Vom Orakel von Omaha lernen „Warren Buffett hatte immer Recht“

Wenn Warren Buffett spricht, sollte man zuhören. Der große Investor redet einmal pro Jahr viel – auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Und dann kaum noch. Fondsmanager Hendrik Leber ist seit Jahren dabei.
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Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

Hendrik Leber: Der Fondsmanager aus Frankfurt leitet die Acatis Investment GmbH.

Es ist Samstag, der 4. Mai 2013. Ich sitze auf unbequemen Plastikstühlen im CenturyLink Center in Omaha. Nicht ganz allein, um mich herum warten 35.000 weitere Buffett-Fans. Die Anreise nach Omaha war holperig, mehrere Flüge wurden gestrichen. Das Hotel ist sehr schlicht, wir mussten früh aufstehen, um in der Schlange anzustehen und noch einen Platz in der großen Halle zu bekommen.

Doch das bin ich gewöhnt - nun schon zum 18. Mal. Bei meiner ersten Reise Mitte der 90er-Jahre fanden wir noch in einem Hotel Platz, damals nahmen allerdings auch nur 3000 Aktionäre teil. Es ist jetzt alles ein bisschen größer und unpersönlicher geworden, aber es geht ja nicht um Komfort oder Kameraderie, sondern um Inhalte.

Was wird Warren Buffett sagen? Jedes Jahr bekommt er während der Hauptversammlung im Laufe von sechs Stunden rund 60 Fragen gestellt, die er geradezu druckreif beantwortet. Seine Antworten sind immer gehaltvoll, sind immer relevant, immer praxisnah. Ich versuche, alles mitzuschreiben. Rund 20 Blätter fülle ich normalerweise.

Am wichtigsten sind seine leisen Sätze, die zunächst gar nicht weiter auffallen. Ich denke an seine Warnung vor der Internetblase im Jahr 2000, vor den Finanzderivaten, noch lange vor der Finanzkrise von 2007 und 2008. Ich denke an seine Warnungen vor Rohstoffen und Gold, vor korrupten Anreizen im Steuersystem, vor dem aufgeblähten Finanzsektor.

Buffett hatte immer Recht, man musste seine Äußerungen nur richtig deuten. Buffett ist eben ein Mensch, der früh Entwicklungen erkennt und deuten kann – nicht umsonst nennt man ihn das Orakel von Omaha. Seine Antworten erfordern Mitdenken, auch wenn sie ganz einfach und offensichtlich klingen.

Für mich waren seine Aussagen zu den Zinsen die wichtigsten auf der diesjährigen Hauptversammlung. Ein Satz lautete: „Zinsen sind der Treibstoff für alles im Universum der Wirtschaft.“ Auf englisch klang es so: "Interest rates power everything in the economic universe."

Was Buffett über die Zinsen sagt
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13 Kommentare zu "Vom Orakel von Omaha lernen: „Warren Buffett hatte immer Recht“"

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  • Buffet hat eine Achillesferse und die nennt sich Patriotismus. Die Tage seines Imperiums sind bereits gezählt, denn er wird mit der FED in der kommenden Schuldensinnflut untergehen.

    Die aktuelle Neuauflage des "Mississipi-Bubble" an den Aktienmärkten wird damals wie heute nicht funktionieren.

    Es sind schon viel größere Vermögen in ihrem Patriotismus gegenüber hochverschuldeten Staat verspielt worden. Beispiel Sir Henry Pellatts Imperium umfasste 25 Prozent des gesamten kanadischen Wirtschaftssystem, bis es untern den staatlichen Enteignungen und Bankzusammenbrüchen verloren ging. Am Ende war er ein armer, alter Mann.

  • Buffet, Gates, Bezos, Berggruen und Konsorten haben uns allen eines voraus: sie haben früh angefangen, Milliarden zu scheffeln.

    Jetzt sind sie uneinholbar. Natürlich kann man Kapital auch verspielen. Aber bei dieser Kapitalgrösse genügt eine ganz simple Strategie: die fünf auch im Artikel schon genannten 'Goldenen Regeln'.

