Ramsch-Aktien Betrüger prellen Anleger um 140 Millionen Dollar

Frisierte Jubelmeldungen, bestochene Broker, falsche Steuerbeamte: Das FBI hat einen der größten Betrugsfälle mit geringwertigen Aktien ausgehoben. Zehntausende Anleger sollen geschädigt worden sein.
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Staatsanwältin Loretta Lynch am Dienstag: Zwei Mitglieder des Betrügerrings wurden bereits verhaftet. Quelle: Reuters

Staatsanwältin Loretta Lynch am Dienstag: Zwei Mitglieder des Betrügerrings wurden bereits verhaftet.

(Foto: Reuters)

New YorkSie nannten sich „Maurizio“, „Robin Cheer“ oder „Panama Joe“. Sie benutzten Wegwerf-Handys aus dem Supermarkt. Ihre Einnahmen wickelten sie über ein weit verzweigtes Kontennetz ab, das bis in den Libanon führte. Und am Ende waren sie um rund 140 Millionen Dollar reicher. Bis das FBI vor der Tür stand und die Männer festnahm.

US-Strafverfolger haben nach eigenen Angaben einen der größten Betrugsfälle mit geringwertigen Akten – sogenannten Penny-Stocks – aufgedeckt. Sieben Männer seien in den USA und Kanada verhaftet worden, zwei von ihnen befänden sich noch auf der Flucht, darunter der Kopf der Bande, sagte die New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch am Dienstag. Ihnen drohen bis zu 20 Jahre Haft, unter anderem wegen Wertpapierbetrugs und Amtsanmaßung.

Der Vorwurf: Mit einem ausgeklügelten System blähten die Betrüger den Wert von Schrottaktien künstlich auf und zockten die geprellten Anleger noch ein zweites Mal ab, indem sie sich als Fachleute ausgaben und Hilfe versprachen. Betroffen sind demnach Zehntausende Investoren in rund 35 Ländern, darunter Irland, Südafrika und China. „Andere sehen in ihnen Bürger dieser Welt, die Beschuldigten sahen nur einen Haufen Ziele“, sagte Lynch.

Nach Ansicht der Strafverfolger unterhielt der Betrugsring ab 2008 ein riesiges „Pump and Dump”-System (etwa: „Aufpumpen und wegwerfen“). So kauften sich die Täter zunächst im großen Stil zum Schnäppchenpreis in dubiose Start-up-Firmen ein. Danach verschickten sie Pressemitteilungen, E-Mails und Botschaften in sozialen Netzwerken, um die Unternehmen anzupreisen.

Zudem bestachen sie laut FBI mehrere Broker, damit diese bestimmte Penny-Stocks für ihre Kunden kaufen. Einer der Täter soll sich sogar mehrmals als Präsident verschiedener Unternehmen ausgegeben haben. Ein anderer belog Aufsichtsbehörden und Ermittler.

Als schließlich genug Investoren auf die Masche hereinfielen, Aktien kauften und damit den Kurs in die Höhe trieben, stießen die Betrüger ihre Papiere mit Gewinn wieder ab. Die Kurse stürzten ab, die Anleger verloren viel Geld.

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5 Kommentare zu "Ramsch-Aktien: Betrüger prellen Anleger um 140 Millionen Dollar"

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  • Seit wann ist "pump and dump" stafbar? Dann müßte ja längst jeder Bankster und die Besitzer der Medienkonglomerate hinter Gittern sein.

    Das Problem dieser Gruppe ist offensichtlich, daß sie nicht zur Hochfinanz gehören und an der Wall St. ihrem Schmarotzertum nachgingen.

  • @ Numismatiker

    Ganz genau!
    Der ganze Hochfinanzzirkus ist auch nichts anderes als eine Finanzbetrugsmafia!
    Nur in grösseren Dimensionen!
    Die "Gelddrucker" sind die grössten Gangster die jemals auf Erden wandelten!
    Und für so ein Dreckpack sollen wir alle arbeiten ??

  • "Frisierte Jubelmeldungen,..." siehe auch :

    "Das Ende der historischen Rezession" (http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/nachrichten/euro-krise-das-ende-der-historischen-rezession-/8636800.html"

  • Der einzige Unterschied zu GS ist das GS Politiker kauft und sich damit jeder Strafverfolgung entzieht.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. .

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