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Bitcoin „Größte Blase in der Geschichte der Menschheit“

Am 17. Dezember 2017 erreichte die Kryptowährung Bitcoin ihr Allzeithoch. Mittlerweile ist der Hype längst vorbei – und die Branche unter Druck.
5 Kommentare
Bitcoin: Wie es mit der Kryptowährung 2019 weitergeht Quelle: Reuters
Bitcoin

Wie sich die Krypto-Branche 2019 entwickelt, hängt auch davon ab, wie schnell die großen Probleme gelöst werden.

(Foto: Reuters)

New York Der Winter 2017 war einer der Superlativen, zumindest für all diejenigen, die im Sommer oder noch früher in Bitcoin, Ether oder andere Kryptowährungen investiert haben. Der Bitcoin, die erste und nach Marktwert größte virtuelle Währung, erreichte immer neue Rekorde: 5000 Dollar im Oktober, 10.000 Dollar im November und schließlich das Allzeithoch von 20.000 Dollar am 17. Dezember.

Das verhalf auch allen anderen Kryptowährungen zu neuen Höchstwerten. Bitcoin sei „digitales Gold“, schwärmten Hedgefonds-Manager wie Michael Novogratz von Galaxy Capital. Die Kryptowährung könne locker auf 100.000 Dollar steigen, war sich Kay Van-Petersen, ein Analyst der dänischen Saxo Bank, sicher. Damit würde ein neues, besseres Finanzsystem entstehen. Die Fantasie der Krypto-Enthusiasten kannte keine Grenzen.

Ein Jahr später ist von der Euphorie nichts mehr geblieben. „Die größte Blase in der Geschichte der Menschheit ist geplatzt“, stellt Star-Ökonom Nouriel Roubini klar. Bitcoin kostete am Sonntag noch 3290 Dollar, 77 Prozent weniger als Anfang des Jahres.

Ähnlich sieht es auch bei anderen Kryptowährungen aus: Ripple, die zweitgrößte Währung, verlor 88 Prozent, Ether, die Nummer drei, 89 Prozent. Insgesamt wurden gut 700 Milliarden Dollar an Wert vernichtet, wie aus Berechnungen des Branchendienstes Coindesk hervorgeht.

Das Jahr 2018 war geprägt von einem langen Bärenmarkt, der nun in einem „nuklearen Krypto-Winter“ mündete, wie es der Risikokapitalgeber Jim Breyer formulierte. Die junge Krypto-Branche steht vor einer Zäsur.

Zwar hat sich die Zahl der verifizierten Nutzer in diesem Jahr auf 35 Millionen verdoppelt, wie aus einer Studie der University of Cambridge hervorgeht. Das spiegelt auch die Aktivität der vielen und zum Teil schnell wachsenden Krypto-Startups wider, die in den vergangenen Jahren gegründet wurden.

Doch zum ersten Mal plagen die Unternehmen finanzielle Probleme, wie auch Stellenstreichungen zeigen. So entließ Consensys, eines der größten Start-ups in der Kryptowelt, Anfang Dezember 13 Prozent der mehr als 1000 Mitarbeiter.

Große Herausforderungen

„Die Branche steht in kommenden Jahr vor zwei großen Herausforderungen“, sagt Kevin Werbach, Professor an der Wharton Business School in Philadelphia. „Sie muss brauchbare Anwendungsmöglichkeiten liefern und so die Zahl der Nutzer weiter steigern.“ Nur dann ließen sich wirklich Fundamentaldaten erzeugen, von denen man eine realistische Einschätzung der Krypto-Preise ableiten könne.

Wie sich die Krypto-Branche 2019 entwickelt, hängt auch davon ab, wie schnell die großen Probleme gelöst werden: Die Blockchain-Technologien, auf denen viele Kryptowährungen basieren, brauchen große, komplizierte Updates. Auch gibt es immer noch zu viele betrügerische Projekte in der Branche. Das schreckt Anleger und Geldgeber ab, während Regulierungsbehörden überall auf der Welt deutlich härter durchgreifen.

Der Bitcoin wurde 2008 erfunden, als Reaktion auf die Finanzkrise und den damit verbundenen Vertrauensverlust in die Banken. Von diesem ursprünglichen, revolutionären Geist ist heute jedoch nicht mehr viel übrig, auch, weil die Finanzwelt versucht, sich die Blockchain-Technologie zu eigen zu machen.

Die Krypto-Welt besteht heute aus verschiedenen Teilen. Zum einen wäre da der Handel mit sogenannten Token. Der Markt für virtuelle Börsengänge, sogenannte Initial Coin Offerings, ist nach einem anfänglichen Boom im vergangenen Jahr zum Erliegen gekommen.

