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Brasilien und der Biosprit-Boom Wo ohne Alkohol nichts mehr läuft

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Doch wie baut man eine flächendeckende Versorgung mit Ethanol auf? Auch dabei besitzen die Brasilianer das entscheidende Know-how: Denn im Amazonasland gibt es schon seit drei Jahrzehnten Alkohol an den Tankstellen. Nach den Ölschocks der 70er-Jahre hatten die damals regierenden Militärs den Alkohol aus Zuckerrohr als Alternative für importiertes Benzin entdeckt. Zeitweise tankte die gesamte brasilianische Autoflotte Schnaps. Inzwischen hat die Autobranche so genannte Flex-Fuel-Motoren entwickelt, die mit jeder Mischung aus Benzin und Alkohol fahren können – und der Verbrauch ist förmlich explodiert. Nur wenn der Ölpreis langfristig unter 37 Dollar sinken sollte, wird Benzin wieder billiger als Alkohol aus brasilianischem Zuckerrohr.

In Brasiliens Zucker- und Alkoholbranche findet deshalb zurzeit ein gewaltiger Investitionsboom statt. Im Westen São Paulos ist das deutlich zu sehen: Zwischen die LKW mit Zuckerrohr drängen sich immer öfter auch Betonmischer oder superbreite Laster mit Kesseln. Im wichtigsten Zuckerrohranbaugebiet der Welt hat ein Bauboom wie noch nie zuvor eingesetzt: Rund 100 neue Zuckermühlen und Alkoholdestillerien werden dort gebaut, um die wachsende Nachfrage nach Zucker und Ethanol bedienen zu können. Plinio Mario Nastari, der Präsident der Beraterfirma Datagro, schätzt, dass in Brasilien 19 Milliarden Dollar in neue Plantagen, Fabriken und Destillerien investiert werden.

Eine Fabrik davon ist die „Usina Itarumã“. Silvio Torquato Junqueira leitet sie mit zehn Partnern: 100 Millionen Real stecken sie in Mühle und Destillerie, 100 Millionen in die Felder inklusive Pacht. Dafür – also umgerechnet rund 75 Millionen Euro – können sie dann im Jahr rund 1,5 Millionen Tonnen Zuckerrohr mahlen. „Es gibt derzeit kaum eine bessere Investition als Zucker in der brasilianischen Landwirtschaft“, schwärmt der elegante Herr, Anfang 60, im dunkelblauen Blazer. „In maximal fünf Jahren haben sich die Investitionen wieder amortisiert.“

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