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Bitcoin & Co. Europäische Bankenaufsicht Eba will Kryptofirmen durchleuchten

Die europäische Bankenaufsicht will endlich einheitliche Regeln für den Kryptomarkt. 2019 nehmen die Regulierer zahlreiche Branchenfirmen unter die Lupe.
Update: 10.01.2019 - 10:51 Uhr Kommentieren
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Die Branche soll stärker reguliert werden.

(Foto: Photographer's Choice/Getty Images)

FrankfurtDie europäische Bankenaufsicht Eba sieht Handlungsbedarf auf dem Markt für Bitcoin und andere virtuelle Währungen. Erstmals will die Aufsicht 2019 selbst zahlreiche Branchenfirmen durchleuchten. Das stellt ein am Mittwoch veröffentlichter Report klar.

„Unsere Warnungen an Verbraucher und Institutionen in Bezug auf virtuelle Währungen bleiben bestehen“, erklärte Eba-Exekutivdirektor Adam Farkas. Darüber hinaus werde die Aufsicht neue Marktentwicklungen untersuchen.

Die Eba nennt konkrete Schritte: 2019 will die EU-Behörde, die derzeit von London nach Paris umzieht, die Geschäftspraktiken von Kryptofirmen, -börsen, Banken und Zahlungsdiensten überprüfen. Im Fokus steht die Werbung für das Kryptoanlegen. Diese müsse „ausbalanciert, klar und nicht irreführend“ sein. Außerdem will die Aufsicht prüfen, ob Firmen ausreichend über die Risiken der virtuellen Geschäfte informieren und Kunden über ihre Rechte aufklären.

Dass die Eba 2019 direkt in den Markt eingreifen will, ist ungewöhnlich. Grundsätzlich sind in der EU die nationalen Aufsichtsbehörden für die Regulierung des Finanzmarkts zuständig, in Deutschland etwa die Bundesbank und die Bafin. Die EU-Aufseher sollen vor allem die Stabilität des Gesamtmarkts im Blick behalten.

Der Report stellt klar, dass der vergleichsweise geringe Umfang des Kryptogeschäfts bisher nicht die Finanzstabilität beeinträchtige. Allerdings entstünden neue Risiken, da die nationalen Aufsichtsbehörden keine einheitliche Linie verfolgten, kritisiert die Eba.

Bisher gehen die europäischen Staaten sehr unterschiedlich mit den in den vergangenen Jahren entstandenen virtuellen Münzen wie Bitcoin, Ethereum und Co. um. Auch die Frage, wie sogenannte Tokens zu behandeln sind, die bei Start-up-Finanzierungsrunden (ICOs) ausgegeben werden, ist offen. Während manche Staaten immer kritischer auf den Markt schauen, positionieren sich andere offensiv als Standort für die Kryptobranche, etwa Malta und Luxemburg.

Die Aufseher sehen nun die EU in der Pflicht: „Die Eba fordert die Europäische Kommission dazu auf zu überprüfen, ob der Erlass neuer Regeln nötig ist, um einen EU-weit einheitlichen Umgang mit Kryptoanlagen zu erreichen“, sagt Direktor Farkas.

Der Report macht deutlich, dass die Aufseher das für sinnvoll halten. Sie haben die bisherigen Regeln überprüft und kommen zu einem ernüchternden Fazit: Die meisten Kryptogeschäftsmodelle fallen nicht darunter. Nur die wenigsten virtuellen Assets werden demnach von den Direktiven für elektronisches Geld (EMD), für Finanzinstrumente (MiFID) oder den Zahlungsverkehr (PSD) erfasst. Laut Eba droht der Missbrauch für Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Außerdem fehle es an Informationen über den Markt, weshalb 2019 ein neues Monitoring-System starten soll.

Philipp Sandner, Leiter des Blockchain Center der Frankfurt School of Finance, unterstützt den Eba-Report. Die Krypto-Technologie werde in den kommenden Jahren den Finanzsektor verändern, daher brauchten Kunden wie Anbieter Rechtssicherheit.

„Dass die EU-Staaten den Markt unterschiedlich reguliert haben, hat zu produktivem Wettbewerb um die besten Regeln geführt. Nun ist es aber an der Zeit, zu einem gemeinsamen Ansatz zu kommen“, sagt Sandner. Die EU solle sich mit der Branche zusammensetzen und die besten Regeln zum Standard erheben. Ein Anfang ist gemacht: Kurz vor Weihnachten hat die EU-Kommission eine Studie ausgeschrieben, die die Aufsichtsregime vergleichen soll.

Auf dem Kryptomarkt ist im abgelaufenen Jahr eine große Preisblase geplatzt. Die Marktkapitalisierung der rund 2.000 Währungen ist von 830 Milliarden auf 130 Milliarden Dollar abgesackt, der Markt für Start-up-Finanzierungen eingebrochen. Darüber hinaus alarmierten Betrugsskandale die Aufseher rund um den Globus.

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