Chartgespräch „Der Kursrutsch des Dax hat schon begonnen“

An der Börse hat die Korrektur begonnen - meint der Charttechniker Gregor Bauer. Er sieht den Dax um mehrere hundert Punkte fallen. Sein Ratschlag: Anleger sollten abwarten. Der heutige Tag scheint ihm Recht zu geben.
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Am Montag verliert der Dax mehr als hundert Punkte. Quelle: dpa

Am Montag verliert der Dax mehr als hundert Punkte.

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DüsseldorfGut 50 Punkte haben in der vergangenen Woche bis zur symbolträchtigen 7000er- Marke gefehlt. Jetzt geht es aber erst einmal wieder in die andere Richtung - am Montag verliert der Dax zwischenzeitlich mehr als hundert Punkte auf 6.750 Zähler, bevor er sich zum Handelsschluss wieder berappelt.

Gregor Bauer, Vorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) sieht sich bestätigt: Geht es nach ihm, ist der Dax nach seinem fulminanten Anstieg für einen Rücksetzer fällig. Die Korrektur habe bereits begonnen, meint er. Der Abprall kurz vor der 7000er-Marke sei der idealtypische Beginn für die Korrektur, weil in diesem Bereich ein großer Widerstand liege.

Zur Vorgeschichte: Bei jedem Rücksetzer zwischen Mai und August 2011 hatte die 7000-Punkte-Marke gehalten. Je öfter diese Unterstützung hielt, desto mehr Anleger hatten sie als solche erkannt. Umso bemerkenswerter war schließlich der rasante Durchbruch im August. Kaum war die 7.000er-Marke gerissen, kannte der Dax in den turbulenten Sommerwochen kein Halten mehr. Er fiel knapp unter 5.000 Punkte. Damit erfüllte sich die Chartregel: Einmal durchbrochene Unterstützungen richten umso mehr Unheil an, je stärker sie zuvor von Anlegern als solche wahrgenommen wurden. Der Grund dafür liegt in der sich selbsterfüllenden Prognose. Wenn scheinbar sichere Unterstützungen brechen, ziehen umso mehr Anleger die Reißleine, je mehr zuvor auf sie vertraut hatten.

Üblicherweise werden einmal gebrochene Unterstützungen zu Widerständen - und das erst recht, wenn sie nachhaltig gebrochen wurden - so wie im August. Bauer sieht den Dax in den kommenden Wochen bis in den Bereich von 6400 Punkten fallen. Dort sei er gut unterstützt. Zum einen aus dem Hochpunkt vom vergangenen Herbst. Monatelang war es dem Dax nicht gelungen, diese Zone zu überwinden. Als er es schließlich schaffte, mutierte dieser Widerstand zur Unterstützung.

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19 Kommentare zu "Chartgespräch: „Der Kursrutsch des Dax hat schon begonnen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • aktienkursprognosen sind wie das geschwätz des stammtisches über die fußballbundesliga.zufallmeine herren, nichts als zufall regiert die welt.

  • @Micie

    Hirscht-Tot hat recht, und Sie unrecht.

    Steigende Märkte sagen nichts über den Geldfluss aus.
    Marktkapitalisierung ist auch nur eine Illusion. Bei Wertpapieren geht es nur um Wert. Steigt der Wert der Aktie, steigt die Marktkapitalisierung. Dazu muss kein Cent fließen. Wenn also z.B. der Market-Maker sagt, die Aktie der Deutschen Telekom ist bei 20, dann ist sie das. Da der Market-Maker Kurse ohne jeglichen Geldfluss Kurse stellen kann, wäre zu dem Zeitpunkt die Telekom 4.321.000.000 * 20 = 86.420.000.000 Euro wert. Nur "wert"! Nicht mehr, und nicht weniger. Und bei fallenden Kurs wird eben "Wert" verbrannt, nicht Geld.

  • Fassen wir nochmal zusammen: wenn der DAX auf 6.400 gesunken ist, dann sind das keine günstigen Einstiegskurse, sondern sich soll warten und passiv zuschauen bis der DAX auf 7.200 gestiegen ist, dann einsteigen und mich daran erfreuen, den Anstieg auf 7.500 mitzunehmen.

    So genau muss man die Entwicklung vom DAX erstmal kennen, dass man den Anlegern empfehlen kann, nur die letzten paar Prozentpunkte einer Hausse mitzunehmen.

  • Das Geld ist nie weg, es hat bloß ein anderer.

  • Aber natürlich fließt Geld in Aktien, wenn die Märkte steigen. Die Marktkapitalisierung steigt schließlich. Genauso wie bei fallenden Märkten Geld aus dem Markt fließt. Nur das Bild, dass "Geld vernichtet wird" bei fallenden Kursen ist eben falsch...

  • Weil die 200-Tage-Linie empirisch relevant ist?

  • Warum 200-Tage-Linie? Warum nicht 188, 191, oder 212 ? Blödsinn.

  • Siggi40: Der institutionelle Terror á là Robespierre hat die "Bürger" Frankreichs also beglückt? Schauen Sie sich Ihre webcamgirls an und gehen Sie duschen.

  • Den Artikel würde ich auf folgenden Text reduzieren:
    „So lange sich die Bankster von den stupid Steuerzahler Milliarden und Billionen
    Steuergeldern stehlen dürfen, geht der Dax nach oben. So bald dann wieder alles im Eigenhandel und an der Börse verzockt wurde – im freien Fall nach unten. Die Kurse sind ausschließlich liquiditätsgetrieben! Haben mit der realen Wirtschaft nichts gemein. Die Börse ist ausschließlich zum Las Vegas in der 3.Potenz verkommen“.

    2009 und 2010 waren es läppische 4589 Milliarden €, am 21.12.2011 einen Muckenschiss in Höhe von 489 Milliarden und am Donnerstag dürfen sich die Bankster unbegrenzt von den Sparanlagen der ehrlichen Steuerzahler Geld stehlen. Credit Suisse: „EZB muss Banken bis zu 10 Billionen Dollar leihen“. Dann geht es mit dem Dax noch a bissl nach oben ... bis ein Monat später der nächste Raub stattfindet .... ein Monat später ...
    Zumindest so lange, wie sich die stupid people diese Betrügereien widerstandslos gefallen lassen. 1789 – 1793 hatten die Bürger Frankreichs die selben Probleme zur vollsten Zufriedenheit gelöst.
    Und auf was warten wir eigentlich noch?

  • Sehr guter Beitrag, Danke!

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