Trotz Kursrally Aktienhandel lohnt nicht mehr

Die Kurse steigen, doch die Umsätze an der New Yorker Börse bleiben dünn. Den Aktienhändlern an der Wall Street droht das schwächste Quartal seit 2006. Die Banken ziehen sich zurück.
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Tote Hose auf dem Parkett: Trotz steigender Kurse gehen die Umsätze an der Börse New York zurück. Quelle: dapd

Tote Hose auf dem Parkett: Trotz steigender Kurse gehen die Umsätze an der Börse New York zurück.

(Foto: dapd)

New YorkDer Aktienhandel der Banken an der Wall Street profitiert kaum von der stärksten Aktienmarktrally seit 2009. Sinkende Handelsvolumina und niedrigere Margen drohen den entsprechenden Sparten die schlechteste Jahresperformance seit sechs Jahren zu bescheren.

Die Erlöse im Aktienhandel dürften im dritten Quartal um 14 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode gesunken sein, schätzt Kian Abouhossein, Analyst bei JPMorgan Chase & Co. Damit wären die Erlöse zum fünften Mal in Folge um mehr als acht Prozent gefallen. Brennan Hawken von der UBS rechnet bei den fünf größten US-Investmentbanken mit den niedrigsten Jahreserlösen seit 2006, wie er am 19. September in einer Mitteilung an seine Kunden schrieb.

Der Aktienhandel war bisher ein attraktives Geschäft, weil die Kapitalanforderungen weniger streng als im Bereich Festverzinsliche waren. Im vergangenen Jahr hat der Bereich den neun weltweit größten Investmentbanken Erlöse von 40 Mrd. Dollar eingebracht. Inzwischen dämpfen die geringeren Handelsvolumina jedoch die Zuversicht, da Investoren die Aussichten für die weltweite Konjunktur immer noch skeptisch beurteilen.

„Dieses Mal wird es noch schlimmer“
Börse Frankfurt
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„Niemand weiß, was an den Märkten passieren wird. Vielleicht springt der Dax in nicht allzu ferner Zukunft über die Marke von 10000 Punkten. Möglicherweise kommt aber auch der große Crash. Ich halte Variante 1 für die wahrscheinlichere.“

Ein Frankfurter Börsenhändler (am 17. August)

Jim Roger
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„Kaufen Sie einen Bauernhof!“

„Amerika hatte alle vier bis sechs Jahre eine Rezession. Nächstes Jahr ist es wieder an der Zeit. Aber die Dinge werden schlimmer sein als zuvor. 2008 war schlimmer als 2002. Dieses Mal wird es noch schlimmer sein, weil die Schulden überall auf der Welt weiter gestiegen sind. Wir werden alle stark leiden. Lassen Sie uns annehmen, wir schaffen es irgendwie bis zur darauf folgenden Rezession, 2019 etwa. Aber dann ist Schluss.“

Jim Rogers, Fondsmanager und Rohstoffspekulant (am 20. Juni)

Henning Gebhardt
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„Wir gehen kurzfristig durch eine schwierige Phase. Für Kursgewinne ist die Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld bessert. Danach sieht es im Moment nicht aus. Aber zum Ende des Jahres könnte sich das Bild schon wieder aufhellen.“

Henning Gebhardt, Fondsmanager bei der DWS (am 13. August)

Marc Faber
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„Die Wachstumsrate Chinas der letzten zehn Jahre, von ungefähr zehn Prozent im Jahr, wird sich beträchtlich abschwächen. Ich würde vor einem Kauf chinesischer Aktien auf die Ergebnisse der Stimulierungspakete warten.“

Marc Faber, Buchautor, Investor, Berater, Weltreisender (am 15. August)

huGO-BildID: 24904015 Deutschland. Mannheim. Jim O´Neill, Vorsitzender von Goldman Sachs Asset Management, 25.1.2012.[Photo: © (c) Bernd Roselieb. V
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„Bei genauer Betrachtung wird ziemlich deutlich, dass etwas Großes auf dem Weg ist.“

