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Austritt Griechenlands Heilsamer Schnitt?

Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist kein Tabu-Thema mehr. Doch was wären die Folgen? Zunächst einmal großes Chaos, vermuten Experten. Auf lange Sicht aber könnte der Euro gewinnen.
21 Kommentare

Frankfurt, DüsseldorfWas vor wenigen Wochen noch als düsteres Untergangsszenario abgetan wurde, ist innerhalb kurzer Zeit zum Mainstream geworden. Selbst Politiker und Zentralbanker sprechen inzwischen offen über den Austritt der Griechen aus dem Euro. „Das Endspiel hat begonnen, und ich weiß nicht, wie es ausgehen wird“, gab EU-Handelskommissar Karel De Gucht in einem Interview mit einer belgischen Zeitung zu Protokoll.

Die Mehrheit der Investoren rechnet sowieso mit einem Exit der Griechen, in Finanzkreisen nur noch  „Grexit“  genannt. „Ein Austritt Griechenlands wäre teuer und chaotisch, aber er ist wahrscheinlich unvermeidlich. Deshalb sollten wir uns darauf einrichten“, sagt Mohamed El-Erian, Chef des weltgrößten Anleiheinvestors Pimco.

Die Folgen kann kaum ein Experte abschätzen. Manch einer befürchtet ein großes Chaos. „Ein Austritt der Griechen würde die ‚Büchse der Pandora‘ öffnen“, warnt Jacques-Pascal Porta, Vermögensverwalter bei Ofi Gestion in Paris, „es ist eine Katastrophe, die einer weiteren Katastrophe die Tür öffnen würde“.

„Man hätte Griechenland rausschmeißen sollen“
Billionaire investor Soros speaks at a forum during the annual IMF-World Bank meetings in Washington
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„Es gibt keine Union ohne Transfers, sei es eine politische oder monetäre. Die Deutschen müssen sich entscheiden, ob sie den Euro haben wollen oder nicht. Wenn ja, müssen sie Transfers leisten, wenn nicht, sollten sie austreten.“

George Soros, Großinvestor und Präsident von Soros Fund Management

(Foto: Reuters)
Economist Marc Faber predicts further turmoil in global economyEconomist Marc Faber
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„Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Euroländer Griechenland schon vor drei Jahren rausgeschmissen hätten. Das hätte eine Menge Qualen erspart.“

Marc Faber, Börsenguru und Autor des Börsenbriefes „Gloom, Boom & Doom Report“

(Foto: picture alliance / dpa)
Buffet's Bling
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„Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.“

Warren Buffett, Starinvestor, auf die Frage, wo Europa in zwei oder drei Jahren stehe.

(Foto: dapd)
Nouriel Roubini, Chairman and Co-Founder, Roubini Global Economic at the Milken Institute Global Conference in Beverly Hills
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„Die griechische Mitgliedschaft im Euro ist in Gefahr – mit ernsten Ansteckungsrisiken für die übrigen Peripherie-Länder.”

Nouriel Roubini, Professor an der New York University, bekannt als „Dr. Doom”

(Foto: Reuters)
PIMCO's Chief Executive Officer and Co-Chief Investment Officer El-Erian speaks during an interview at Thomson Reuters in New York
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„Ein Austritt Griechenlands wäre teuer und chaotisch, aber er ist wahrscheinlich unvermeidlich. Deshalb sollten wir uns darauf einrichten.“

Mohamed El-Erian, Chef der weltgrößten Anleihefondsgesellschaft Pimco

(Foto: Reuters)
Chefvolkswirt der Deutschen Bank in Leipzig
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„Damit kommen sie wieder ins Geschäft.“ Mit einer Parallelwährung, kurzerhand „Geuro“ genannt, könne Griechenland formal in der Euro-Zone gehalten werden. „Ich glaube, ein solcher Parallelkreislauf zum Euro ist die wahrscheinlichste Entwicklung.“

Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank

(Foto: dpa)
Ackermann warnt vor Zusammenbruch der Eurozone
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„Das ist eine Lösung, die man gar nicht andenken sollte.

