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Thyssen-Krupp präsentiert sich als guter Schuldner Wunschdenken

Manchmal ist der Wunsch der Vater des Gedankens. So auch bei der neuen Anleihe von Thyssen-Krupp. Mit dem festverzinslichen Bond über 750 Millionen Euro, habe sich der Stahl- und Industriegüterkonzern „deutlich als Emittent im Investment-Grade-Markt positioniert“.

FRANKFURT/M. Das verkündeten zumindest stolz die Konsortialführer Citigroup und Deutsche Bank. Ihre Einschätzung ist aber nur bedingt richtig.

„Thyssen-Krupp musste vom Renditeaufschlag her einen Tribut für die ungleichen Ratings zahlen“, sagt Klaus Oster, Fondsmanager bei Deka-Investment. Das Renditeplus von 1,60 Prozentpunkten über der 2011 fälligen Bundesanleihe, das Thyssen-Krupp für seinen siebenjährigen Bond bot, gebe es im Investment-Grade-Bereich nur selten. Von daher sieht Oster Thyssen- Krupp als klassischen „Crossover- Emittenten“ – oder anders ausgedrückt: als Emittent „zwischen den Stühlen“.

Denn Fakt ist, dass Thyssen- Krupp kein reinrassiges Invest- ment-Grade-Rating hat. Diese Einschätzung für eine sehr gute bis mittlere Kreditwürdigkeit endet bei den Bonitätsnoten „Baa3“ (Moody’s) beziehungsweise „BBB-“ (Standard & Poor’s und Fitch). Viele Fonds dürfen nur Anleihen mit einem Rating innerhalb der als relativ sicher geltenden Investitionsklasse halten. Deshalb ist dieses Gütesiegel für Unternehmen wichtig.

Moody’s und Fitch stufen Thyssen-Krupp zwar auf der untersten Stufe der Investitionsklasse ein. Standard & Poor’s (S&P) hatte den Konzern mit den Geschäftsfeldern Stahl, Automobilzulieferung, Aufzüge, Technik und Dienstleistungen dagegen vor gut einem Jahr in die Klasse der spekulativen Emittenten verbannt. Grund für die Herabsetzung des Ratings auf „BB+“ und damit eine Stufe unter Investment- Grade war die Tatsache, dass S&P den Ansatz für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen änderte und diese dem Fremdkapital beziehungsweise den Verbindlichkeiten zurechnete. Die Anleihen von Thyssen-Krupp wurden sogar noch eine Stufe schlechter mit „BB“ bewertet, weil sie gegenüber den Finanzverbindlichkeiten der Holding nachrangig sind.

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