Betrügerischer Goldhändler: Pim-Gold-Chef Pazarci zu fast sieben Jahren Haft verurteilt – trotzdem kommt er sofort frei
Der frühere Pim-Gold-Chef hat seine ehemaligen Geschäftspartner in der Türkei schwer belastet.
Foto: dpaDarmstadt, Berlin. Weitgehend regungslos, die Hände gefaltet und ohne den Blick vom Richterpult abzuwenden, verfolgt Mesut Pazarci, wie ihn Richter Felix Diefenbacher des Betrugs und der Geldwäsche schuldig spricht.
Doch ganz am Ende bricht es aus ihm heraus: In den Armen zweier Begleiter kommen ihm die Tränen. Nach über drei Jahren in Untersuchungshaft kann der Ex-Chef des Goldhändlers Pim Gold aus Heusenstamm das Gericht zunächst als freier Mann verlassen.
Zwar hat ihn das Landgericht Darmstadt am Dienstag wegen schweren Betrugs und Geldwäsche zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Doch weil er mitten in der Pandemie über drei Jahre in Untersuchungshaft saß, durch die Corona-Auflagen weitgehend isoliert, setzte Richter Diefenbacher den Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug.
Die Kammer sah es als erwiesen an, dass Pazarci Tausende Goldkäufer betrogen hatte und damit einen Schaden von rund 140 Millionen Euro verursachte.
Pazarci sei auch der Geldwäsche schuldig, da er Millionenbeträge aus Einnahmen eines Fakeshops über Firmenkonten von Pim in die Türkei schleuste.