Bankenskandal Händler manipulierten Devisenkurse

Händler der größten Banken der Welt haben offenbar Wechselkurse von Devisen manipuliert. Sie machten so Kasse auf Kosten der Kunden. Es geht um Umsätze im Milliarden-Euro-Bereich. Droht ein neuer Bankenskandal?
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Devisen: Händler der Banken haben sich offenbar auf Kosten der Kunden bereichert. Quelle: ap

Devisen: Händler der Banken haben sich offenbar auf Kosten der Kunden bereichert.

(Foto: ap)

New YorkDie Liste an skandalösen Bankgeschäften in den vergangenen Jahren scheint endlos. Jetzt könnte ein neuer Skandal hinzukommen. Nach Informationen von Bloomberg haben Händler von einigen der größten Banken der Welt Benchmark-Wechselkurse manipuliert. Die Nachrichtenagentur beruft sich auf Aussagen von fünf Personen, die angeblich mit dieser Praxis vertraut sind und anonym bleiben möchten. Die Wechselkurse werden verwendet, um Investments im Volumen von mehreren Billionen Dollar zu bewerten.

Bank-Mitarbeiter sind Aufträgen ihrer Kunden zuvorgekommen und haben die WM/Reuters-Devisenkurse manipuliert. Kriminelle Händler erledigten Transaktionen vor und während des 60-Sekunden-Fensters, in dem die Kurse festgesetzt werden. Die Händler haben sich mit ihren Kollegen bei anderen Instituten abgesprochen. So erhöhten sie ihre Chancen, die Kurse in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Diese Praktiken seien am Devisen-Tagesmarkt täglich geschehen und seit mindestens einem Jahrzehnt üblich gewesen. Dadurch sei der Wert von Fonds und Derivaten beeinflusst worden. Die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) prüft derzeit, Ermittlungen wegen einer potenziellen Manipulation der Wechselkurse einzuleiten.

“Der Devisenmarkt ist wie der Wilde Westen”, sagt James McGeehan, der zwölf Jahre lang für Banken gearbeitet hat, bevor er 2009 FX Transparency mitbegründete. Seine Firma berät Unternehmen beim Devisenhandel. “Käufer müssen aufpassen.”

Der Devisenmarkt, an dem täglich 4,7 Billionen Dollar (3,52 Billionen Euro) umgesetzt werden, ist der größte Markt im Finanzsystem - und der am wenigsten regulierte. Banken stehen in einem permanenten Konflikt: Einerseits müssen sie Aufträge von Kunden ausführen und andererseits mit eigenen Transaktionen Gewinne einfahren. Das Problem: Ein Großteil des Devisenhandels findet nicht an regulierten, unabhängigen Börsen statt.

Wie die Wechselkurse funktionieren
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42 Kommentare zu "Bankenskandal: Händler manipulierten Devisenkurse "

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  • "Ich würde einer privaten Vorsorge viel mehr vertrauen als einem Staat, bei dem man nie weiß, was mit dem Geld passiert, das Politiker verwalten."
    Daniel Bahr, Bundesgesundheitsminister.

  • @hanwufu

    "Was hast du denn damals gehandelt?"

    Welche Waehrungen? Waehrungen waren DEM und andere ECHTE europaeische Waehrungen ;-), sowie USD, CAD und AUD. Selten auch JPY. Spaeter halt EUR.

  • Letzendlich geht es nich mehr um das Handeln der Zocker sondern nur noch um die Zockerklasse selbst . So eine Art Smarotzertum . Und wenn es mal knapp wird mit dem Blut , dann wird auf die Systemrelevanz des Blutes hingewiesen und schon geht es den Blutsaugern wieder gut . Die Differenzen , die von den Schmarotzern abgesaugt werden , müssen dann von der Allgemeinheit bzw. de EZB wieder bereitgestellt werden .

  • Ich habe gerade QUER im BR geschaut. Was mit uns Bürgern
    gemacht wird, erschreckt mich immer mehr. Dies Hochfrequenzmaschinen machen wirklich Millionen in Minuten, überhaupt keine Regulierung. Wieder schauen die
    Politiker und Börsenaufsicht so lange zu bis...die nächste Finanzblase geplatzt ist. Am Ende ist der Steuerzahler wieder der welche retten muss. Auch heute
    wieder wenn die Börsen geschlossen haben, sind Dax und
    DOW noch einfacher zu manipulieren. Seit die Notenbanken
    für jede "Hilferufe" der Banken mit neuen Geldern, zockt
    es sich noch viel einfacher. Wenn ich die Politiker jeder Partei höre, wird mir übel. Warum sitzen nicht die
    mal alle in der geschlossenen für Jahre, ich finde da
    geht mehr Gefahr für die Allgemeinheit aus als von Herrn Mollath

  • Was hast du denn damals gehandelt?

