Abschied von der Parität 1 Dollar ≠ 1 Euro

Und wieder einmal lagen die Pessimisten daneben: Der Euro steht zum Dollar wieder stärker da, die Parität – „ein Euro gleich ein Dollar“ – scheint in weiter Ferne. Was Analysten in diesem Jahr vom Wechselkurs erwarten.
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Die Parität, ein Wechselkurs von 1:1 für Euro und Dollar, scheint in die Ferne gerückt zu sein. Quelle: dpa
Euro-Dollar

Die Parität, ein Wechselkurs von 1:1 für Euro und Dollar, scheint in die Ferne gerückt zu sein.

(Foto: dpa)

FrankfurtEin weiterer Absturz des Euro-Kurses hat lange als ausgemachte Sache gegolten. Die Parität zum Dollar schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein – also ein Wechselkurs von 1:1. Doch der Euro machte den Pessimisten einen Strich durch die Rechnung. Seit Wochen ist die Gemeinschaftswährung auf Erholungskurs. Auch wenn es dabei immer wieder Rückschläge gibt – die positiven Konjunkturdaten in der Euro-Zone geben Stabilität. Dass der Euro bald nur noch einen Dollar wert ist, dürfte damit eher unrealistisch sein.

In der vergangenen Woche haben vor allem die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi dem Euro-Kurs geholfen. Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) sieht die Inflation zurück in die Euro-Zone kommen. Im Mai kletterte die Teuerungsrate um 0,3 Prozent nach 0,0 Prozent im Vormonat und minus 0,6 Prozent im Januar. Sofort kamen Spekulationen auf, ob die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihekäufe früher zurückfahren könnte.

Die Stützungsmaßnahmen der EZB hatten letztendlich zu der Schwächung der Gemeinschaftswährung ab vergangenem Sommer geführt. Hatte der Euro im letzten Jahr noch knapp 1,40 Dollar erreicht, sackte er im März auf unter 1,05 Dollar – ein Minus von 25 Prozent. Experten wie der Chefökonom der US-Investmentbank Goldman Sachs, Jan Hatzius, rechneten fest damit, dass die Euro-Dollar-Parität noch in diesem Jahr erreicht wird. Doch die jüngsten Konjunkturaussichten in der Euro-Zone haben den Abwärtstrend vorerst gestoppt.

Damit zahlt die Welt
Platz 10: Singapur Dollar
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Das asiatische Land gilt als einer der begehrtesten Finanzstandorte der Welt. Wenig Regulierung, viele Banken und die geografische Nähe zu China locken zahlreiche Investoren. Im Dezember 2014 wurden laut „Swift Watch“ 0,9 Prozent des globalen Zahlungsverkehrs in Singapur Dollar abgewickelt.

Platz 9: Hongkong Dollar
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Auf Hongkong treffen fast die gleichen Eigenschaften wie auf Singapur zu. Dementsprechend oft wurde mit der asiatischen Währung bezahlt. In Hongkong-Dollar wurden 1,3 Prozent des weltweiten Zahlungsverkehrs abgewickelt. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa ein Prozent.

Platz 8: Schweizer Franken
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Die Schweizer Währung hat nach der Loslösung vom Euro-Kurs an Attraktivität verloren. Der Schweizer Franken wertete im Anschluss dramatisch auf. Im Dezember landete die Währung hinsichtlich des Zahlungsverkehrs mit 1,4 Prozent auf dem achten Platz. Ein Jahr zuvor wurden noch 1,8 Prozent der weltweiten Bezahlungen in Schweizer Franken abgewickelt, womit die Währung auf den sechsten Platz landete.

Platz 7: Australischer Dollar
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Australien hat eine funktionierende Wirtschaft. Zu verdanken hat das Land das vor allem dem nachhaltig starken Wachstum vieler asiatischer Länder. China gehört zu den Hauptgeschäftspartnern von Australien. Solange die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst, wächst auch Australiens Wirtschaft. Kein Wunder also, dass 1,8 Prozent der Bezahlungen auf diesem Planeten in Australischen Dollar getätigt werden.

Platz 6: Kanadischer Dollar
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Kanada zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Der Nachbarstaat der USA mischt daher auch im Bereich des Zahlungsverkehrs bei den Größten mit. 1,9 Prozent aller Zahlungen auf dieser Welt wurden mit Kanadischen Dollar realisiert.

Platz 5: Yuan
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Den größten Sprung im Dezember 2014 machte der chinesische Yuan. Von Platz 13 im Januar 2013 nahmen die Zahlungen so stark zu, dass der Yuan im Dezember 2014 auf den fünften Platz vorrückte. 2,2 Prozent der weltweiten Zahlungen wurden in Yuan abgewickelt.

Platz 4: Yen
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Noch gehört Japan zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt. Doch die jahrzehntelange Deflation macht dem Land zu schaffen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe versucht mit einer aggressiv expansiven Geldpolitik dies zu ändern. Allerdings sind die Erfolge allenfalls kurzfristiger Natur. Der japanische Yen war nichtsdestotrotz eines der beliebtesten Zahlungsmittel im Dezember 2014. 2,7 Prozent der Zahlungen wurden mit Yen-Banknoten getätigt.

„Ungeachtet kurzfristiger Schwankungen spricht mehr für eine weitere Erholung des Euro denn für eine neue Dollar-Stärke“, schreibt Helaba-Experte Christian Apelt in seinem Wochenausblick. Vasileios Gkionakis, leitender Devisenstratege bei Unicredit, ergänzt, dass der Euro diese Woche weitere Unterstützung bekommen könnte, sofern die Produktionsdaten in der Euro-Zone gut ausfallen.

In Deutschland waren die Exporte und die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im April schon einmal überraschend stark, wie am Montag bekannt wurde. Da aber auch die US-Konjunkturdaten im Großen und Ganzen positiv sind, gebe es für den Dollar keine großen Absturzrisiken, so Gkionakis.

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5 Kommentare zu "Abschied von der Parität: 1 Dollar ≠ 1 Euro"

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  • Weitere Infomationen zum Schuldenerlass

    http://www.spiegel.de/einestages/londoner-schuldenerlass-a-946561.html

  • Mein Eindruck ist schon lange das der Dollar ständig gesundgebet wird, und es Mode ist, den Euro permant Krankzuschreiben. Ich glaube das es im wahren Leben eher umgekehrt ist.
    Die hängt in erster Linie damit zu tun das die Amis ihren Dollar mit den immensen Schulden der USA mit allem Pathos verteidigen - und wir dämlichen Europäer uns von diesm Pathos anstecken lassen. Und die Europäer - haben keinerelei gesamteuropäischen Patriotismus und reden ihren eigene Währung ständig schlecht.
    Und den kranken Griechen - die dringed lebensnötwendige Medizin benötigen - im sinne eines Schuldenerlasses - wird die Medizin ständig teurer gemacht. Im übrigen gab es für Deutschland auch einen Schuldenerlass - ca die Hälfte der Reperationskosten des 2. WW- und dann ging es bergauf.

  • Was für ein Artikel, Finanz-Stammtisch in Buchstaben, aber reichlich wenig zu den Mechanismen und Treibern des Wechselkurses. Unter dem Strich spricht fast alles für einen weiter schwachen EUR, der damit die Kaufkraft der breiten Masse in diesem Land weiter nach unten treibt (und das seit nahezu seiner Einführung).

    Aber Hauptsache man muss in Griechenland nicht mehr Geld umtauschen oder gar umrechnen, da verzichtet man doch gerne auf 20-30% Kaufkraft, gell, lol.

  • Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Auch die Optimisten können sich täuschen.
    Aber zu Glück spielt das am Devisen Markt keine Rolle in welche Richtung die Währung tentiert.
    Wichtig ist die richtige Seite.
    Aber abgesehen davon, ist ein schwacher Euro besser für die Wirtschaft.

  • Warum der Euro wieder Stärke zeigt? Weil die Welt davon ausgeht, dass Griechenland endlich aus dem Euro fliegt.

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