Josef Ackermann , Chef der Deutschen Bank, in der ARD  

(Foto: dapd)

Doch das Aus der Griechen ist nicht gleichbedeutend mit Ende des Euros. Wenn es gelingt, eine Kettenreaktion zu verhindern, könnte der Euro ohne Griechenland langfristig sogar stärker dastehen.

Zum Schicksalstag für die Griechen - und vielleicht auch für den Euro – wird der 17. Juni. An diesem Tag wählen die Griechen ihr neues Parlament. Ob sie anschließend noch dem Sparprogramm folgen werden, das ist die große Frage. „Bis zur Wahl werden die Märkte unsicher bleiben“, sagt deshalb Dirk auf der Heide, Leiter Währungen bei der Fondsgesellschaft DWS.

Aus den Wahlen könnte eine Partei als stärkste Kraft hervorgehen, die sich ganz offen gegen die Bedingungen für das zweite Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds ausgesprochen hat. Bis Juni müssen die Griechen Sparmaßnahmen in Höhe von 11,5 Milliarden Euro vorlegen. Gelingt das nicht, drohen die Euro-Länder damit, ihre Hilfen für Griechenland einzustellen.

Anders ausgedrückt: Ohne weitere Sparmaßnahmen wird es keine weiteren Milliarden von den Geberländern geben - ohne weitere Milliarden bliebe wohl keine Alternative zu einem Austritt aus der Euro-Zone. „Falls die radikalen Parteien die Wahlen gewinnen sollten, verabschieden sich die Griechen aus dem Euro und führen ihre Drachme wieder ein“, sagt Frank Engels, der beim Fondshaus Union Investment den Anleihebereich leitet.

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21 Kommentare zu "Austritt Griechenlands: Heilsamer Schnitt?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Keine Währung wird durch Auseinandersetzungen zwischen Gläubigern und Schuldnern beschädigt. Das Geld ist nicht weg, es hat nur wer anders.

    Auch wenn die griechische Gesellschaft sich eine andere Währung geben sollte, die Ansprüche der Gläubiger werden bestehen bleiben.

    Bei wem sind Gesellschaften wohl hauptsächlich verschuldet?
    Auch Superreiche wollen eher gewinnbringend anlegen als Einkommensteuern zahlen. Und sie tun alles dafür, daß dies möglich bleibt.

    Anhänger der Superreichen beziffern gesellschaftliche Schulden mit Vorliebe im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt. Wo steht die deutsche Gesellschaft unter den anderen EU-Gesellschaften und wo die griechische, wenn der Maßstab Schulden in € je Bürger ist?

    Parlamentariern fällt es ohne echte Verantwortung leichter, Zinsen zu verteilen und Finanzmittel für wichtige gesellschaftliche Aufgaben zu streichen als effektive Einkommensteuern festzusetzen. Die eigentliche Hauptursache für die Überschuldung von Gesellschaften!

    In Grundgesetzen, in Verfassungen sollte festgeschrieben werden, daß Parlamente keine Kreditaufnahme bewilligen dürfen ohne zugleich höhere Steuern und Einnahmen festzusetzen oder ziemlich fest mit entsprechend größeren Einnahmen rechnen zu können. Die Erhöhungen müßten solange gelten, bis der Kredit getilgt ist, und so hoch sein, daß dies in absehbarer Zeit erfolgen kann.

  • Eher "subjektivgesehen".
    Schulden können im Prinzip nur verschwinden,wenn auf der anderen Seite Guthaben verschwinden.Ob mit oder ohne Griechenland,der Untergang ist sicher

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Wenn Griechenland den Euro verlassen darf, warum dann Deutschland nicht? Ich hoffe wir haben diese Währung nicht bis zum bitteren Ende. Es wird Zeit für eine goldgedeckte DM.

  • Die Frage der sozialen Gerechtigkeit stellt niemand!!!
    Die Deutschen haben seit Jahren kaum Lohnzuwächse!!!
    Andere Länder dagegen 39% seit 2000.
    Ich finde es absolut in Ordnung wenn die Griechen austreten oder rausgeworfen werden wenn sie nicht ihre Verpflichtungen einhalten!Was soll auch dieses rauszögern????
    Ach ja: wenn MErkel standhaft bleibt ist Sie eine Heldin die uns vor Eurobonds rettet!!!

