Angst vor starkem Franken Was die Schweizer Währungshüter tun können

Vieles deutet darauf hin, dass die EZB den Leitzins bald auf null Prozent absenkt und negative Einlagenzinsen einführt. Der Schweizer Franken steht dann unter Aufwertungsdruck. Welche Optionen die Währungshüter haben.
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Seit 2012 halten die Schweizer Währungshüter den Wechselkurs zum Euro bei 1,20 Franken je Euro weitgehend stabil. Nun droht die Aufwertung. Quelle: dpa

Seit 2012 halten die Schweizer Währungshüter den Wechselkurs zum Euro bei 1,20 Franken je Euro weitgehend stabil. Nun droht die Aufwertung.

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DüsseldorfDie Schweizer Währungshüter stehen unter zunehmendem Druck, eine Antwort auf die mögliche Einführung weiterer geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen durch die Europäische Zentralbank (EZB) zu finden. Denn diese hätte wohl eine weitere Aufwertung des Franken zur Folge.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Zinsen bereits auf null gesenkt, nicht zuletzt auch um die Deckelung der Landeswährung bei 1,20 Franken je Euro zu verteidigen. Sollte die EZB ihre Zinsen weiter senken oder Ankaufprogramme für Vermögenswerte ausweiten, wird die SNB weitere Schritte unternehmen müssen, um eine Festigung des Frankens zu verhindern.

„Die SNB könnte vor einem Dilemma stehen”, sagt David Tinsley, ein Volkswirt bei BNP Paribas in London. „Sollte es zu einem negativen Einlagensatz der EZB kommen, erhöht sich der Aufwertungsdruck für den Franken. Es stellt sich die Frage, was die SNB dagegen zu tun bereit ist.”

Ein Maßstab für die Einschätzung erwarteter Kursschwankungen beim Franken schnellte vergangene Woche so stark hoch wie bei keiner anderen der insgesamt 16 Weltwährungen. Das deutet darauf hin, dass sich Händler vor der nächsten EZB-Entscheidung am 5. Juni auf die Schweizer Währung konzentrieren. Nach Auffassung von Volkswirt Nouriel Roubini, Professor an der New York University, würden die Notenbanker eine Anpassung des Mindestkurses in Erwägung ziehen, um die Währung nötigenfalls zu schwächen.

Von 21 von Bloomberg befragten Volkswirten rechnen elf mit einer Reaktion der Notenbank auf EZB-Maßnahmen. Von ihnen wiederum sagen sieben eine Intervention der SNB an den Devisenmärkten voraus. Seit September 2012 haben die Währungshüter keine Franken mehr gegen Euro verkauft. Die übrigen Befragten halten es für möglich, dass Gebühren von Banken verlangt werden, die überschüssige Liquidität bei der Zentralbank parken.

SNB könnte wieder Euro ankaufen
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3 Kommentare zu "Angst vor starkem Franken: Was die Schweizer Währungshüter tun können"

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  • Klar werden die korrupten Schweitzer Strippenzieher weiter wertlose Eoros kaufen. Die Schweitzer Bürger müssen auch dran glauben am Tag X - wo alles zusammenbricht . Geplanterweise !!!

  • Manche Länder haben eben Luxussorgen. Die könnten wir auch haben

  • Ich verstehe nicht, was Roubini da mutmasst.

    Warum sollte die SNB irgendwas an dem Mindestkurs von 1,20 ändern? Nach unten, würde der SNB Buchverluste bescheren. Nach oben, würde - gerade wenn es im Euroraum wieder wackeln sollte! - erheblichen Interventionsbedarf ("Druckertinten- und Papierverbrauch" ;-) ) bedeuten.

    Kann mir das Einer erklären?

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