Private Equity Finanzinvestoren wollen 2016 wieder aktiver werden

5,3 Milliarden Euro haben Beteiligungsgesellschaften im vergangenen Jahr in 1200 Firmen investiert – rund ein Viertel weniger als 2014. Doch im laufenden Jahr wollen die Investoren wieder tiefer in die Tasche greifen.
Die Parfümerie-Kette Douglas war 2015 das größte Beteiligungsgeschäft der Branche in Deutschland. Quelle: dpa
Douglas

Die Parfümerie-Kette Douglas war 2015 das größte Beteiligungsgeschäft der Branche in Deutschland.

(Foto: dpa)

BerlinBeteiligungsgesellschaften haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld in deutsche Unternehmen investiert. Nach Daten des Branchenverbandes BVK steckten sie 5,3 Milliarden Euro Eigenkapital in mehr als 1200 überwiegend junge und kleine Firmen, ein Viertel weniger als 2014.

Das Volumen von Gründungs- und Wachstumsfinanzierungen (Venture Capital) lag mit 780 (2014: 671) Millionen Euro dagegen auf dem höchsten Stand seit 2008. „Das Finanzierungsumfeld ist gut, aber die Zahl der Übernahmekandidaten bleibt überschaubar“, sagte der Sprecher des Vorstands beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), Wilken von Hodenberg, am Montag. „Was fehlt, ist ein Deal mit eineinhalb oder zwei Milliarden Euro Volumen. Dann wären wir wieder auf Rekordniveau.“

Wer am schnellsten zum Milliardär wurde
Alan Sugar
1 von 11

Der britische Business-Tycoon Alan Sugar hatte recht früh seine erste Million auf dem Konto, brauchte aber am längsten, um sein Vermögen in eine Milliarde zu verwandeln.

Millionär: 24 Jahre
Milliardär: 68 Jahre
Aktuelles Vermögen: zwei Milliarden Dollar

Martha Stewart
2 von 11

Wie kaum eine andere Frau steht Martha Stewart für die Fähigkeit von Gründern, sich zu wandeln. Sie startete ganz klein mit ihrem eigenen Gastronomie-Geschäft. Da war sie Mitte 30. 15 Jahre dauerte es bis zur ersten Million. Bis sie die erste Milliarde in der Tasche hatte, sollten weitere 14 Jahre vergehen. Diese verdiente sie durch den Börsengang ihrer Firma „Martha Steward Living Omnimedia”, welche die Markenrechte an ihren inzwischen erfolgreichen Büchern und Kochshows hielt. Damit war sie die erste amerikanische Milliardärin überhaupt. Als die Dotcom-Blase platzte musste sich Stewart allerdings von ihrem Status als Milliardärin verabschieden.

Millionärin: 45 Jahre
Milliardärin: 58 Jahre
Aktuelles Vermögen: rund 220 Millionen Dollar

Warren Buffett
3 von 11

Buffett ist einer der berühmteste Großinvestoren und Mäzen der Welt: Mit 30 Jahren machte er seine erste Million, Milliardär wurde Buffett aber „erst“ 26 Jahre später.

Millionär: 30 Jahre
Milliardär: 56 Jahre
Aktuelles Vermögen: 60,7 Milliarden Dollar

George Lucas
4 von 11

Möge die Macht mit seinen Milliarden sein. Auch der 71-Jährige „Star Wars“-Erfinder George Lucas ist im Ranking aufgeführt. Auch er hat etwas Zeit gebraucht, um so richtig reich zu werden.

Millionär: 34 Jahre
Milliardär: 52 Jahre
Aktuelles Vermögen: 4,9 Milliarden Dollar

Oprah Winfrey
5 von 11

Die berühmte US-Talkshowmoderatorin Oprah Winfrey gehört ebenfalls zu den reichsten Menschen der Welt.

Millionärin: 32 Jahre
Milliardärin: 49 Jahre
Aktuelles Vermögen: 3,1 Milliarden Dollar

Richard Branson
6 von 11

Besser gesagt: Sir Richard Branson, der Oligarch des Virgin-Unternehmens, zu dem unter anderem eine Fluglinie gehört. 17 Jahre hat er für seine erste Milliarde gebraucht.

Millionär: 24 Jahre
Milliardär: 41 Jahre
Aktuelles Vermögen: 4,7 Milliarden Dollar

Bill Gates
7 von 11

Dieser Mann war lange Zeit der berühmteste Reiche der Welt: Microsoft-Gründer Bill Gates. Verglichen mit den Jungmilliardären von heute hat er sich aber beim Vermögensaufbau Zeit gelassen.

