Trotz Sperrfrist Insider schlagen vor Fed-Entscheidungen zu

Journalisten erhalten wichtige Entscheidungen der US-Notenbank 20 Minuten früher als der Markt. Diese Informationen seien trotz Sperrfrist durchgesickert und hätten jahrelang zu Insiderhandel geführt, belegt eine Studie.
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Die Fassade der Börse in New York. Einer Studie zufolge, sollen Insider vor der Sperrfrist schon gewusst haben, wie die Entscheidung der Fed ausfallen wird. Quelle: dpa

Die Fassade der Börse in New York. Einer Studie zufolge, sollen Insider vor der Sperrfrist schon gewusst haben, wie die Entscheidung der Fed ausfallen wird.

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New YorkVor den geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank ist es in den letzten Jahren offenbar immer wieder zu Insiderhandel gekommen. Zwischen 1997 und 2013 dürften einige Investoren schon von Kurswechseln bei der Federal Reserve erfahren haben, bevor diese angekündigt wurden, ergab eine wissenschaftliche Untersuchung aus Singapur.

Die Handelsaufzeichnungen zeigten überdurchschnittliche Preisbewegungen und Ungleichgewichte zwischen Kauf- und Verkaufsaufträgen, die „statistisch signifikant sind und in die Richtung der nachfolgenden Überraschungen bei der Geldpolitik” gingen, heißt es in der Studie von Gennaro Bernile, Jianfeng Hu und Yuehua Tang von der Singapore Management University.

Die Ausschläge fanden demnach vor oder während der Zeitspanne statt, in der Journalisten die Erklärung des Offenmarktausschusses (FOMC) vorab unter einer medialen Sperrfrist erhalten hatten.

Wenn die FOMC-Entscheidungen von den Markterwartungen abwichen, „deuten Überschlagsrechnungen darauf hin, dass sich der aggregierte Dollar-Gewinn” aufgrund des frühen Zugangs zu der FOMC-Erklärung von 14 Millionen Dollar bis 256 Millionen Dollar reichte, erklären die Autoren der Studie mit dem Titel „Can information be locked up? Informed trading before macro-news announcements”.

In der Arbeit wurden E-Mini S&P 500 Futures-Kontrakte, E- Mini Nasdaq 100 Futures, der SPDR S&P 500 ETF sowie der PowerShares QQQ ETF, der den Nasdaq-100-Index verfolgt, untersucht. Die Wissenschaftler betrachteten den Handel bei den FOMC-Erklärungen vom 9. September 1997 bis 30. Juni 2013.

Dabei stellten die Wissenschaftler beispielsweise fest, dass es am E-Mini S&P 500 Futures-Markt tendenziell zu statistisch signifikanten Auftrags-Ungleichgewichten kam, die die Marktreaktion nach der Bekanntgabe richtig vorhersagten. Diese Ungleichgewichte traten demnach 10 Minuten bis 20 Minuten vor der Veröffentlichung der FOMC-Erklärung auf.

Handelte es sich um eine überraschende Entscheidung, dann stiegen die die E-Mini-Terminkontrakte in den 10 Minuten vor der Bekanntgabe im Schnitt 0,2 Prozentpunkte stärker an, als an Tagen mit Bekanntgaben im Rahmen der Markterwartungen.

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