Wall-Street-Ausblick US-Börsen richten alle Augen auf die Fed

Was macht die US-Notenbank? In der kommenden Handelswoche wird die Fed einmal mehr über den Leitzins entscheiden und gleichzeitig ihre Konjunkturprognose abgeben – wenn die Daten stimmen, nehmen die Börsen ordentlich Fahrt auf. Analysten vermitteln allerdings den Eindruck, als könnten die Notenbanker kaum etwas falsch machen. Das lässt Anleger aufhorchen.
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Ein US-Händler an der Börse New York: Die Märkte blicken auf die Entscheidungen der Fed. Quelle: DAPD

Ein US-Händler an der Börse New York: Die Märkte blicken auf die Entscheidungen der Fed.

HB NEW YORK. Die Wall Street wartet gespannt auf die Zinssitzung der Fed, von der sich manche Börsianer die lang erwartete Wende zum Besseren erhoffen. Sollte nämlich die US-Notenbank in ihrer Konjunktureinschätzung auch nur einen Silberstreif am Horizont ausmachen, könnte dies den US-Börsen Schub geben. Dann wäre es möglich, dass der S&P-500-Index zum Sprung über die Marke von 1130 Punkten ansetze, hofft Brian Jacobsen von Wells Fargo Funds Management.

Am Freitag schloss der im Gegensatz zum Dow-Jones-Index der 30 führenden Industrieunternehmen breiter gefasste S&P 500 bei 1126 Zählern.

Die Mehrzahl der Börsianer rechnet nicht mit einer weiteren Lockerung der Zinspolitik. Fed-Chef Ben Bernanke hatte dies im August für den Fall in Aussicht gestellt, dass sich die Lage der US-Wirtschaft erheblich verschlechtern sollte. Jüngste Konjunkturdaten wie das besser als erwartet ausgefallene Stellenwachstum in der Privatwirtschaft zeigen aber in die entgegengesetzte Richtung. Sollte sich die Fed zu weiteren Schritten im Kampf gegen Rezession entschließen, würde die Börse dies nicht als schlechtes Zeichen für die US-Wirtschaft, sondern als Beleg für die Wachsamkeit der Notenbank bewerten, sagte Jacobsen. Er würde jedes Signal der Zentralbanker begrüßen. „Das könnte die Initialzündung sein, die Anleger zum Wechsel von Staatsanleihen zu Aktien zu bewegen.“

Generell sehen die Börsianer den S&P 500 oberhalb der Grenze von 1130 Zählern, die er in den vergangenen drei Monaten dreimal überwunden hat. Das könnte auch ein Omen für künftige Kursgewinne sein. In der vergangenen Woche legte der S&P 500 insgesamt 1,5 Prozent zu, während der Dow-Jones-Index um 1,4 und die Technologiebörse Nasdaq um 3,3 Prozent stiegen.

Zudem wird es in der kommenden Woche viele Daten vom US-Häusermarkt geben. Den Anfang macht am Montag der Häusermarkt-Index dem am Dienstag die Zahlen über Baubeginne folgen werden. Am Donnerstag gibt es neue Informationen über den Verkauf existierender Häuser und am Freitag folgt der Indikator über die Abschlüsse für Neubauten. Investoren erhoffen sich davon Aufschluss über die Aussichten für die Branche, die als ausschlaggeben für die Entwicklung der Gesamtkonjunktur gilt.

Selbst ein kleines Zeichen für die Belebung des Immobiliensektors könnte den Finanzmärkten aufhelfen, hofft Jacobsen. Quartalsergebnisse werden am Dienstag von Adobe und am Donnerstag von Nike erwartet.

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7 Kommentare zu "Wall-Street-Ausblick: US-Börsen richten alle Augen auf die Fed"

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  • Wenn von "Omen", "sehenden börsianern", "Signale der FED" - gibt es eigentlich noch Analysten die eine "real-wirtschaftlichen basis" ergründen?

    Scheint alles nur noch zentral gelenkte, heisse Luft der Spekulation zu sein.

  • Die Menschen lassen sich betrügen mit Geld, erschaffen aus dem Nichts unter Privater Regie.
    Zudem ist der Zins ein Verbrechen .
    Das "Geld" hat keinen Wert im Hintergrund - es lebt nur solange die dummen Menschen darauf vertrauen.
    Wehe ihr könnt eure "Schulden" nicht abbezahlen. Dann wird euch z.b. euer Haus wieder abgenommen. Die bankster erhalten somit einen realen Wert, obwohl sie euch NiCHTS dafür gegeben haben.
    Und die dummen Menschen machen dieses perverse betrugssystem weiterhin mit, weil sie Gehirngewaschen und naiv sind - leicht beute ;-)

  • Die FED kann auch Aktien/futures kaufen, was sie auch desöfteren schon getan hat.
    in der Presse erscheint dann die Zeile:
    "Schnäppchenjäger haben behetzt zugegriffen"
    ....wenn der Dow Jones kurz vor Handelsschluss mal eben 100 Punkte hochgezogen wird.

  • da die US Fed ein privates bankunternehmen ist, hat sie als erstes die interessen der Shareholder zu vertreten, zweitrangig das Wohl der US bevoelkerung.
    Ueber 90% der US buerger sind davon ueberzeugt, dass deren Zentralbank eine staatliche institution ist. Es gehoert schon eine Menge Einfluss auf Medien- und Regierungslevel um diese information seit 1913 von der bevoelkerung fernzuhalten.

  • Eine" jobless Recovery" existiert nicht. Die FED kann quaken wie sie will. Alles was die FED noch kann ist, die Zinsen künstlich unten halten und über QE Strohfeuer erzeugen, welche die bevölkerung in immer tiefere Armut führen.
    Asien erblüht, die Chinesen ermuntern ihre bevölkerung u.a. Gold zu kaufen.

    Der Westen, unfähig zu Reformen, führt seine bevölkerung durch eine pervertierte Politik im Prinzip immer tiefer in die Verschuldung.

  • k.h.a. Sehe es auch so.
    An der börse wartet man jedoch immer auf die Schlauen und auf die Doofen.
    Wenigstens etwas, was immanent bleibt.
    Der Effekt?
    Die Volatilität wird langfristig sinken, gel?

  • Die FED kann gar nichts machen außer QE2 weiter fahren, und das hat und wird nichts nutzen. Die publizierte Meinung der FED ist lange nichts mehr wert, seitdem Mauscheleien Tor und Tür geöffnet sind. Hinterfragt man die veröffentlichten Zahlen etwa über Arbeitslosigkeit genauer, ist festzustellen, daß die Schlagzeilen fast nie gerechtfertigt sind - hingegen das Gegenteil der Realität entspricht. Das ist deswegen möglich, weil mit "Korrekturen", "Erwartungen" und Teilindizes nach bedarf gespielt wird. Seit Monaten verlangt man "Positives", damit die Märkte nicht abschmieren. Denn helfen kann dann niemand mehr. Alle Munition ist verschossen und der Köcher leer. Das ist das Problem - ein gewaltiges fürwahr. Und kein Wachstum in Sicht.

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