    Buffet's 'Masche' ist es heute, andere glauben zu lassen, sie könnten am Kapitalmarkt ebenso gut verdienen wie er. Das geht schon deshalb nicht, weil die möglichen Gewinnchancen durch die grossen Teilnehmer am Kapitalmarkt bereits vergeben sind. Das lässt sich ganz logisch ableiten.

    Dennoch gelingt es Buffet, so zu tun, als wäre ein für alle offener Markt heute noch vorhanden. Damit rechtfertigt er sein scheinbar 'ehrlich' erworbenes Kapital.

  • @John.Canna

    ...Sie haben weder Gesell richtig gelesen noch verstanden!

    Und auch Gesell ist teilweise überholt! Die Zinsen sind ein Teilproblem und akkumulieren das Kapital.

    Schon interessant wie hier die Privilegierten alles nieder schreiben. Nur damit das Betrugssystem bestehen bleibt. Wird aber nichts nützen...es gibt KEINEN MARKT!! Es gab noch nie einen! (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette  

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sie haben den Artikel nicht gelesen, oder ihn falsch interpretiert.
    Ich habe mich ausgiebig mit Gsell beschäftigt - eine Lösung sind seine Ideen auch nicht. Statt Zinsen müsste man nur eine große Menge Produktionsvermögen anhäufen, also Fabriken, Grundstücke, Mietwohnungen. Das läuft doch auf das Gleiche wie der Zinseszins hinaus. Auch die Konzentration dieser Art Vermögen ist ähnlich wie Zinsen.
    Warren Buffet ist schon "ein cleveres Kerlchen" - ich fand den Artikel richtig gut. Das kommt vielleicht davon das er meine optimistische Grundeinstellung widerspiegelt.
    Lassen wir es 2014 richtig BOOMEN !
    Ich will 12.500 Punkte sehen......

  • Die Ausführungen sind wirklich banal: Selbstverständlich sind Zinssätze wichtig. Diese sind schließlich der Diskontierungsfaktor mit dem zukünftige Zahlungsversprechungen bzw. Zahlungserwartungen abgezinst werden, um sie einer heutigen Bewertung zu unterziehen. Die Formel lautet z.B. bei einem unendlichen Zahlungsstrom (vereinfacht: bei langen Zahlungsreihen wie Dividendenerwartungen): zukünftige Zahlungen dividiert durch den Marktzins einer bestimmten Risikoklasse. Wo ist das Geheimnis? Wo das Problem? Warum soll man bei Leber anlegen, wenn Buffett doch immer Recht hat? Dann gehe ich doch gleich zu Schmidt und nicht zu Schmidtchen. Das ganze Theater erinnert einen an eine Sekte und an eine Guru-Verehrung! P.S.: Leber empfahl vor einiger Zeit Griechenland-Anleihen; danach kam der Schuldenschnitt und die Anlage war ein Totalausfall!

  • „Die Politik des billigen Geldes wird schwieriger enden als sie begonnen hat.“
    Das glaube ich auch.
    Wenn ich mir vergegenwärtige warum das billige Geld kam, dann kann ich mir gut vorstellen wie das Ende aussehen wird.
    Au Backe!

  • Die Zinsen sind aber nur 1 Übel des Systems!

    Der REICHTUM und die damit verbundene MACHT sind das GRÖßTE ÜBEL der Menschen!! Deswegen gibts auch keine Demokratien mehr! Weder in der BRD, schon gar nicht in der USA!

    http://www.youtube.com/watch?v=-7BQZHrHcEY

  • @Freidenker 07.01.2014, 11:16 Uhr

    DER KOMMENTAR IST NICHT VON MIR!!

    Ich bitte die Redaktion des HB diesen zu löschen!

  • Warren Buffet hatte immer Recht
    ________________________________________


    Und wenn sie nicht gestorben sind leben sie noch heute.

    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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