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Bewertung und hohe Dividenden sprechen für Ölaktien Satte Erträge

Die Ölnotierungen verharren auf hohem Niveau. Seit Wochen bewegt sich der Preis für einen Barrel der Rohölsorte Brent konstant oberhalb von 30 Dollar. Durch die Anschläge in Madrid zog der Preis sogar auf fast 34 Dollar an. An den Finanzmärkten sorgt diese Entwicklung für Unruhe.

DÜSSELDORF. Zu hohe Energiekosten drücken auf das Wachstum der führenden Volkswirtschaften, allen voran der in den Vereinigten Staaten.

Doch wie immer an der Börse hat auch die Ölpreis-Hausse ihre Nutznießer. Aktien von Ölkonzernen, die in den vergangenen Monaten lange Zeit verschmäht wurden, sind bei den Investoren jetzt wieder gefragt. Die hohen Preise, die die Konzerne erzielen, werden ihre Ergebnisse kräftig steigern, so die Erwartung der Anleger. Dies gilt erst recht, da die Unternehmen selbst in ihren Geschäftsprognosen mit wesentlich geringeren Preisniveaus kalkulieren. Und die Konzerne sind nicht untätig. Die satten Erträge nutzen sie, um schon jetzt die Grundlagen für das zukünftige Geschäft zu schaffen. Die Investitionen für die Erschließung bisher ungenutzter Ölvorkommen ziehen wieder an, die hohen Ölpreise erleichtern es den Unternehmen, neue Bohrprojekte in Angriff zu nehmen.

Gute Voraussetzungen also für den Sektor. Die unterdurchschnittliche Entwicklung in den vergangenen Monaten macht Ölaktien zusätzlich attraktiv. Im Gegensatz zu vielen zyklischen Sektoren sind ihre Bewertungen nach wie vor günstig. Mit Ausnahme von BP weisen fast alle europäischen Unternehmen der Branche Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von knapp über oder – wie Repsol YPF aus Spanien – sogar unter zehn auf.

Zudem gehören Ölaktien traditionell zu den dividendenstärksten Werten am Anlagehorizont. Selbst die sparsameren Konzerne belohnen ihre Anteilsbesitzer mit Dividendenzahlungen von rund 3,5 Prozent des Kurswertes. Royal Dutch, Shell und die italienische Eni schütten sogar weit mehr als vier Prozent aus. In Zeiten, in denen die Anleger das Geschehen an der Börse wieder skeptischer sehen und ihren Fokus auf Substanz statt auf bloßes Wachstum richten, sind solche Dividendenrenditen überzeugende Argumente.

Ein Risikofaktor bleibt die Anfälligkeit des Sektors für Kapriolen an den Devisenmärkten. Die Schwäche der Öl-Währung Dollar mindert auch die Erträge der Gesellschaften. Allerdings sollten diese Effekte durch die hohen Ölpreise derzeit mehr als kompensiert werden.

Bleibt die Frage nach den Reserven: Im Januar hatte der britisch-niederländische Konzern Royal Dutch/ Shell überraschend die Bewertung seiner Ölreserven nach unten revidiert. Am Markt schürte dies die Befürchtung, dass auch andere Konzerne ihre Ölförderung nicht ausreichend durch neue Funde ersetzen können. Doch Analysten sehen bei den meisten Konzernen wenig Gefahr. Für Royal Dutch/Shell könnte die Revision indes ein juristisches Nachspiel haben. Es drohen Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe. Die getrennt gehandelten Aktien von Royal Dutch und Shell sind daher trotz niedriger Bewertung mit Vorsicht zu genießen.

Zumal es im Sektor an Alternativen nicht mangelt. Die Aktie von Eni etwa ist nicht nur der dividendenstärkste Wert im Sektor, sondern auch einer der günstigsten. Darüber hinaus sollten auch die französische Total und Statoil aus Norwegen gute Chancen bieten. Für Wagemutige könnte auch die Aktie der brasilianischen Petrobras einen Blick wert sein. Mit einem KGV von fünf ist sie unschlagbar günstig, birgt dafür aber auch ein deutlich höheres politisches Risiko.

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