Bitcoin, Ripple, Ether Krypto-Kurssturz macht Anleger nervös

Bitcoin 17 Prozent im Minus, Ether 20 Prozent, Ripple 30 Prozent: Die Kurse von Digitalwährungen sind am Morgen eingebrochen. Die Nervosität am Markt ist groß – besonders unter unerfahrenen Kleinanlegern.
Update: 16.01.2018 - 11:39 Uhr 13 Kommentare

Bitcoin nicht gleich Iota – die Unterschiede von Kryptowährungen

DüsseldorfDie Digitalwährung Bitcoin hat am Dienstag erneut einen schweren Kurseinbruch verzeichnet. Marktbeobachter sprachen von einer starken Verunsicherung der Anleger. Zeitweise rutschte der Kurs des Bitcoins auf allen wichtigen Handelsplattformen deutlich unter die Marke von 12.000 US-Dollar. Der Abschlag betrug mehr als 17 Prozent, Tagesverluste in einer solchen Größenordnung hatte der Platzhirsch unter den virtuellen Währungen zuletzt im September verbucht.

Im Vormittagshandel ließ der starke Druck etwas nach, die Kurse erholten sich ein Stück weit, der Bitcoin mühte sich an der 12.000-Marke ab. In der vergangenen Nacht war er noch mit etwa 14.000 Dollar gehandelt worden. Starke Verluste gab es auch bei anderen Kryptowährungen wie Ether (20 Prozent im Minus) oder Ripple (-30 Prozent). Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist laut Coinmarketcap.com in den Morgenstunden um zwischenzeitlich fast 100 Milliarden Dollar auf 560 Milliarden Dollar gefallen.

Seit dem Rekordhoch von Mitte Dezember, als der Bitcoin nach einem rasanten Höhenflug zeitweise bis an die Marke von 20.000 Dollar gestiegen war, hat die Digitalwährung mittlerweile etwa 40 Prozent an Wert verloren. „Anleger zeigen sich derzeit spürbar verunsichert“, sagte der Deutschlandchef des Onlinebrokers DailyFX, Timo Emden. „Zu sehr lasten aktuell Negativschlagzeilen auf der gesamten Cyberwährungswelt.“

Wenn die Nervosität im Markt wie derzeit steige, könne es besonders bei unerfahrenen Investoren und Händlern schnell für Frust sorgen, fügte Mati Greenspan, Kryptowährungsanalyst bei der Onlinetradingplattform eToro, hinzu. Der starke Preisanstieg beim Bitcoin im vergangenen Jahr hatte auch viele Kleinanleger in Cyberdevisen gezogen.

Zudem gab es in der vergangenen Tagen überraschende Preisbewegungen von Kryptowährungen aus der der zweiten Reihe – wie zum Beispiel bei Ethereum Classic. „In den vergangenen Wochen haben wir immer wieder ein ‚Pumping‘-Muster beobachten können: Eine einzelne Kryptowährung dominiert plötzlich für einige Tage den Markt, bevor ihr Preis wieder stagniert oder sogar deutlich fällt“, erläutert Greenspan.

Immer mehr Länder schieben dem Handel mit Kryptowährungen inzwischen einen Riegel vor. Südkorea denkt über ein komplettes Verbot nach. Die chinesischen Behörden planen laut Bloomberg, den Zugang zu in- und ausländischen Börsen für Cyber-Devisen zu blockieren. Ins Visier nähmen sie außerdem Personen und Firmen, die Dienstleistungen rund um den Börsenhandel mit virtuellen Währungen anböten.

China untersagte bereits im vergangenen Jahr die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO). Dabei sammeln Firmen Geld bei Anlegern ein und geben statt Aktien oder Anleihen digitale Anteile (Token) aus. Diese werden dann als Kryptowährung an speziellen Börsen gehandelt.

Außerdem gab es zuletzt Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung offenbar den hohen Stromverbrauch durch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will. Der Bitcoin hat in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus den Krypto-Hochburgen China und Südkorea besonders stark regieren.

Der Bitcoin ist die bekannteste Digitalwährung. Anfang 2017 kostete ein Bitcoin noch weniger als 1000 Dollar. Vertreter der klassischen Finanzwelt sehen den Bitcoin auch wegen der hohen Kursschwankungen skeptisch.

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13 Kommentare zu "Bitcoin, Ripple, Ether: Krypto-Kurssturz macht Anleger nervös"

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  • "Wir sind zwar arm, aber trotzdem sexy." Wowereit über Berlin 2003, daran dachte ich bei Ihren Kommentar, Herr Caruso. Wie sich doch manches wiederholt.

  • Bei den Rappern ist das Thema mittlerweile auch schon angekommen, sie träumen von schicken Lambos für ihre Bitcoins.
    Und jemand hier, der sich für "professionell" hält, schreibt "..... werden dagegen in wenigen Wochen bereits wieder neue Hochs feiern".
    Fehlt jetzt nur noch, dass so ein Dummchen wie Fr. Ferstel von n-tv Kryptos als "sexy" bezeichnet. Dann sind wir wieder voll im Jahr 2000 angelangt!

    Aber wenn man noch mal so etwa 3-6 Monate zurück könnte .....

  • Das stimmt nicht. Wie kommen Sie darauf? Die Anleger die schon lange dabei sind sind mit Sicherheit genauso wenig nervös wie bei den gefühlt 100 crash davor in den letzten Jahren. Das ist nur temporär und hat damit zu tun das die BTC Dominanz zurückgeht. Währungen wie Bitcoin Cash Reddcoin oder Cardano werden dagegen in wenigen Wochen bereits wieder neue Hochs feiern. Alles wie gehabt. Professionelle Anleger sind nicht nervös.

  • Es erstaunt mich immer wieder, wie oft das Handelsblatt über Kryptowährungen und die dahinter stehende Technologie berichtet, ohne dass nennenswert Information vermittelt werden würde. Jetzt spotten noch viele darüber, entweder weil sie dafür bezahlt werden, oder weil sie sich nicht ordentlich informieren. Wenn die Begeisterung Deutschland erreicht, ist es zu spät und dann wird wieder über das dumme deutsche Geld gelacht. Wer sich doch mal ein paar Minuten Zeit nehmen möchte, um nicht ganz so einseitig misinformiert zu werden , der/die schaue auf YouTube nach Andreas Antonopoulos oder Julian Hosp, obwohl letzterer teilweise schwer zu ertragen ist.

  • Wie heisst es im Alten Testament so treffend: Hirn ist durch nichts, aber auch durch gar nichts zu ersetzen !

  • Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals Peter Spiegel zustimmen werde ... heute ist es wahr geworden.

  • Ich kaufe nur Bier mit Kronen-Coin.

  • Südkorea hat ein Verbot bereits dementiert. Bitte berücksichtigen.

  • Ich kaufe nur Festplatten mit gespeicherten Coins.

  • "besonders unter unerfahrenen Kleinanlegern."

    Es ist totaler Schwachsinn, wenn Kleinanleger ihr in hochspekulative Produkte anlegen. Wie immer werden einige wenige groß abkassieren und die Mehrzahl der "Anleger" draufzahlen.

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