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Windturbinenhersteller Aktionäre verkaufen in Massen ihre Nordex-Papiere

Hoher Preisdruck, wenig Absatz: Der Windturbinenhersteller Nordex korrigiert seine Absatzerwartungen nach unten – und löst Panikverkäufe bei seinen Aktionären aus. In zwei Tagen verliert der Aktienkurs 30 Prozent.
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Nach Umsatzwarnungen brach der Kurs von Nordex in zwei Tagen um 30 Prozent ein. Quelle: dpa
Ausverkauf bei Nordex

Nach Umsatzwarnungen brach der Kurs von Nordex in zwei Tagen um 30 Prozent ein.

(Foto: dpa)

FrankfurtNach einer Umsatzwarnung von Nordex haben die Aktionäre des Windturbinenherstellers am Freitag in Scharen ihre Papiere verkauft. Der Kurs brach bei hohen Umsätzen und mit mehreren Handelsunterbrechungen um mehr als fünfzehn Prozent auf 14,05 Euro ein. Damit stürzten die TecDax-Titel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2014. In nur zwei Handelstagen büßten sie fast 30 Prozent ihres Wertes ein – so viel wie noch nie. Innerhalb der ersten 45 Handelsminuten wechselten am Freitag bereits etwa vier Mal so viele Nordex-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

„Da kommt jetzt eine negative Analystenstimme nach der anderen, deswegen geht es weiter herunter“, sagte ein Händler. Nordex hatte am Vorabend überraschend mitgeteilt, im laufenden Jahr mit einem geringeren Umsatz als bislang zu rechnen. Daraufhin waren die Papiere bereits um knapp sechzehn Prozent eingebrochen.

Das sind die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)
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Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. XEMC profitiert zwar von diesem Boom, hat aber durch einen etwas schwächeren Windmarkt an Bedeutung verloren. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2017 auf fast tausend verkaufte Turbinen und einen Marktanteil von 1,8 Prozent.

Marktanteil 1,8 Prozent.  

(Foto: Reuters)
Platz 13: Sewind (China)
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Im vergangenen Jahr fand sich auf diesem Platz noch der chinesische Staatskonzern Dongfang, im Ranking 2017 wird er von seinem ebenfalls chinesischen Konkurrenten Sewind zwei Plätze nach hinten verwiesen. Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt.

Marktanteil: 2,1 Prozent.  

(Foto: dpa)
Platz 12: CSIC Haizhuang (China)
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Unter den 15 führenden Windkraftkonzernen der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2017 mehr als 45 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt.

Marktanteil: 2,3 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 11: United Power (China)
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Der chinesische Windkraft-Konzern, United Power, bekommt die gedämpfte Entwicklung auf dem Heimatmarkt stark zu spüren. Vom siebten geht es auf den elften Platz und der Marktanteil schrumpft um ganze 1,2 Prozent. Die Tochtergesellschaft des staatlichen Stromversorgers China Guodian produziert Turbinen für Windräder an Land und auf hoher See in beinahe allen Leistungsklassen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 10: Suzion (Indien)
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Dank eines Boom-Jahres auf dem heimischen Markt, hat der indische Windturbinenhersteller Suzion es in die Top 15 geschafft. Das ist allerdings auch der Markt, auf den fast 40 Prozent des Geschäfts von Suzion entfallen. Im laufenden Jahr wird aufgrund von der Umstellung auf offene Ausschreibungen erst einmal mit einem Einbruch des indischen Marktes gerechnet, dann muss auch der Windradbauer zunächst mit einem Auftragseinbruch rechnen.

Marktanteil: 2,6 Prozent.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Senvion (Deutschland)
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Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion hat es auch global wieder unter die Top 10 geschafft. Ganze drei Plätze brachte ihn ein Rekordjahr auf dem deutschen Markt nach vorne. In der Bundesrepublik wurde noch nie soviel Windkraftleistung installiert wie im vergangenen Jahr: Ganze 6,5 Megawatt. Im nächsten Jahr könnte das aber wieder ganz anders aussehen. Die Hamburger kämpfen mit schwindenden Subventionen, massiven Preiskampf und sinkenden Umsätzen.

Marktanteil: 3,7 Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 8: Mingyang (China)
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Chinas drittgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Im Gegensatz zu den meisten anderen chinesischen Windkonzernen, konnte Mingyang seinen Marktanteil 2017 sogar vergrößern.

Marktanteil: 4,7 Prozent.

(Foto: PR)

Barclays senkte das Kursziel auf elf von 24 Euro. Nordex sollte sich zu diesem Zeitpunkt des Geschäftszyklus eigentlich besser entwickeln als seine größeren Wettbewerber, begründete die Bank. Stattdessen seien die Ziele für 2018 kassiert worden. Dabei seien sie erst im September 2016 ausgegeben worden.

In einer eilends einberufenen Telefonkonferenz am Abend hatte Firmenchef Lars Bondo Krogsgaard die Hauptgründe für die geringen Absatzerwartungen erläutert. Vor allem die Geschäfte in Kernmärkten wie Brasilien, Indien und Südafrika liefen schlechter. Zudem bestehe eine hoher Preisdruck. Analysten hatten eher Probleme in den USA befürchtet, nachdem sich US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf negativ zu erneuerbaren Energien geäußert hatte.

Nordex sorgt für Welle der Enttäuschung

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