Zhou Ling, der einen Hedgefonds bei Shanghai Shiva Investment betreut. Zurzeit können aber vor allem professionelle heimische Investoren ins Handelssegment einsteigen: Vorgeschrieben sind Sicherheiten von mindestens einer halben Million Renminbi und der Nachweis von zwei Jahren Börsenerfahrung. Ausländischem Kapital bietet sich kaum die Möglichkeit der Teilnahme. 

Es ist nicht das erste Mal, dass China versucht, eine Börse für wachstumsstarke Unternehmen aufzubauen. 2009 wurde Chinext in Shenzhen ins Leben gerufen; 2013 ging der New Third Board in Betrieb. Doch beide wurden von Betrugsskandalen erschüttert.

Mehr: Der US-Brauereikonzern Anheuser-Busch treibt den Börsengang seines Asiengeschäfts an der Hongkonger Börse voran. Der Konzern könnte bis zu 9,8 Milliarden Dollar einnehmen.

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Neue Technologiebörse - Wertsteigerung bis zu 400 Prozent: Chinas Nasdaq-Konkurrent startet fulminant

0 Kommentare zu "Neue Technologiebörse: Wertsteigerung bis zu 400 Prozent: Chinas Nasdaq-Konkurrent startet fulminant"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote