Angst vor Schuldenspirale Banken verbieten Bitcoin-Käufe per Kreditkarte

Vier Banken wollen Kunden vor Schulden aufgrund von Bitcoin-Kursschwankungen bewahren. Daher verbieten sie den Kauf per Kreditkarte.
Update: 05.02.2018 - 14:41 Uhr 2 Kommentare
Bitcoin: Lloyds verbietet Bitcoin-Käufe mit Kreditkarte Quelle: Reuters
Lloyds Banking Group

Zu der Gruppe gehören unter anderem die Geldhäuser Lloyds, Halifax und Bank of Scotland.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfImmer mehr US-amerikanische und britische Großbanken wollen ihre Kunden vom Kauf von Kryptowährungen abhalten. Zu den Skeptikern zählen die britische Lloyds Banking Group, die US-Banken JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup. Alle erlauben ihren Kunden keine Kreditkarten-Käufe von Bitcoins und anderen Kryptowährungen mehr.

Die Bank of America hat am Freitag Kreditkarten-Transaktionen an bekannte Kryptowährungs-Börsen eingestellt. Die Richtlinie gilt laut Institut für alle Privatkunden- und Geschäftskreditkarten. Debitkarten seien nicht betroffen. Ebenfalls am Freitag erklärte die Citigroup, dass Käufe von Kryptowährungen mit der eigenen Kreditkarten unterbunden werden. „Je nach Marktentwicklung werden wir unsere Entscheidung überprüfen“, erklärte eine Sprecherin.

JPMorgans Verbot trat am Samstag in Kraft. Man wolle das mit den Transaktionen verbundene Kreditrisiko nicht mehr schultern, hieß es. Am Montag zog dann die britische Bankengruppe Lloyds Banking Group nach. Zum Konzern gehören unter anderem die Geldhäuser Lloyds, Halifax und Bank of Scotland. Kunden sollten davor bewahrt werden, infolge der starken Kursschwankungen Schulden anzuhäufen, so eine Erklärung. Auch bei Lloyds können digitale Währungen weiter per EC-Karte gekauft werden.

Die US-Kreditkartenanbieter Capital One Financial und Discover Financial Services hatten zuvor bereits erklärt, den Kauf von Kryptowährungen über ihre Karten nicht zu unterstützen. Platzhirsch Mastercard erklärte, dass die grenzüberschreitenden Volumina in seinem Netzwerk – ein Maß für die Käufe im Ausland – in diesem Jahr um 22 Prozent gestiegen sind – unter anderem durch den Kauf digitaler Währungen. Der Trend schwäche sich mit dem Ende der Preisrally aber bereits ab, so Mastercard.

Immer mehr Privatanleger waren 2017 vor dem Hintergrund eines beispiellosen Kursgewinns von zwischenzeitlich rund 2.000 Prozent beim Bitcoin in den Markt für Kryptowährungen eingestiegen. Das Risiko eines Totalverlusts blendeten viele aus. Das Ausfallrisiko geht beim schuldenfinanzierten Kauf über Kreditkarten auf die Banken über – sie könnten auf Krediten sitzenbleiben, wenn ein Kreditnehmer falsch wettet und seine Schulen nicht zurückzahlen kann.

Eine weitere Gefahr ist, dass Diebe gestohlene Kreditkarten missbrauchen. Zunehmend greifen auch die Aufsichtsbehörden in den Markt ein und fordern die Banken dazu auf, Kundentransaktionen auf Anzeichen von Geldwäsche zu überwachen – was durch den Tausch von Dollar und Euro in digitale Münzen deutlich schwerer wird.

Die weltweit wichtigste Kryptowährung Bitcoin hat seit dem 18. Dezember mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt und ist am Freitag zum ersten Mal seit November unter die Schwelle von 8.000 Dollar gesunken. Auch andere digitale Währungen verloren inzwischen stark an Wert. Analysten führen den Kursverfall unter anderem auf zunehmende Regulierung rund um die Welt zurück, Sorgen um mögliche Preismanipulationen und einem Werbeverbot für Kryptowährungen und virtuelle Börsengänge, sogenannten ICOs, auf Facebook. Sollten nun die Käufe mithilfe von Kreditkarten einbrechen, dürfte das den Druck auf den Markt noch verschärfen.

  • feho
  • dpa
  • Bloomberg
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2 Kommentare zu "Angst vor Schuldenspirale: Banken verbieten Bitcoin-Käufe per Kreditkarte"

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  • Das Problem geht viel weiter.
    Was passiert mit den gescheiterten Existenzen aus div. Kryptowährungsverlusten?
    Die liegen den Steuerzahlern mit ehrlicher Arbeit hinterher auf der Tasche.
    Die Reallohnverluste sind mittlerweile so eklatant, dass viele in Bitcoin & sonstige Kryptowährungen neue Heilsbringer schnellen Geldes sehen.
    Dummheit ist bisher nicht strafbar, wieso dann die Gesellschaft bestraft werden darf, ist nicht plausibel. Wer eigenverantwortlich! und bewußt mit Geld auf Risiko spielt, sollte nicht mehr auf Hilfe der Gesellschaft hoffen dürfen; sei es für private Insolvenz oder soziale Unterstützung. So einfach ist das dann nicht Verschuldungen einfach gutzuheißen, es bleibt letztendlich nicht das Problem des Schuldners alleine.


  • Sollen sie doch Bitcoins auf Kredit kaufen!
    Letzendlich wandert das Geld dann doch von den Dummen zu den Intelligenten. Das war bei den Tulpenzwiebeln, bei den "historischen Aktien", bei dem "Neuen Markt", bei den ABS-Papieren und noch viel mehr Beispielen so. Letztendlich lassen sich Zentralbanken und Staaten nicht die Hoheit über die Währungen aus der Hand nehmen. Im Notfall wird ein Gesetz erlassen und die Kryptowährungen sind bei Strafe verboten. Es darf auch nicht sein, dass jeder einfach so eine eigene Währung einführen kann. Wir haben genug Währungen weltweit, die alle onlinetauglich sind. Die Welt braucht keine Kryptowährungen. Forderungen danach kommen von Glücksrittern, die eine Möglichkeit suchen, möglichst viel Geld von anderen Menschen zu erhalten um damit ein sorgenfreies Leben zu führen.

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