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Oft kann gesunder Verstand Bilanztricks entlarven Beliebte Maskerade

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Rasante Ergebnis-Steigerungen rühren häufig daher, dass Finanzchefs Kosten verschieben und Gewinne vorziehen. Manchmal aber ist es auch umgekehrt. Alle Kosten in einer Periode sammeln, dann sehen die nachfolgenden Quartale deutlich besser aus. Neue Chefs machen das gerne, um schnell Erfolge vorweisen zu können. So hat der neue Vorstand der WestLB, Thomas Fischer, jetzt alles was schief gegangen ist, in das Jahr 2003 gepackt und dort Verluste von 2,3 Mrd. Euro ausgewiesen. Im Jahr 2004 kann er dann mit einer raschen Ergebnisverbesserung glänzen. Das hat auch Chrysler-Chef Dieter Zetsche so gehandhabt, als er in Detroit das Ruder übernahm.

Nur Mut, auch schwerere Sünden lassen sich entlarven. „Im Zweifel lohnt sich immer ein Blick auf den Cash Flow“, sagt Bilanzexperte Sudhakar Balachandran von der Columbia Universität, „passt der zu den Ergebnissen?“ Enron etwa hatte im Juni 2001 einen Gewinn von 404 Mill.. $, gleichzeitig aber waren 527 Mill. $ Bares abgeflossen.

Bei Parmalat wiederum war verdächtig viel in der Kasse. Warum sollte ein Konzern ständig neue Kredite aufnehmen, wenn er gleichzeitig viele Milliarden in der Kasse hält? Die Erklärung, das Geld für Investments auf den Cayman Inseln zu brauchen, erscheint im Nachhinein ziemlich fadenscheinig. Bares sollte entweder via Dividende an die Aktionäre gehen oder es bleibt im Betrieb. Es stellte sich heraus, dass die auf dem Papier ausgewiesenen Kassenbestände gefälscht waren. Da haben sich wohl auch die Experten nicht getraut, nachzufragen.

Eiserne Regel: Nur ja nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten! Und wenn der nicht mehr reicht, dann gilt das Motto alter Wall-Street-Hasen: „Wenn ich etwas nicht verstehe, dann kaufe ich die Aktie nicht.“

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