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US-Topmanager Apple und Amazon wollen sich vom Shareholder-Mantra verabschieden

In einem gemeinsamen Schreiben rufen rund 200 Unternehmenschefs zum Umdenken auf, unter ihnen Jeff Bezos. Sie fordern einen gerechteren Kapitalismus.
Update: 19.08.2019 - 22:30 Uhr 3 Kommentare
Shareholder Value: Apple & Amazon an Kapitalismus-Kritik beteiligt Quelle: AFP
Jeff Bezos

Der reichste Mensch der Welt kritisiert die Auswüchse des Kapitalismus und fordert mehr Verantwortung.

(Foto: AFP)

New York Kapitalismuskritik von oben: Der Verband der Unternehmenslenker „Business Round Table“, dem JP-Morgan-Chef Jamie Dimon vorsteht, will den Shareholder Value nicht mehr an die erste Stelle setzen. Rund 200 amerikanische Vorstandsvorsitzende riefen am Montag in einem gemeinsamen Schreiben zum Umdenken auf. Die Profitmaximierung für die Aktionäre solle nicht mehr das wichtigste Ziel für die Unternehmen sein. Stattdessen sollten alle sogenannten Stakeholder – von Mitarbeitern über Kunden und Zulieferer bis hin zu den lokalen Gemeinden – beachtet werden.

Mit dem jüngsten Schreiben hat sich eine neue, mächtige Stimme in die Diskussion um die Lage des Kapitalismus eingemischt. Bereits zuvor kritisierten einzelne Unternehmenschefs und Finanzinvestoren wie Ray Dalio vom Hedgefonds Bridgewater und der Blackrock-Chef Larry Fink die Auswüchse des Kapitalismus und riefen die Unternehmen auf, mehr Verantwortung zu übernehmen.

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Für den Verband ist die neue „Erklärung über den Zweck eines Unternehmens“ eine Revolution. Sie steht im krassen Gegensatz zu der letzten entsprechenden Erklärung von 1997, in der noch der Gewinn für die Aktionäre klar als erstes Ziel genannt wurde.

Die zehn Seiten lange Liste der Unterschriften reicht von Apple-Chef Tim Cook über Amazon-Gründer Jeff Bezos bis hin zu Pharma-Bossen. „Die Amerikaner haben eine Wirtschaft verdient, die es jeder Person erlaubt, mit harter Arbeit und Kreativität erfolgreich zu sein und ein bedeutungs- und würdevolles Leben zu führen“, heißt es in der Erklärung. Die freie Marktwirtschaft sei der richtige Weg, eine starke Wirtschaft zu garantieren.

Die Verbandsmitglieder seien allen ihren Stakeholdern – Kunden, Mitarbeitern, Zulieferern, Gemeinden und Aktionären – verpflichtet. Dabei ist das Wort „alle“ unterstrichen. „Jeder unserer Stakeholder ist unverzichtbar. Wir verpflichten uns, für alle Werte zu schaffen – für den zukünftigen Erfolg unserer Unternehmen, unserer Gemeinden und unseres Landes.“ Der neue Vorstoß der Kapitalismuskritik vonseiten der Kapitalisten fällt auch in die Zeit des Wahlkampfs, in der mehrere Kandidaten aufseiten der Demokraten das kapitalistische System infrage stellen.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte in seinem Wahlkampf vor drei Jahren die Wall Street kritisiert, dem aber wenig Taten folgen lassen.

Außer der starken Fokussierung auf den Profit für Aktionäre stehen auch die hohen Bezahlungen der CEOs und die wachsende Kluft zwischen Armen und Reichen in der Kritik. Deshalb wird auch über höhere Steuern für Superreiche diskutiert. Dafür haben sich in diesem Jahr unter anderem der Investor-Guru Warren Buffett, der Microsoft-Gründer Bill Gates und die Disney-Erbin Abigail Disney ausgesprochen.

