Bitcoin, Ripple & Co. Im Abwärtsstrudel

Am Montag ist die Kryptowährung Bitcoin unter die wichtige Marke von 15.000 Dollar gefallen. Auch andere digitale Währungen verloren deutlich an Wert. Dafür gab es gleich mehrere Gründe.
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Bitcoin und Ripple : Kryptowährungen im Abwärtsstrudel  Quelle: dpa
Bitcoin

Die Digitalwährung geriet am Montag gleich von zwei Seiten unter Druck.

(Foto: dpa)

New YorkEs war ein schlechter Start in die Woche für die Kryptowelt. Fast alle digitalen Währungen lagen am Montagnachmittag deutscher Zeit deutlich im Minus. Der Bitcoin, die nach Marktwert größte Kryptowährung, sank zeitweise unter die wichtige Marke von 15.000 Dollar, nachdem sie am Wochenende für meist deutlich mehr als 16.000 Dollar gehandelt worden war.

Der Bitcoin geriet gleich von zwei Seiten unter Druck. Zum einen gab es neue negative Nachrichten aus China. Der zuständige Finanzregulierer will laut Medienberichten das Schürfen der Bitcoins verbieten. Das gerade in China boomende Geschäft soll auf geordnete Weise abgewickelt werden, hieß es. Die Regierung plane zudem, die notwendige Energiezufuhr zu drosseln.

Für die auf der Blockchain-Technologie basierende Kryptowährung ist das ein schwerer Schlag. Ein Großteil des Schürfens findet in China statt, zum Teil in riesigen Farmen, weil Energiekosten gering sind. Die Schürfer sind dafür zuständig, Bitcoin-Transaktionen in Blöcke zu bündeln und damit die Blockchain zu aktualisieren. Der Bitcoin war in den vergangenen Wochen ohnehin in die Kritik geraten, weil Transaktionen nur sehr langsam abgewickelt werden und wichtige Updates nicht realisiert wurden.

Zum Zweiten leidet der Bitcoin genauso wie die anderen digitalen Währungen unter einer Änderung bei der Index-Bildung. Das Analysehaus Coinmarketcap, das die Preise der Kryptowährungen von verschiedenen Handelsplattformen bündelt, hat die südkoreanischen Börsen aus seiner Preiskalkulation genommen.

Da Kryptowährungen an den großen Handelsplattformen des Landes oft deutlich mehr kosten als im Rest der Welt, wurden so die Preise in den vergangenen Wochen oft deutlich rosiger abgebildet, als sie in Wahrheit waren. So kostete ein Bitcoin am Montagnachmittag auf der südkoreanischen Kryptobörse Bithumb knapp 23.000 Dollar, auf der größten amerikanischen Börse Coinbase dagegen nur 14.500 Dollar. Allerdings können viele Ausländer auf koreanischen Börsen nicht handeln.

Coinmarketcap ist für viele Händler ein wichtiger Preisindikator. Schon lange sind Preisunterschiede zwischen verschiedenen Börsen ein Problem. Mit dem Ausschluss der südkoreanischen Börsen will das Analysehaus dem nun zumindest zum Teil entgegenwirken. Einige Branchenkenner halten die Korrektur für gerechtfertigt. „98 Prozent der Kryptowährungen sind deutlich überbewertet“, glaubt Ari Paul vom Krypto-Hedgefonds Blocktower Capital aus Chicago.

Besonders hart hat die Korrektur das kalifornische Start-up Ripple getroffen. Seine Kryptowährung XRP lag zeitweise über 30 Prozent im Minus und kostete rund 2,30 Dollar. Ripple galt noch vergangene Woche als Überflieger in der Kryptowelt. Im vergangenen Jahr legte der Preis der digitalen Währung um rund 36.000 Prozent zu. Anfang des Jahres hatte sich XRP dann noch einmal fast verdoppelt und verdrängte Ether als zweitgrößte Kryptowährung. Seit Sonntag jedoch liegt Ether wieder auf Platz zwei.

Ripples oberster Kryptograf, David Schwartz, glaubt, dass die Umstellung auf Coinmarketcap bei XRP „Panikverkäufe“ ausgelöst habe, wie er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter erklärte. Ripple hatte sich in den vergangenen Wochen als eines der wenigen Unternehmen mit einer digitalen Währung positioniert, die Kunden haben und in der Wirtschaft bereits angewendet werden. Das Unternehmen aus San Francisco unterscheidet sich jedoch deutlich von anderen Kryptowährungen und hat sich gezielt als Dienstleister der Wall Street positioniert, um den internationalen Zahlungsverkehr schneller und günstiger zu machen.

Ein weiterer Grund für die Kurseinbrüche: Mehrere Handelsplattformen sind mit dem Ansturm der Nutzer schlicht überfordert. Die Börsen Bittrex aus den USA, Binance aus Hongkong und Bitfinex auf den britischen Jungferninseln nehmen vorerst keine neuen Nutzer mehr auf. Auf diesen Börsen lassen sich vor allem Bitcoin-Konkurrenten, sogenannte Alt-Coins, handeln.

Mehrere Nutzer haben in der Vergangenheit beklagt, dass ihre Orders nicht durchgingen oder sie mit ihrem Guthaben nicht handeln können, obwohl es in ihrem Konto als verfügbar angezeigt wird. Bitfinance kündigte ein umfassendes Infrastruktur-Update an und wollte zumindest im begrenzten Maße neue Kunden in Kürze wieder aufnehmen.

Unterdessen bleibt das Interesse an den digitalen Währungen hoch – auch in der klassischen Finanzwelt. Der New Yorker Börsenbetreiber Nyse reichte laut „Businessinsider“ bei der US-Börsenaufsicht SEC Anträge ein, um fünf neue Bitcoin-Fonds zu starten. Mit diesen sogenannten ETFs auf Bitcoin-Futures sollen Investoren mit Hebelwirkung auf steigende und fallende Bitcoin-Preise setzen, ohne dafür selbst Bitcoins halten zu müssen. Beobachter gehen davon aus, dass dies die Volatilität des Bitcoin-Preises noch einmal verstärken wird. Im vergangenen Jahr hatten die Börsen CBOE und CME bereits mit dem Handel von Bitcoin-Futures begonnen, die nun die Grundlage für den ETF der Nyse bilden sollen.

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2 Kommentare zu "Bitcoin, Ripple & Co.: Im Abwärtsstrudel "

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  • Sehr geehrter Herr Müller,

    Ihre Aussage stimmt nur zum Teil. Hinter den Kryptowärungen stehen intelligente Menschen, die auf viele gierige -(Dumme) hoffen, und dadurch reich werden!

    Wollte auch schon meine eigene Kryptowägrung rausbringen. Den "Dummie".
    Leider wollte ihn keiner. Vielleicht lags ja am Namen ?

    Habe immer gedacht, Schneeballsysteme sind verboten?!

  • Hinter den Kryptowährungen steht schlichtweg NICHTS. Bei Währungen stehen wenigsten Staaten dahinter, auch wenn diese das Geld nahezu beliebig vermehren können und sogar müssen.

    Kryptowährungen sind keine offiziellen Zahlungsmittel und werden es auch niemals werden. Die Staatengemeinschaften werden sich die Hoheit über die Zahlungsmittel nicht nehmen lassen und ggf. Gesetze erlassen und das Thema ist endgültig erledigt. Wer sich mit Zahlungen in Kryptowährungen strafbar macht, wenn es denn überhaupt einmal möglich sein sollte, überlegt es sich zweimal! Kryptowährungen sind nichts als heiße Luft, die gehandelt wird.

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