Frankfurter Gespräch Experten erwarten heftigen Dax-Einbruch

Droht dem Dax nach seinem fulminanten Anstieg der Absturz? Die Euphorie an den Aktienmärkten ist von kurzer Dauer, sagen Charttechniker dem Handelsblatt. Sie erwarten einen neuen Einbruch - und dann die Trendwende.
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Frankfurter Gespräch, v.l.: Michael Riesner, Klaus Deppermann, Frederik Altmann, Christian Henke. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Frankfurter Gespräch, v.l.: Michael Riesner, Klaus Deppermann, Frederik Altmann, Christian Henke.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

FrankfurtGriechenland droht die Pleite und Europa die Rezession - doch die Börsen legen einen so guten Jahresstart hin wie zuletzt vor 15 Jahren. Droht dem Dax nach seinem fulminanten Anstieg der Absturz, so wie nach dem verheißungsvollen Beginn im vergangenen Jahr?

Um Antworten darauf zu finden, hat das Handelsblatt vier renommierte Charttechniker in die Frankfurter Redaktion eingeladen - also Analysten, die ihre Prognosen aus Kursentwicklungen und Trendfolgemodellen ableiten. Die bestechende Idee dahinter: Je mehr Anleger nach Chartmustern handeln, desto eher erfüllen sich die daraus abgeleiteten Prognosen von selbst.

"Bislang haben wir nur die erste Welle der Abwärtsbewegung gesehen", sagt Michael Riesner von der UBS zum Dax. Nach dem tiefen Fall im vergangenen Sommer rechnet der Leiter der technischen Analyse bei UBS mit einem neuerlichen Rückfall - "so wie es in Bärenmärkten nach einer Zwischenerholung, die den Dax bis auf 6600 Punkte bringen kann, typisch ist." Er erwartet, dass der Dax sein Tief vom Vorjahr, das knapp unter 5000 Punkten lag, testen und nicht nennenswert unterschreiten wird, so dass sich daraus ein tragfähiger Boden herausbilden wird.

Gefangen im Bärenmarkt

Riesner sieht ebenso wie BHF-Bank-Analyst Klaus Deppermann die Börsen in einem ausgeprägten und bereits im Jahr 2000 begonnenen Bärenmarkt gefangen. Bärenmärkte kennzeichnen sich durch ausgeprägte Talfahrten, so wie 2001 bis 2003 und 2008/09, bei denen es zwischenzeitliche Erholungen gibt, ohne dass die Kurse die alten Hochs überwinden können. Eine "große Chance für ein Ende dieses Bärenmarkts" sieht Deppermann im Spätsommer dieses Jahres.

Bei vielen Anlegern dürfte während des Kursverfalls die Entwicklung vom vergangenen Sommer wieder in den Fokus geraten. Damals hatte sich der beherzte Einstieg gelohnt, weil die Kurse rasant nach oben durchstarteten. Ähnliches erwartet BHF-Bank-Experte Deppermann auch jetzt: 2011 wäre also die Vorlage für 2012, wobei er diesmal mit dem Beginn einer neuen und ausgeprägten Hausse rechnet.

Zuvor sieht der Analyst jedoch auf Sicht der nächsten Monate neuerliches Potenzial nach unten. "Der Dax hat seine Jahreshochs vermutlich bereits gesehen." Ebenso wie Riesner sieht er den Dax allenfalls bis auf 6600 Punkte in den nächsten Tagen oder Wochen noch ansteigen. Gemessen am aktuellen Niveau wären das nur noch gut zwei Prozent.

Nach einer ersten und spätestens im Februar startenden Korrektur rechnet Deppermann im Anschluss an eine Zwischenerholung mit einer zweiten Abwärtsbewegung bis in den August hinein. "Diese dürfte den Dax bis knapp unter die Marke von 5000 Punkten drücken." Das heißt, ähnlich tief wie im vergangenen August.

Die Aktionäre halten sich zurück
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55 Kommentare zu "Frankfurter Gespräch: Experten erwarten heftigen Dax-Einbruch"

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  • Mich würde sehr interessieren, was diese "Experten" zu der momentanen Entwicklung, lächerliche zwei Tage nach Ihren krassen Fehlprognosen, zu sagen haben. Vielleicht macht sich ja auch mal jemand beim Handelsblatt die Mühe, die Treffsicherheit dieser Experten statistisch zu untersuchen. Wetten, daß da nicht viel mehr als 50% (=Zufall) herauskommt?
    Und wenn es doch wieder runtergeht - was früher oder später der Fall sein wird - dann heißt es eben, man hat nur den Zeitpunkt nicht genau erwischt oder den Umkehrpunkt nicht exakt vorausgesehen oder was auch immer.

    Ich wage jetzt mal, abgeleitet von der 365-Tage-Linie, die gewagte Prognose, daß wir im Juni wahrscheinlich um ca. 30°C (+- 10°C, genauer kann ich nicht) wärmere Temperaturen sehen werden, als heute.

    Bin ich jetzt qualifizierter Wetteranalyst und darf ein entsprechendes Gehalt einstreichen?

  • Wie lange wollen Sie uns diese unsachlichen Kommentare noch zumuten und diesen "sogenannten Experten" Glauben schenken. Die Realität ist völlig anders. Selbst der erfolgreiche Unternehmer Würth spricht von einem Boom wie schon Jahre nicht mehr und sieht auch sehr optimistisch in die Zukunft. Nur solche Persönlichkeiten, die auch etwas vorzuweisen haben, sind für mich die wahren Experten. Mittlerweile nennt sich Hinz und Kunz Experte.
    Man braucht auch kein Prophet zu sein um den Dax im Frühjahr über 7000 Punkte zu sehen. Schon jetzt wird diese Marke angepeilt. Daran wird auch Griechenland nichts ändern.

  • Leute kapiert es endlich:

    Die Börse ist ein reines WETTSPIEL ! Pferderennbahn für Intellektuelle. Und zwar mit absoluen Phantasiesummen !

    Mach diesen Land dicht, er bringt keine Produktivität

  • Die Voraussagen sind schon nicht seriös, aber die Begründungen sind geradezu absurd.
    Werden diese Herren eigentlich bewusst von der Realität abgeschirmt?

  • Verstehe, DAX über 6.600 Pkt. frühestens im Spätsommer.
    Und was mache ich jetzt mit meinem Reverse-Bonuszertifikat mit Schwelle 6.600, das ich daraufhin gestern gekauft habe? *lol*

  • Heute morgen habe ich den Artikel gelesen. Jetzt, ca. 8h später hat der DAX bereits die genannte maximale 6600er-Schwelle erreicht. Also heißt es jetzt: ABWÄRTS!!! Oder doch nicht?

  • wie sagte mal ein Zen-Meister?
    Zum rechten Zeitpunkt im passenden Moment weiter rechnen?
    ich find ja auch, daß man sowas nicht studieren kann.

    sowas sagt ein kleinanleger.

  • und?
    Geschäft ist nunmal Risiko.
    Fuchs und Platow auch gleich abbestellt.
    Und ich werds nicht vermissen: das Geschwätz.

    so what.

  • Bei uns jedenfalls landet das Analystengesabbere dort wo es hingehört: Ablage P.
    "Könnte mit einem Spread" bei so einem Zugeflocke is hier der Laden absolut resistent.

  • Vor allem: Der Chartanalyst Doktor Deppermann (nomen est omen?) hat Strümpfe wie ein Dreijähriger. Wenn das mal nichts Schlimmes für die Qualifikation ahnen läßt!

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