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Übernahme Börsenbetreiber Euronext und Six haben Interesse an Konkurrent BME

Gleich zwei Interessenten wollen für die spanische Börse Bolsas y Mercados Espanoles ein Angebot abgeben. Die Deutsche Börse bleibt bislang außen vor.
Update: 18.11.2019 - 15:13 Uhr Kommentieren
Gleich mehrere Unternehmen sind an einer Übernahme der Bolsas y Mercados Espanoles interessiert. Quelle: BLOOMBERG NEWS
BME

Gleich mehrere Unternehmen sind an einer Übernahme der Bolsas y Mercados Espanoles interessiert.

(Foto: BLOOMBERG NEWS)

Zürich / Paris Um die spanische Börse Bolsas y Mercados Espanoles (BME) bahnt sich eine mögliche Übernahmeschlacht an: Sowohl die Schweizer Börse Six als auch die Mehrländerbörse Euronext interessieren sich für den spanischen Börsenbetreiber. Durch die Fusion würden sich die europäischen Handelsplätze weiter konsolidieren. Die Deutsche Börse bliebe dabei wohl außen vor.

Die Schweizer Six bietet den Aktionären der spanischen BME 34 Euro je Aktie. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von rund 48 Prozent zum Durchschnittskurs der vergangenen sechs Monate. „Das ist der richtige Deal zur richtigen Zeit“, sagte Six-Chef Jos Dijsselhof.
Die Aktien der BME legten nach Bekanntwerden des Schweizer Angebots um mehr als ein Drittel zu und übertrafen dabei den Angebotskurs der Six. Marktteilnehmer spekulieren also offenbar darauf, dass das Gebot der Schweizer durch die Euronext oder einen anderen Bieter noch überboten werden könnte. Im Gegensatz zur Six, hat die Euronext noch kein Angebot vorgelegt, verweist aber auf laufende Gespräche mit dem BME-Verwaltungsrat.

Von der Liaison würden beide Seiten profitieren, betonte Six-Chef Dijsselhof. Dienste der Six sollen auch Kunden der BME zur Verfügung stehen und umgekehrt. Demnach sollen Kosteneinsparungen bei dem Deal nicht im Vordergrund stehen. Über mögliche Synergien schweigt sich die Six bislang aus.

Die Schweizer wollen die Übernahme zum Teil aus Barreserven finanzieren. Dabei baut die Six auch einen Überbrückungskredit der Credit Suisse. Die Großbank zählt zusammen mit insgesamt rund 130 Schweizer Instituten zu den Besitzern der Six.

Zurück auf den europäischen Markt

Für die Schweizer Börse wäre der Deal auch eine Möglichkeit, ein Standbein auf dem europäischen Markt zu erhalten, nachdem die EU-Kommission den Schweizern im Streit um ein Rahmenabkommen die so genannte Börsenäquivalenz aberkannt hatte. Infolge der Streitigkeiten wurde der Handel mit Schweizer Aktien für Marktteilnehmer in Europa erschwert. Die Six beteuert aber, dass es zwischen der Transaktion und dem Streit um die Börsenäquivalenz keinen Zusammenhang gebe. Demnach sollen spanische und schweizerische Aktien weiter an den jeweiligen Standorten gehandelt werden.

Analysten äußerten sich wohlwollend über die Pläne. „Die Bedingungen des Angebots sind schwierig abzuweisen“, erklärte die spanische Bank BBVA. Citibank-Analyst Andrew Coombs bezeichnete den angebotenen Preis als überzeugend. Der Verwaltungsrat der BME begrüßte das Angebot der Schweizer, legte sich aber noch nicht fest. Nicht nur deshalb ist der Deal längst noch nicht spruchreif. Börsenfusionen gelten als notorisch schwierig, weil auch die Politik dabei mitzureden hat.

So mühen sich die Schweizer auch, den Deal nicht als helvetische Übernahme darzustellen: Die Aktien der BME sollen auch künftig weiter an der Börse notieren, im Verwaltungsrat sollen spanische Staatsbürger die Mehrheit stellen. Auch sei man bereit, „bestimmte Bedingungen oder Verpflichtungen zu berücksichtigen, die von den zuständigen Behörden in Bezug auf BME verlangt werden könnten“.
Wie schwierig Börsenfusionen sind, musste auch die Deutsche Börse erfahren, deren Fusion mit der Londoner LSE im Jahr 2017 krachend gescheitert war. Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer will zwar weiter zukaufen, der Aktienhandel soll dabei aber nicht im Fokus stehen. So hielten sich die Frankfurter auch zurück, als Anfang des Jahres die Osloer Börse zum Verkauf stand. Laut der Six würde durch die Fusion mit der BME der drittwichtigste Börsenbetreiber in Europa entstehen, etwa was die Marktkapitalisierung der gelisteten Unternehmen betrifft.

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