Millionär: 26 Jahre
Milliardär: 31 Jahre
Aktuelles Vermögen: 77,6 Milliarden Dollar

Private-Equity-Firmen stemmten in Deutschland 2015 nur drei Milliarden-Transaktionen. Die größte war der Verkauf der Drogeriekette Douglas, die für fast drei Milliarden Euro vom Finanzinvestor Advent an den Konkurrenten CVC weitergereicht wurde. Die Investoren finanzieren Übernahmen in der Regel etwa zur Hälfte über Kredite.

Vielen Private-Equity-Gesellschaften seien die Unternehmen im vergangenen Jahr zu teuer gewesen, sagte von Hodenberg, der ehemalige Vorstandssprecher des Finanzinvestors DBAG. Das dürfte sich 2016 ändern: Nach einer BVK-Umfrage wollen 55 Prozent der Beteiligungsfirmen mehr investieren. Von Hodenberg erwartet, dass die Preise für Unternehmenskäufe in diesem Jahr angesichts der Talfahrt an den Börsen zurückgehen werden.

Mit diesem Portfolio ging der Starinvestor in die Krise

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
Xetra

+0,45 +0,24%
+185,10€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
MunichRe
1 von 46

Warren Buffett hat im vergangenen Jahr seinen Anteil am Rückversicherungskonzern Münchener Rück (MunichRe) von zwölf Prozent auf 4,6 Prozent reduziert. Es ist eine der wenigen bekannten außer-amerikanischen Positionen.

Die 13-F Pflichtveröffentlichungen umfassen nur US-Positionen – und die auch immer nur zum letzten Quartalsstichtag. Die nun veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das vierte Quartal des vergangenen Jahres zum Stichtag 31.12.2015.

Es ist damit das Portfolio, mit dem Buffett in das turbulente Börsenjahr 2016 gestartet ist. Seit Anfang Januar sind die Weltbörsen um mehr als 10 Prozent abgestürzt.

KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01

WKN
ISIN
US49456B1017
Börse
FSE

-0,10 -0,64%
+15,52€
Chart von KINDER MORGAN INC. REGISTERED SHARES P DL -,01
Kinder Morgan
2 von 46

Der Ölpreisverfall konnte Warren Buffet nicht schrecken. Im vierten Quartal 2015 war er groß beim amerikanischen Energie-Giganten Kinder Morgan eingestiegen.

Buffetts Anteile: 26,5 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: unverändert

Chicago Bridge & Iron Co. N.V.

WKN
ISIN
US1672501095
Börse
n. a.

Chart von Chicago Bridge & Iron Co. N.V.
Chicago Bridge
3 von 46

Aus dem Depot geflogen

Den Anteil an Chicago Bridge, einem Anlagenbauer für die Chemie- und Ölindustrie, hatte der Investor zwischen April und Juni reduziert und die Position im dritten Quartal noch einmal drastisch abgebaut. Im viertel Quartal stieß er sie Anteile nun komplett ab.

Buffetts Anteile: 0
Veränderung im vierten Quartal 2015: Anteil um 100 Prozent abgebaut

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
Xetra

+0,82 +0,88%
+93,94€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
4 von 46

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im vierten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: unverändert

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

-0,09 -0,23%
+39,33€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
5 von 46

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält im ersten Quartal 2016 nicht an allen seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der bekennende Cherry-Coke-Fan verkauft fast 1,8 Millionen Anteilscheine. Dennoch gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 398,2 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: minus 0,4 Prozent

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

-0,05 -0,04%
+127,01€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
6 von 46

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im ersten Quartal 2016 baut er die Beteiligung leicht aus, nachdem er sie zuletzt im ersten Quartal vergangenen Jahres um drei Prozent aufgestockt hatte. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 79,54 Millionen
Veränderung im ersten Quartal 2016: +0,2 Prozent

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

+0,30 +0,65%
+46,41€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
7 von 46

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Im ersten Quartal vergangenen Jahres hatte Buffett sein Anteile an Wells Fargo zuletzt leicht aufgestockt, genau so tut er es 2016. Er hält etwa 24 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 478,88 Millionen Stück
Veränderung im ersten Quartal 2016: plus 1,9 Prozent

Bei ihren Investoren sammelten die deutschen Private-Equity-Firmen 2015 mit 1,33 (2,78) Milliarden Euro nur halb so viel ein wie 2014. Das soll sich im neuen Jahr wieder ändern: 28 Gesellschaften wollen laut einer Umfrage des BVK insgesamt 3,1 Milliarden Euro neues Fonds-Kapital einwerben.

  • rtr
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