Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bierbrauer SAB-Miller reißt das Steuer herum Blondes Gold

Ein aggressiver Vorstoß in neue Märkte und ein gelungener Turn-around sind oft der Stoff, aus dem Erfolgsgeschichten sind. Die Titel des südafrikanisch-britischen Bierbrauers SAB-Miller haben getreu diesem Muster seit ihrem Tief im März 2003 um mehr als 90 Prozent zulegen können.

HB JOHANNESBURG. Dass die Hoffnungen der Anleger nicht unbegründet waren, offenbart das letzten Monat vorgelegte Jahresergebnis für das Geschäftsjahr bis Ende März 2004, das beträchtlich über den hoch gesteckten Erwartungen der Experten lag. Umsatz und Gewinn stiegen beträchtlich, die Dividende wird kräftig erhöht.

Obwohl sich nach den Worten von SAB-Miller-Chef Graham Mackay im letzten Jahr fast alle Biermärkte positiv entwickelten, auf denen der Konzern vertreten ist, sticht Zentralamerika heraus, wo der Umsatz besonders stark zulegte. In Südafrika profitierte das Unternehmen, das in Dollar bilanziert, von der anhaltenden Stärke der Landeswährung Rand. Die Kap-Republik steuert als einstiger Kernmarkt noch immer rund 35 Prozent zu den Konzerneinnahmen bei. Insgesamt hat SAB-Miller hier einen Marktanteil von sagenhaften 98 Prozent.

Entspannt hat sich die Lage beim nordamerikanischen Brauer Miller, den die Südafrikaner vor zwei Jahren für 5,6 Milliarden Dollar übernommen hatten. Das neu eingesetzte Management widmet sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern fast ausschließlich dem Biergeschäft. Vor dem Verkauf war Miller ein verhältnismäßig kleiner und unrentabler Teil des Tabakimperiums von Philip Morris gewesen und entsprechend vernachlässigt worden.

Die US-Tochter profitierte zuletzt aber auch von äußeren Umständen: Wegen der Beliebtheit der so genannten Atkins-Diät sind in den USA Nahrungsmittel mit wenig Kohlenhydraten populär. Darunter fallen auch die von Miller produzierten Leichtbiere wie Miller Light, das zwei Drittel der dortigen Profite beisteuert.

Größter Konkurrent der Südafrikaner ist der amerikanische Brauer Anheuser-Busch, der Miller in den letzten Jahren laufend Marktanteile abgeknöpft hat. Der Kampf zwischen den beiden Braugiganten weitet sich zunehmend auf Afrika und Asien aus: So hat Anheuser-Busch erst vor kurzem damit begonnen, sein Bud-Bier auch am Kap zu verkaufen. Zudem liefern sich die beiden Bierriesen in China eine Schlacht um die Übernahme des Traditionsbrauers Harbin. Nachdem SAB Miller letztes Jahr einen 29,5-Prozent-Anteil an Harbin erworben und Anheuser-Busch im April mit einer ebenso hohen Beteiligung nachgezogen hatte, geht es jetzt Schlag auf Schlag: Am Dienstag erhöhten die Amerikaner ihren Anteil auf 36 Prozent. Dies hat zur Folge, dass Anheuser-Busch allen Harbin-Aktionären ein Angebot machen muss. Es bleibt abzuwarten, ob SAB-Miller seine Aktien nun mit einem hübschen Gewinn verkauft oder das eigene Kaufangebot nochmals erhöht. Schätzungsweise hat das Bietergefecht den Kaufpreis auf mindestens 550 Millionen Dollar in die Höhe getrieben – für ein Unternehmen, das 2003 einen Gewinn von kaum 15 Millionen Dollar erzielte. Allerdings kann es sich kein Bierbrauer leisten, China zu ignorieren. SAB-Miller verfügt in China über einen Marktanteil von rund zwölf Prozent.

SAB-Miller hat mit seinem Engagement in den USA eindrucksvoll beweisen, dass es seine in den Schwellemärkten erprobte Kosteneffizienz mit Erfolg auf die so genannten reifen Märkte im Westen anzuwenden vermag. Nach der Kurssteigerung ist die Aktie jedoch nun nicht mehr billig. Viel wird auch vom weiteren Verlauf der Sanierung bei Miller abhängen. Noch ist nicht ganz sicher, ob die Verbesserungen dauerhaft Bestand haben.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite