Stimmung eingetrübt Dax-Ausblick: Dunkle Wolken ziehen auf

Das Börsenbild verdüstert sich. Konjunkturzahlen aus den USA signalisieren schlechte Stimmung, und in Europa macht der starke Euro exportorientierten Unternehmen zu schaffen. Keine guten Vorzeichen für die kommende Börsenwoche, in der zudem weitere Nachrichten von der Konjunkturfront die Anleger in Atem halten werden.

HB FRANKFURT. Gleich zwei Indizes gaben zum Wochenschluss die Richtung vor: Der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago schürt ebenso wie der Michigan-Index für die Verbraucherstimmung in den USA die Rezessionsängste. Der Chicago-Index war auf 44,5 Punkte gefallen und lag damit nicht nur unter der ohnehin niedrigen Erwartung, er fiel dazu noch in rezessives Territorium. Entsprechend reagierten die Börsen - die Kurse sackten ab.

Den Anlegern am Aktienmarkt könnten mit neuen Wirtschaftsdaten weitere Hiobsbotschaften von der angeschlagenen US-Wirtschaft drohen. Orientierungslosigkeit und damit eine hohe Volatilität dürften die Aktienmärkte daher auch in der kommenden Woche prägen. "Die Stimmung bleibt eher negativ. Es steht nichts an, was eine Erholung rechtfertigen könnte", sagt Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba. Belastet wird der Aktienmarkt auch vom hohen Euro, der die 1,52 Dollar übersprang. Dieses Thema dürfte vor allem bei den exportorientierten Autobauern spannend bleiben, die sich auf dem Genfer Autosalon präsentieren.

"Die Anleger sind eigentlich ratlos, und deshalb bewegt sich der Dax derzeit im Niemandsland", meint Giuseppe Amato von Lang & Schwarz. Seit Ende Januar ist der Dax in der Spanne zwischen 6 700 und 7 000 Punkten gefangen. "Der Markt ist ausgetrocknet. Niemand will verkaufen, aber kaufen will auch keiner", beschreibt ein Händler. In der abgelaufenen Woche hat der Dax 0,8 Prozent verloren. Am Freitagmittag lag er bei rund 6 700 Punkten. "Grundsätzlich hatten die Anleger aber genug Zeit, sich nach unten abzusichern. Das würde bedeuten, dass - wenn es eine größere Bewegung gibt - die eher nach oben als nach unten gehen könnte", meint Amato. Das gilt aber nur, wenn es keinen Auslöser für eine Talfahrt gibt.

Ein anderes Szenario, das einige Beobachter mit immer stärkerem Nachdruck ins Spiel bringen, wäre aber ebenso unerfreulich. Demnach müssen sich die globalen Aktienmärkte nun immer stärker mit dem hässlichen Wort der "Stagflation" auseinandersetzen. Unterdessen mehren sich die Anzeichen für eine Entkopplung der US-Wirtschaft von der europäischen weiter. Das hat im Verlauf der vergangenen Woche für heftige Reaktionen gesorgt. Nachdem bereits das belgische Geschäftsklima überraschend zum zweiten Mal in Folge angestiegen war, bestätigten im Wochenverlauf der deutsche ifo-Index und die europäischen Einkaufsmanager-Indizes, dass Eurolands Wirtschaft stabiler als befürchtet ist.

Die Freude darüber entlud sich indes nicht in Käufen an den Aktienmärkten, sondern nur in Devisen und Rohstoffen. Denn gleichzeitig brachen die US-Indikatoren weiter ein und zeigten nur in ihrer bei Aktienstrategen unerwünschten Form von US-Produzentenpreisen steigende Werte. Als Folge übersprang der Euro 1,50 US-Dollar, Öl löste sich von der 100-Dollar-Marke nach oben, und Gold erreichte neue Rekorde knapp unter 1 000 Dollar.

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