  • Sehr richtig. Von Anfang an reagierten die Auguren der EU neuraligisch auf Kritik und sahen es als Selbstverständlichkeit an, zu vereinnahmen, was ihnen gar nicht gehört.
    Die vollmundigen Versprechen haben sich alle in Luft aufgelöst und jetzt erwarten sie für ihre Missetaten auch noch Unterstützung und Bedauern.
    Dabei sind die Prognosen für und Argumente gegen diesen eurokratischen Morast noch immer dieselben und entfalten ihre Wirksamkeit.

    Die einen können nicht anders, als sich den Austritt Griechenlands schönzutrinken, die anderen denken nur bis zur nächsten Wand. Und der finzanzverschwörerische Zynismus ist auch nicht zu überhören. Wer sich für die EU entscheidet, entscheidet sich auch dafür.
    Spanien steht auf der Matte und kein Problem ist bisher gelöst worden. Im Gegenteil.
    Der Witz an der Sache, dass die blinden Flecken dominieren und die Realitätsferne ihren Tribut einfordern wird. Ein physikalisches Phänomen lässt sich nicht mit Phrasen und Ideologie überzeugen. Ist auch gut so. Lasst sie gegen de Wand fahren, dass es nur so scheppert. Wer drauf vorbereitet ist, dem tut's nicht so weh. Und die sind es nicht. Die wissen nicht, wie hart die Wirklichkeit sein kann.




  • 85% der Griechen sind PRO Euro. Das griechische Volk hat den Beitritt zur Eurozone sehr teuer bezahlt und die Zentraleuropäer haben eine goldene Nase daran verdient. Man kann GR NICHT rausschmeissen, also wir bleiben drin und Ihr verdient weiter eine goldene Nase, durch die Wucherzinsen, die wir an euch Reichen bezahlen!Schluss, Ende.

  • GUILTY BEFORE COMMITING CRIME OR EVEN STANDlNG TRIAL !!!

    NEW - www.flickr.com/photos/[email protected]/7249434934 (ALL explained per how one is guilty before commiting crime or even standing trial = in a land of brave and free = USA). STATE SPONSORED TERRORISM REVEALED IN DETAIL !!!

    2001 TWIN TOWERS BOMBING (World trade Center) = Merkel, Obama, Israel, Eastern European communists, Sarkozy and others INVOLVED !!! INDISPUTABLE FACTS ABOUT TERRORIST ALEX JONES (Ron Paul) & TERRORIST MARK POTOK (the two criminal masterminds who orchestrated 911 on behalf of self elected governments - worldwide = NAzZI witch hunting/scapegoating = Breivik and other fake white nationalism explained = lies, abductions, unemployment, and plot were and are Obamination's strongest weapons for almost 70 years now)

    VISIT http://www.youtube.com/watch?v=my1caQSozUs (if blocked, use proxy http://www.proxy4free.com/ ) OR http://www.myspace.com/540858422

  • Goldman Sachs sah beim Eintritt Griechenlands doch
    auch kein Chaos. Also wo ist das Problem? Der Banken-
    sektor wird doch vom BRD Steuerzahler aufgefangen, so
    daß das Problem erst beim Zahlungsausfall der BRD auf-
    treten wird, was allerdings unausweichlich kommen wird,
    wenn man die Entwicklung der ehemaligen UdSSR verfolgt.
    Genau wie in der UdSSR wurde die zentrale Kontrolle
    über die Geldschöpfung von jeder Zentralbank der ein-
    zelnen Länder ausgehebelt, wie es jetzt mit den Staats-
    fiziten unter Umgehung der EZB, über die Notenpressen,
    wie in Griechenland, praktiziert wird. Das ist nicht
    nur das Ende von Griechenland im Euro, sondern das
    Ende des Euro im allgemeinen, auch ''Euxitus''ge-
    nannt.

  • Ist das wieder der Typ der wolte das ARBEITSLOSE gezwungen werden Organe zu spenden?

    @Bundestag: letzte Warnung

    http://wir-wollten-abtreiben.urlto.name

    nette Prügelei ein Kiew!

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