Doch 2019 könnte er in einer neuen, regulierten Form wieder aufblühen. Vor allem für illiquide Vermögenswerte wie Immobilien oder Kunst arbeiten Start-ups daran, diese in vielen kleinen Teilen handelbar zu machen. Die Blockchain-Technologie soll das erleichtern.

Der zweite Bereich besteht aus den sogenannten Enterprise-Blockchains. Viele große Konzerne aus den verschiedensten Branchen haben sich zusammengetan, um entweder konzerneigene, branchenweite oder sogar branchenübergreifende Blockchain-Lösungen zu entwickeln.

So arbeitet etwa die Versicherungsindustrie an einer Möglichkeit, um Verträge schneller abzugleichen und Schadensfälle zu bearbeiten. Handelskonzerne wie Wal-Markt und der Pharma-Hersteller GlaxoSmithKline nutzen die Blockchain, um ihre Lieferketten besser zu steuern. Kryptowährungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Und schließlich wird es auch weiterhin klassische Blockchain-Startups geben, die mit der Datenbank-Technologie zum Beispiel den Zugang zu Patientendaten sicher oder es für Musiker einfach machen, die Rechte an ihren Werken zu monetarisieren.

Was den Preis von Bitcoin und Co. angeht, gibt es eine Reihe von positiven wie negativen Prognosen. Novogratz rechnet Ende 2019 erneut mit 20.000 Dollar. Sam Doctor vom Vermögensverwalter Fundstrat Global Advisors sieht den Bitcoin in einem Jahr bei 36.000 Dollar.

Anthony Pompliano, Gründer des Vermögensverwalters Morgan Creek Digital Assets, glaubt, dass sich der Bärenmarkt noch bis ins dritte Quartal 2019 ziehen wird, bevor die Preise wieder steigen, im besten Fall auf 10.000 Dollar. Langfristig gibt es immer noch ein paar Investoren mit der ganz großen Vision.

Risikokapitalgeber Tim Draper etwa glaubt weiterhin, dass der Bitcoin in drei bis vier Jahren 250.000 Dollar wert sein wird. Cameron und Tyler Winklevoss, Gründer der Kryptobörse Gemini, gehen sogar von 320.000 Dollar aus, allerdings erst in zehn bis 20 Jahren.

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5 Kommentare zu "Bitcoin: „Größte Blase in der Geschichte der Menschheit“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hi!

    Fakt ist, dass die DotCom Blase kurz vor der Jahrtausendwende um Faktor 15-25 größer war was die Marktkapitalisierung betrifft.

    Herr Professor Sandner von der Frankfurt School of Finance hat diese Handelsblatt Meldung öffentlich als Fakenews bezeichnet.

    Ich selbst bin enttäuscht, dass man beim Handelsblatt ständig schlecht recherchierte Artikel über den Bereich der Kryptowährungen veröffentlicht. In den einschlägigen Foren wird, zumindest was diese Nische betrifft sogar der Vergleich mit der Bildzeitung gezogen.

    Es gibt sehr viele Experten. Es wäre ratsam, wenn das Handelsblatt einen solchen konsultiert bevor man Artikel über dieses scheinbar unbekannte Terrain veröffentlicht. Dass die Redakteure sich nicht überall auskennen müssen ist ja nachvollziehbar. Aber auf eine fundierte Recherche zu verzichten, ist nicht nachvollziehbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martin Janda

  • Zitat: "Auch gibt es immer noch zu viele betrügerische Projekte in der Branche."

    Sonst hat man gehört und gelesen, dass diese Blockchain-Technologie absolut sicher sei. Wenn sich auch diese Mär in Luft auflöst, ist die Krypto-Währung reif für die Krypta.

  • Herr Rother, was ein Krypto-Oekosystem ist, habe ich noch nicht verstanden und ich werde
    mir auch keine Muehe geben es zu verstehen. Aber "Krypto-Oeko" passt ganz gut zusammen.

  • Mein Mitleid mit den Investoren, die hier ihr Geld verloren haben, haelt sich in Grenzen. Wer
    immaterielle Werte mit harter Waehrung bezahlt um Spekulationsgewinne zu erwirtschaften,
    muss mit dem Verlust rechnen.

  • Und zwei Artikel weiter unten die Überlegungen der Zentralbanken Bargeld abzuschaffen.

    Ich hoffe nach dem legen des Hype-Nebel kristallisiert sich ein effizientes und gut benutzbares Krypto-Ökosystem heraus.

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