Mehr: Alle Versuche sind fehlgeschlagen, Managergehälter zu begrenzen. Wenn Vorstände und Aufseher keine Einsicht zeigen, wird der Gesetzgeber ihnen die Kompetenz entziehen. Ein Kommentar.

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3 Kommentare zu "US-Topmanager: Apple und Amazon wollen sich vom Shareholder-Mantra verabschieden"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Ergebnis dieses "Sinneswandels" wird sein, dass die unveränderten Unternehmensziele mit einer menschenfreundlicheren Außendarstellung überzuckert werden. Eine philantropische Symbolik hat auch bei den us-amerikanischen Eliten schon Tradition. Da die Massen unfähig sind ihre Interessen selbst zu organisieren muss man dies völlig selbstlos an ihrer Stelle für sie tun und das natürlich zu ihrem Besten. Und das Beste bietet eben der entfesselte Markt. Fast eine Win-Win-Situation. Die Antwort auf den zunehmenden Widerstand gegen den Kapitalismus sind nämlich nicht seine Vermenschlichung, sondern die Zerstörung der Demokratie durch Typen wie Trump, Bolsonaro und Co.. Kaum ein Präsident hat den Welthandel derart den Interessen der US-(Finanz-)Wirtschaft unterworfen, den ungehinderten Zugang zu den globalen Ressourcen soweit geöffnet und die politischen Zielsetzungen der restlichen Welt derart blockiert, wie Trump. Deshalb hat man vor den Wahlen schon mal Kreide gefressen. Und Trump kann nun in den nächsten Monaten ebenfalls zum Kapitalismuskritiker mutieren. Damit ja nichts anbrennt. Nach nur 75 Jahren haben erneut Soziopathen das Zepter übernommen.

  • ich glaube eher, denen geht der Allerwerteste auf Grundeis..
    Wenn der kleine Mann keine Zukunftsperspektiven mehr hat, weil er sich außer seiner "Lebe" nicht´s mehr leisten kann, wird das ganze System früher od. später kippen und das können sich selbst die Großen und Mächtigen nicht leisten.

  • Schreiben und reden kann man leicht,wenn man dementsprechende milliarden "verdient"hat.man müsste sich eventuell mit den mitarbeitern in den lagern und den paketausfahrern bei paketdiensten(die werden natürlich preislich auch nicht gedrückt)von amazon unterhalten.interessant wäre auch zum thema allgemeinwohl und sozial,wo diese firmen wieviel steuern bezahlen.Ich denke,dass jeder normale arbeiter im verhältniss zum einkommen prozentual mehr steuern in dem land und ort wo er wohnt bezahlt.fast konzerne haben ihren zulieferern bis runter zum kleinem handwerker auflagen in form von zum teil lachhaften compliens ,umweltnormen,qualitätsnormen auferlegt an die sie sich in keiner weise daran halten.siehe nur beispiel vw,audi(dreiste diesellügen)commerzbank(cum cum geschäfte)deutsche Bank(kan man hier gar nicht aufzählen wieviel vergehen die bekannt wurden).meiner meinung nach ist die soziale marktwirtschaft schon lange verloren gegangen und die politik schaut zu bzw.ist selbst mit eigenen skandalen und teilweise unfähigkeiten beschäftigt.Wichtig ist alles bis zur nächsten wahl und postengeschachere.zum wahlsieg reicht es ja heute ,wenn ich in sozialmedia die wähler für dumm verkaufe,cool wirke,und ein dauergrinsen aufsetze.jeder politiker der zum teil unangenehme wahrheiten anspricht, wird sofort als rechts bzw.als parteilicher nestbeschmutzer entlarvt.Schade ist nur,dass der journalismus ,sei es fernsehnachrichten,im internet u.zeitschriften ohne jeglich kritischen und vor allem objektiven kommentaren unterstützt,wenn der bürger zum teil falsch und rein subjektiv informiert wird.ich glaube schon dass ich im leben realistisch bin.leider kann ich nicht so gut reden(bla bla )u.schreibe.sonst wäre ich ja politiker geworden.

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