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Asien koppelt seine Währungen vom Aufwertungstrend ab, wird damit aber wohl nicht auf Dauer Erfolg haben Experten sehen den Euro weiter steigen

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Die meisten Analysten rechnen mit einem weiteren Euro-Anstieg. „Es wird weitergehen“, meint Michael Klawitter, Devisenexperte der WestLB in London. Für ihn liegt der wesentliche Grund darin, dass „der Zusammenhang zwischen starken US-Daten und einer Befestigung des Dollars zusammengebrochen ist“. Dies sei aber nicht erstaunlich. Denn die Erholung der US-Wirtschaft beinhalte auch, dass sich die Erwartungshaltung bezüglich der US-Notenbank ändere und auch eine gewisse Sorge um steigenden Preisdruck nicht mehr wegdiskutiert werden könne.

Noch gebe es aber keinen Dollar- Crash. „Es ist eine kontrollierte Bewegung“, sagt Klawitter. Dies könne sich aber ändern, sollten die Kapitalflüsse in die USA auch für Oktober wie schon im September erneut deutlich zurückgegangen sein. Denn noch werde das US-Leistungsbilanzdefizit zu 95 % mit Käufen ausländischer Anleger von US-Bonds finanziert. „Diese Stütze wird dann sehr wackelig.“ Und ein Ausgleich über Käufe von US-Aktien oder Direktinvestitionen sei aber nicht absehbar. Zur Größenordnung: In den ersten Monaten lagen die Zuflüsse am US-Bondmarkt bei 500 Mrd. $ gegenüber nur 19 Mrd. $ bei Aktien.

Auch Eberhardt Unger, Chefökonom von fairesearch, einer unabhängigen Research-Gesellschaft, sieht das Leistungsbilanzdefizit mit Sorge. Jeden Tag machten die USA 2 Mrd. $ neue Schulden. Bisher sei dies nur gelungen, weil „die Welt Dollar-gläubig war“. Die „Wurzel allen Übels“ sieht Unger in dem „Überkonsum in den USA auf Kosten anderer“. Auch er befürchtet keinen Dollar-Crash, sondern eine langsame, kontinuierliche Anpassung. Doch diese werde „letzten Endes allen wehtun“: Europa, Japan und Südostasien.

Für einige Unsicherheit sorgen inzwischen die Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. „Der Wahlkampf hat schon begonnen“, sagt Unger; dies zeigten die Protektionismusthemen. Noch unklar ist, wie die verschiedenen Handelskonflikte zwischen den USA und Europa, China sowie Japan gelöst werden. „Diese Situation birgt sehr viel Zündstoff“, sagt auch Klawitter.

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