Aufruhr im Zentrum der Krypto-Welt Japanische Finanzaufsicht bestraft sieben Bitcoin-Börsen

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Japan gibt einen Vorgeschmack auf die Zukunft der Krypto-Börsen
Zitate zum Bitcoin
„Wenn wir einen Trader hätten, der mit Bitcoins handeln würde, ich würde ihn innerhalb von einer Sekunde feuern“
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Jamie Dimon (JP-Morgan-Chef)

„Das ist mehr als eine Masche“
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James Gorman (Morgan-Stanley-Chef)

„Die exakte Definition einer Blase“
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Tidjane Thiam (Credit-Suisse-Chef)

„Ein Index für Geldwäscher“
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Laurence Fink (Chef der Fondsgesellschaft Blackrock)

„Gold hat einen Wert, weil die Menschen daran glauben, dass es einen Wert hat. Der Bitcoin ist auf einer faszinierenden Technologie aufgebaut, und seine Anzahl ist beschränkt.“
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Mike Novogratz (Hedge-Fonds-Manager)

„Der Bitcoin ist ein Tauschmittel, das nicht von einer Zentralbank herausgegeben wird, sondern von nicht bekannten Akteuren. Ich sehe ihn nicht als Währung.“
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Carl-Ludwig Thiele (Bundesbank-Vorstandsmitglied)

„Er ist nur ein tolles Beispiel für eine Blase.“
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Robert Shiller (Ökonom, Wirtschaftswissenschaftler an der Yale University und Nobelpreisträger)

„Doch viele unterschätzten die Sicherheitsaspekte“, sagt Thomas Glucksmann, der das Asiengeschäft der Hongkonger Börse Gatecoin leitet. Glucksmann weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, woran viele Rivalen leiden. Er hat seine Karriere bei Mt. Gox begonnen und sowohl zu schnelles Wachstum als auch Hackerangriffe miterlebt.

Tatsächlich seien Börsen sehr schwierig zu betreiben, ist sein Fazit. Denn die Firmen wüchsen rasant und müssten gleichzeitig eine Compliance, Kundendienst, Medienarbeit aufbauen und die Aufseher zufriedenstellen.

Coincheck beispielsweise hat bei dieser Hetzjagd nach Gewinn und Kundengunst bei der Sicherheit geschlurrt. Die Konten wichtigerer virtueller Währungen wurden wie von der Firma versprochen in so genannten „cold wallets“ gespeichert, also ohne Verbindung zum Internet.

Doch die geraubten Nems wurden in „hot wallets“ aufgehoben, also in konstant mit dem Internet verbundenen Börsen aufgehoben. Daher waren sie eine leichte Beute für Hacker. Nach dem Raub entschuldigte sich das Management dann auch mit Personalmangel.

Nun kämpft das Unternehmen nicht nur ums Überleben, sondern auch um das Vertrauen der Kunden. Gleich nach dem Raub hatte es den Opfern Entschädigung versprochen. Am Donnerstag kündigte Coincheck nun unter anderem an, bis Ende kommende Woche die Raubopfer zu entschädigen. Insgesamt will die Börse 46,6 Milliarden Yen (rund 350 Millionen Euro) aus seinem Kapital in den betroffenen Konten deponieren.

Darüber hinaus stellte die Börse vor, wie sie ihre Systeme verbessern will. Eine wichtige Maßnahme ist die Berufung eines unabhängigen Systemsicherheitsmanagers, der direkt dem Vorstand unterstellt ist. Zudem wird für ihn eine eigene Abteilung aufgebaut, die neue Sicherheitsstandards entwickeln, deren Umsetzung überwachen und das Personal schulen soll.

Auch die Firmenführung zieht langsam persönlich Konsequenzen aus der Kritik an ihrem Management vor, während und nach der Krise. Coincheck-Chef Koichiro Wada will nun auch über einen Rücktritt nachdenken, um für den Raub Verantwortung zu übernehmen. Nach japanischen Verständnis ist dieser Schritt schon lange überfällig.

Ob diese Maßnahmen reichen, um die lukrative Registrierung doch noch zu ergattern, wird sich zeigen. Die abgemahnte Börse hat bis zum 22. März Zeit, der FSA über ihre Verbesserungsarbeiten zu berichten. Nur eines ist schon jetzt klar: Für einige Börsen sind die Kosten härterer Regulierung zu hoch.

Die zeitweise geschlossene Börse Bitstation hat ihren Antrag auf eine Registrierung bereits zurückgezogen. Doch mit Bitexpress und Raimu gaben auch zwei Handelsplätze auf, die am Donnerstag nicht bestraft worden waren. Sie müssen nun die Gelder und Kryptowährungen an die Kunden zurückzahlen und dann schließen. Damit lebt Japan der Finanzwelt nicht nur den Trend zu mehr Regulierung der virtuellen Währungsbörsen vor, sondern auch zu einer Konsolidierung der fragmentierten Börsenbranche.

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1 Kommentar zu "Aufruhr im Zentrum der Krypto-Welt: Japanische Finanzaufsicht bestraft sieben Bitcoin-Börsen"

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  • Das geht ja auch gar nicht: da kann der Kuroda von der BoJ den Yen auch nicht mehr weiter exzessiv starkverdünnen, wenn die Japaner die Möglichkeit haben, auf nichtstaatliches, konkurrrierendes Privatgeld auszuweichen. Enteignung der Japaner via Inflation wird da ja fast unmöglich... ;-)

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