  • Der Effekt auf standardisierten Finanzinstrumenten (z.B. FX Futures, Exchange traded Optionen, ETFs, usw.) ist wesentlich größer als auf nicht-standaridisierten (i.d.R. OTC) Finanzinstrumenten (z.B. FX Forwards). Der Grund ist einfach einfach die terminliche Konzentration um Settlement Dates (z.B. Hexensabatt)... weil ja standardisiert. Diese Problematik kann man bei nicht-standardisierten Trades besser umgehen.
    Die guten alten Regulierung beschweren sich über ein Problem, was sie selber heraufbeschworen haben. Es sind die Regulatoren die alle Investoren standardisierte Finanzinstrumente aufs Auge drücken (z.B. EMIR). Das sie dann gleichzeitig die Anreize für Manipulation erhöhen (weil sie ja den Jackpot massiv erhöhen) sehen die Regulatoren natürlich nicht. Wir regulieren uns noch zu Tode.

  • Ach nee, macht das HB jetzt auf investigativen Journalismus? Ist doch alles kalter Kaffee. Die Spikes zum London und NewYork-Fixing sind doch jedem Forex-Trader bekannt, und sollten zum Basiswissen gehören, kann man auf jeder seriösen Forex-Site nachlesen, und das schon seit Jahrzehnten

  • So so,haben wir da wieder was gedreht,wa?
    Wer hätte das gedacht?
    Da war der gute alte white collar crime so lange so gut gelaufen,und jetzt guckt man ständig so genau hin,das ist doch wirklich unfair.
    Man ist es gewohnt über ahnungslos abgezockte Kunden zu lachen,über die eigenen kleinen Dreckecken ist man eher pikiert.

  • Ja, die BANKEN bestimmen die Welt. Den Bankern passiert schon nichts, dafür sorgen unsere Politiker schon. Die Bankster werden protegiert und in Schutz genommen von dem ganzen Politikergesindel. Ich erwähne immer hierzu das Beispiel des deutschen Fussballbundesligaschiedsrichters Holtzer. Der hat ein paar Spiele verpfiffen, d.h. er wurde gekauft, um ein paar Fussballspiele zu manipulieren. Daran hat die Wettmafia verdient - vielleicht ein paar Mlliönchen. Das Ergebnis - Schiedsrichter Holtzer wurde zu ca. eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt - von Schadensersatzansprüchen ganz zu schweigen. Die werden enorm sein.
    Die Banker haben den LIBOR-Satz manipuliert (Schaden bestimmt ein paar hundert Milliarden Euro. Heute steht im Handelsblatt, die Banker hätten den Devisenkurs manipuliert (Schaden hunderte von Milliarden Euro). Die Banker sind für die Bankenkrise verantwortlich. Kein Banker musste ins Gefänngnis - niemand musste privat Schadensersatt zahlen oder wurde irgendwie bestraft. Im Gegenteil beim Rausschmiss aus der Bank klagen sie noch erfolreich Millionenabfindungen ein. Das Beispiel mit dem Schiedsrichter Holtzet sollte sich jeder merken. Die UEFA, die FIFA und der DFB wollten eben, dass man da ein Exempel statuiert. Die Banker gebgen Erklärungen ab, man wollen einen Kodex einrichten und die Banken zahlen ein paar Milliönchen (Peanuts im Verglecih zu der Summe, die sie betrogen haben ) und die Sache ist erledigt. Tolle Demokratie - tolles Europa !!

  • Alle Märkte werden manipuliert und zwar gegen die Mehrheit der jeweiligen Anleger, nur so könnten die Großen Geschäfte machen.
    Für die Kleinen werden dann Unmengen von Traiding-Seminaren abgehalten, Chartanalysen rauf- und runterpropagiert und Formationen als Glaskugeln verkauft.
    Die Wirklichkeit ist viel simpler.
    Auf Knopfdruck ist ersichtlich, wie die meisten positioniert sind, egal, ob in Devisen, Rohstoff- oder sonstigen Märkten. Gegen sie wird dann gezockt.
    So dürfte denn auch die Mehrheit der Anleger permanent bei den manipulierten Märkten verlieren.
    Beispiel: Über Nacht hat man aufgrund des Falls des Nikkeis um 843 Punkte (!!!) mal einfach mal runtergeknallt.
    Obwohl sich seit dem nichts verändert hat, denn der Nikkei läuft ja erst morgen früh wieder, werden jetzt die Märkte wieder hochgezockt.
    Niemand weiß, ob es einen Salami-Crash gibt, die Großen wieder Insiderwissen hinsichtlich der Zentralbanken haben oder was auch sonst.......
    Alles Blase, alles Gezocke der Großen gegen die Kleinen, alles Lug und Trug.

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