Jim O’Neill, Chef von Goldman Sachs Asset Management, zu möglichen Notenbankaktionen (am 8. August)

huGO-BildID: 27379261 Deutschland. Frankfurt am Main. Dirk Müller, Finanzmarktkommentator. 1.8.2012. [Photo: © (c) Bernd Roselieb. Veroeffentlichun
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Aktien muss man haben. Was bleibt denn sonst? Bundesanleihen? Die Rendite gleicht nicht mal die Inflation aus. Festgeld? Soll ich einer Bank mein Geld für drei Jahre leihen, wo sich die Banken nicht mal trauen, sich untereinander Geld über Nacht zu leihen. Es bleiben nur Sachwerte, ganz vorne weg Aktien, Edelmetalle als Beimischung. Wichtig ist, dass man sein Depot absichert. Dann kann man auch beruhigt in den Urlaub fahren.

Dirk Müller, Buchautor (am 9. August)

huGO-BildID: 27379145 Deutschland. Frankfurt am Main. Max Otte, Wirtschaftswissenschaftler. 1.8.2012.[Photo: © (c) Bernd Roselieb. Veroeffentlichun
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„Nach vier Jahren Panik, nach vier Jahren Krise, glaube ich, dass der Boden erreicht ist an den Aktienmärkten.“

Max Otte, Wirtschaftsprofessor und Investor (am 9. August)

„Das Geschäft wies bereits ziemlich niedrige Margen auf“, kommentiert Richard Staite, Analyst bei Atlantic Equities in London. “Jetzt müssen sich mehr Banken zurückziehen. Diese kleineren Marktteilnehmer müssen die betroffenen Sparten analysieren und entscheiden, ob sie das Geschäft weiter betreiben wollen, soweit sie das noch nicht getan haben.“

Im Januar kündigte Royal Bank of Scotland Group an, sich aus dem Bereich Cash Equities, also dem Börsenhandel mit Aktien, zurückzuziehen. Die Bank fand keinen Käufer für die Sparte. Citigroup Inc. aus den USA und die britische Barclays, die die kleinsten Marktanteile unter den neun Investmentbanken haben, verloren über die zwölf Monate bis Ende Juni Anteile. Dagegen legten Goldman Sachs Group und Morgan Stanley, die beiden Banken mit den größten Marktanteilen, zu.

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Handelsvolumina haben trotz der Rally abgenommen
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5 Kommentare zu "Trotz Kursrally: Aktienhandel lohnt nicht mehr"

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  • Silikon und Sabrina,

    Berwanger hat das sicher etwas pauschal ausgedrückt. Aber es ist doch wohl hoffentlich allen klar, warum wir innerhalb der größten Krise Europas seit dem 2. WK einen Daxstand nahe dem ATH haben, oder? Wir haben eine Asset-Bubble, da Investoren dank der EZB einen realen Verlust bei Rentenpapieren haben. Sie werden genötigt in Aktien zu investieren mangels Alternativen. Hoffentlich haben Sie sich mit der Geschichte vertraut gemacht und darüber nachgedacht, was passiert wenn diese Blase platzt.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++


  • Wieder einmal nur gequirlte Scheiße hoch 10, berwanger. Von nichts eine Ahnung, davon aber sehr viel.

  • Ihre pauschale Antwort offenbart, dass Sie wenig Ahnung hinter plakativ-verbales Hämmern ähnlich einem Maurergehilfen am Bau, stellen. Immer fallen bei Ihnen die gleichen Textbausteine, hier doppelt-ironisch. NESTLE etwa ist substantiell bewertet. Nur als Beispiel. Aber, Sie müssen die feinstaub-intensive und damit lt. Stuttgarter-Zeitung dreckigste Stadtluft Deutschlands ja Europas ja irgendwie und irgendwann...immer gleiche, öde Schimpfakrobatien auspusten.

  • Als hätte das ganze noch mit einem realen Handel zu tun....ha ha ha...Die Werte die an der Börse gehandelt werden sind inzwischen der grösste Schwachfug. Von den MAnipulationen etc. ganz zu schweigen.

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